Inkonsequente Erziehung hat gravierende Folgen für die Entwicklung von ADHS/ADS-Kindern. Dr.med. Ursula Davatz, betont klare Regeln und Strukturen als wichtige Elemente im Umgang mit ADHS/ADS-Kindern. Diese geben den Kindern psychologische Sicherheit, weil sie wissen, woran sie sind.

Fehlende Konsequenz führt zu Verunsicherung und Orientierungslosigkeit:

  • Veränderte Regeln: Wenn Regeln ständig geändert werden und nicht vorhersehbar sind, führt dies zu grosser Verunsicherung bei ADHS/ADS-Kindern.
  • Nachgeben der Eltern: Eine Mutter berichtet im Audio-Transkript von ihrer eigenen inkonsequenten Erziehung: Sie habe zuerst etwas von ihrem Sohn verlangt, sei dann aber schliesslich doch nachgegeben . Dieses Verhalten verhindert, dass das Kind Grenzen und Disziplin lernt.
  • Keine Orientierung: Ohne klare und konsequente Regeln fehlt den Kindern die Orientierung. Sie wissen nicht, welches Verhalten erwünscht ist und was von ihnen erwartet wird.

Negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes:

  • Verstärkung der Impulsivität: Die mangelnde Impulskontrolle von ADHS/ADS-Kindern wird durch inkonsequente Erziehung noch verstärkt.
  • Aggressivität und Widerstand: Inkonsequenz kann zu gesteigerter Aggressivität und verstärktem Widerstand führen, da das Kind die Grenzen austestet und versucht, seinen Willen durchzusetzen.
  • **Entwicklung von ** rigiden Regeln durch das Kind: ADS-Kinder, die selbst Unsicherheit und mangelnde Struktur erleben, entwickeln oft eigene, sehr strenge Regeln, um sich selbst Halt zu geben.
  • Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls: Kinder, die ständig mit inkonsequenten Reaktionen konfrontiert sind, können an sich selbst zweifeln und ein negatives Selbstbild entwickeln.
  • Risiko von Folgekrankheiten: Langfristig kann inkonsequente Erziehung das Risiko von Folgekrankheiten wie Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen erhöhen.

Fazit:

Konsequente Erziehung ist essenziell für die positive Entwicklung von ADHS/ADS-Kindern. Klare Regeln und Strukturen geben den Kindern Sicherheit und Orientierung. Gleichzeitig stärkt konsequentes Handeln das Selbstwertgefühl des Kindes und reduziert das Risiko von Folgekrankheiten.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf