Dr.med. Ursula Davatz erwähnt das Thema kurz im Zusammenhang mit einem Fallbeispiel, in dem eine Mutter mit einem Kind überfordert ist und eine Schwester hat, die mit der Situation scheinbar unbeschwert umgeht.

  • Älteste Geschwister und Verantwortung: Dr.med. Ursula Davatz stellt die These auf, dass ältere Geschwister oft mehr Verantwortung übernehmen müssen und daher möglicherweise weniger Freiraum haben, ihre Persönlichkeit und ihren Umgang mit Emotionen in der Pubertät zu entwickeln.
  • Jüngere Geschwister und Unbeschwertheit: Jüngere Geschwister hingegen können laut Dr.med. Ursula Davatz „im Windschatten“ der älteren Geschwister leben und müssen nicht so viel Verantwortung tragen. Dies könnte ihnen mehr Freiraum für Experimente und das Ausleben ihrer Emotionen bieten.

Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung:

  • Eingeschränkter Experimentierraum: Dr.med. Ursula Davatz betont, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung häufig bei Menschen auftritt, die in ihrer Pubertät nicht genügend Raum hatten, mit ihren Emotionen zu experimentieren und einen gesunden Umgang damit zu lernen. Dies könnte bedeuten, dass die stärkere Verantwortungslast älterer Geschwister ein Risikofaktor für die Entwicklung der Störung sein könnte.
  • Bedeutung des familiären Umfelds: Die Quellen heben hervor, dass das familiäre Umfeld und die Interaktion mit den Eltern einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung der Borderline-Persönlichkeitsstörung haben. Die Geschwisterposition könnte die Dynamik innerhalb der Familie und die Art und Weise, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen, beeinflussen.

https://ganglion.ch/pdf/muetterberaterinnen_Teil_eins_5.5.2014.pdf