Das Engagement der Stiftung Wendepunkt im Bereich der Arbeitsintegration finde ich unterstützenswert.
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Interview – Wende. 1/15, Seite 5
«Das Engagement der Stiftung Wendepunkt im Bereich Arbeitsintegration finde ich unterstützenswert.»
Seit gut zwanzig Jahren unterstützt Frau Dr. med. Ursula Davatz mit ihrem fachlichen Know-how die Stiftung Wendepunkt. Im Interview berichtet sie unter anderem, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und wie sie die Wendepunktarbeit heute sieht.
Ursula Davatz
Ursula Davatz ist Sozialpsychiaterin. Sie hat in den USA Systemtherapie gelernt und in den letzten 35 Jahren weiterentwickelt. Sie war zwanzig Jahre lang leitende Ärztin des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Kanton Aargau.
Was war der Beweggrund, dass Sie vor zwanzig Jahren die Anfrage der Stiftung Wendepunkt für die Supervisionsbegleitung angenommen haben?
Ich war beeindruckt von ihrem sozialen Engagement im Bereich der Arbeitsintegration, mit welchem ich mich schon lange befasst habe. Ihr Vorhaben fand ich durchaus unterstützenswert und wollte mit meinem fachlichen Know-how die entsprechende Unterstützung geben, damit die berufliche Eingliederung besser gelingen kann.
Können Sie Sozialpsychiatrie kurz erklären?
In der Sozialpsychiatrie versucht man vor allen Dingen, Menschen wieder wohn- und arbeitsmässig in die Gesellschaft einzugliedern. Man begegnet ihnen möglichst auf Augenhöhe, fördert ihre Ressourcen und fokussiert nicht auf Defizite. Das hauptsächliche Arbeitsinstrument ist die menschliche Beziehung.
Welche Kernkompetenzen müssen Mitarbeitende im Umgang mit psychisch erkrankten Klientinnen und Klienten mitbringen?
Emotional tragfähig sein, nicht alles gleich persönlich nehmen, authentisch sein, weder erziehen noch belehren wollen, sondern einen eigenen klaren Standpunkt einnehmen, der eine ehrliche Auseinandersetzung möglich macht. Auch eingestehen, wenn man einmal nicht weiterweiss und sich Hilfe holen muss.
Wenn Sie die Stiftung Wendepunkt damals und heute vergleichen, was hat sich aus Ihrer Sicht verändert?
Die Organisation ist stark gewachsen, hat ihre Angebote diversifiziert, ist auch in den Wohnbereich eingetreten, wird offiziell vom Kanton anerkannt, hat sich sicher auch vermehrt professionalisiert und sich – so hoffe ich doch – einiges Know-how angeeignet.
Was kann die Stiftung in der sozialpsychiatrischen Landschaft noch wahrnehmen?
Es könnte hilfreich sein, wenn der Wendepunkt als Arbeitgeber seine Erfahrungen mit psychisch beeinträchtigten Menschen anderen Unternehmen weitergibt, um diese aufzumuntern, Ähnliches zu tun.
Können Sie noch einen Tipp geben, wie man so erfrischend, motiviert und lebendig wie Sie bleiben kann?
Freude am eigenen Beruf, an dem, was man macht. Leidenschaft und Neugier, ständig im Leben noch dazuzulernen.
Frau Davatz, herzlichen Dank für dieses Interview. Für Ihre Arbeit wünschen wir Ihnen weiterhin viel Freude, Leidenschaft und Neugier und freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit.
Bildlegende: Die zwischenmenschliche Beziehung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die berufliche und soziale Integration.