Dr.med. Ursula Davatz räumt ein, dass die Medikamente, die zur Behandlung von ADHS/ADS eingesetzt werden, Suchtpotenzial haben. Sie bezeichnet Amphetamine, die oft verschrieben werden, explizit als „Suchtmittel“ und „Uppers“, die auch illegal gehandelt werden.

Gleichzeitig argumentiert sie aber, dass die reguläre Verschreibung von Amphetaminen im Rahmen einer ADHS/ADS-Behandlung das Suchtpotenzial verringern kann.

Dr.med. Ursula Davatz geht auch auf die Ursachen für die erhöhte Suchtanfälligkeit von Menschen mit ADHS/ADS ein:

  • Ungeduld und emotionale Instabilität: ADHS/ADSler sind oft ungeduldig, regen sich schnell auf und haben Schwierigkeiten, mit negativen Emotionen umzugehen. Sie suchen daher nach schnellen Lösungen, um diese Gefühle zu unterdrücken oder zu verändern, was sie anfälliger für Substanzmissbrauch macht.
  • Frustration und geringes Selbstwertgefühl: Häufige Kritik und negative Erfahrungen in der Kindheit und Jugend können bei ADHS/ADSlern zu Frustration und einem geringen Selbstwertgefühl führen. Drogen werden dann als Mittel eingesetzt, um diese negativen Gefühle zu kompensieren und sich besser zu fühlen.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass die Behandlung von Sucht bei ADHS/ADSlern über die reine Entwöhnung von Suchtmitteln hinausgehen muss. Es ist wichtig, den Betroffenen zu helfen:

  • Ihr Leben besser zu gestalten
  • Zufriedenheit zu finden
  • Ihre Persönlichkeit zu entwickeln

Dadurch wird die Notwendigkeit von Suchtmitteln reduziert.

https://ganglion.ch/pdf/nebelspalterinnen_ADHS_ADS_23.9.2024.mp3.pdf