- Definition von Trauma: Dr.med. Ursula Davatz definiert Trauma als ein psychisches oder körperliches Ereignis, das tiefe Wunden hinterlässt, insbesondere in der Seele. Diese Ereignisse lassen sich nicht einfach vergessen und tauchen oft in der Nacht wieder auf, verfolgen die Betroffenen in ihren Träumen und führen zu Schlafstörungen.
- Die Rolle des limbischen Systems: Das limbische System, auch emotionales Gehirn genannt, spielt eine zentrale Rolle bei der Traumaverarbeitung. Traumatische Erlebnisse werden im emotionalen Gedächtnis des limbischen Systems gespeichert.
- Auswirkungen auf die Gehirnfunktion: Die ständige Präsenz traumatischer Erinnerungen im limbischen System reduziert die Verarbeitungskapazität des Gehirns. Dies führt zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und einem Gefühl der Abwesenheit.
- Traumaverarbeitung als „Wiederkäuen“: Dr. Davatz vergleicht die Traumaverarbeitung mit dem Wiederkäuen bei Kühen. Durch wiederholtes „Durchkauen“ des Traumas, sei es durch Gespräche, Schreiben oder andere Formen der Auseinandersetzung, kann es verarbeitet und schließlich „verdaut“ werden.
- Bedeutung des Benennens: Das Benennen des Traumas, also das Aussprechen oder Aufschreiben des Erlebten, ist ein entscheidender Schritt in der Traumaverarbeitung. Dadurch kann der emotionale Stress reduziert werden.
- Ablage im Grosshirn: Im Idealfall wird das verarbeitete Trauma im Grosshirn, dem intellektuellen Teil des Gehirns, abgelegt. Dort ist es zwar nicht vergessen, aber emotional nicht mehr belastend.
- Individuelle Unterschiede: Dr. Davatz betont, dass nicht alle Menschen gleich auf Traumata reagieren. Manche Menschen können Traumata gut verdrängen, während andere ständig damit kämpfen. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse des Patienten zu respektieren und ihn nicht zu zwingen, über das Trauma zu sprechen, wenn er noch nicht bereit dazu ist.
- Konfrontation mit dem Verursacher: Eine Methode der Traumaverarbeitung ist die Konfrontation mit der Person, die das Trauma verursacht hat. Dies kann in Anwesenheit eines Therapeuten geschehen. Ziel ist es, für sich selbst einzustehen und dem Verursacher die Auswirkungen seines Handelns bewusst zu machen.
- Trauma und ADHS/ADS: ADHS/ADS ist nicht die Folge von Traumata, sondern genetisch bedingt. Allerdings sind Menschen mit ADHS/ADS aufgrund ihrer Sensibilität und Andersartigkeit anfälliger für Traumata.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz Trauma als ein tiefgreifendes Ereignis versteht, das sich massgeblich auf das emotionale Gehirn auswirkt und die Verarbeitungskapazität des Gehirns beeinträchtigt. Die Verarbeitung von Traumata erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit dem Erlebten, um es schliesslich im Grosshirn abzulegen und emotional zu „entschärfen“.
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