Dr.med. Ursula Davatz erklärt den Zusammenhang zwischen ADHS/ADS und Schizophrenie aus der Perspektive eines ungünstigen Erziehungsstils und der daraus resultierenden Pathologisierung. Sie stellt die These auf, dass ungeschickte, nicht persönlichkeitsgerechte Erziehung bei ADHS/ADS-Betroffenen zu Folgeerkrankungen führen kann, darunter auch Schizophrenie.

Dr.med. Ursula Davatz führt folgende Argumente an:

  • ADHS/ADS als Grundkonstellation: Dr. Davatz betrachtet ADHS/ADS nicht als Krankheit, sondern als Neurodiversität. Sie betont, dass die Grundkonstellation des ADHS/ADS-Gehirns verstanden werden muss, um die Entstehung von Folgeerkrankungen zu erklären.
  • Fehlentwicklung durch ungünstige Interaktion: Wenn ADHS/ADS-Betroffene in einem Umfeld aufwachsen, das ihre Bedürfnisse nicht erkennt und nicht angemessen auf sie reagiert, kann es zu einer Fehlentwicklung kommen.
  • Verletzlichkeit und Überforderung: ADHS/ADS-Betroffene sind hochsensibel und nehmen Reize intensiver wahr. Wenn sie ständig überfordert und negativen Erfahrungen ausgesetzt sind, kann dies zu psychischen Problemen führen.
  • Die Rolle des Dopamins: Dr. Davatz weist darauf hin, dass Antipsychotika, die zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden, Dopamin-Hemmer sind. Im Gegensatz dazu erhöht Ritalin, das oft bei ADHS/ADS verschrieben wird, den Dopaminspiegel. Sie berichtet von Fällen, in denen ADHS/ADS-Betroffene nach der Einnahme von Ritalin psychotische Symptome entwickelten. Daraus schliesst sie, dass eine Dysregulation des Dopaminhaushalts eine Rolle bei der Entstehung von Schizophrenie spielen könnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz den Zusammenhang zwischen ADHS/ADS und Schizophrenie als Folge einer negativen Interaktion zwischen dem ADHS/ADS-Gehirn und einem ungünstigen Umfeld erklärt. Chronische Überforderung, Verletzungen und die medikamentöse Beeinflussung des Dopaminhaushalts können dazu beitragen, dass sich aus der ADHS/ADS-Grundkonstellation eine Schizophrenie entwickelt.

https://ganglion.ch/pdf/Hilfesuchende_ADHS_1.10.2024.m4a.pdf