Dr.med. Ursula Davatz betont die Bedeutung des „Care Systems“, da es das traditionelle Familienbild erweitert und die verschiedenen Bezugspersonen einbezieht, die einen positiven Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes haben können.
Das „Care System“ umfasst:
- Nicht nur die Eltern und Grosseltern, sondern auch weitere Personen im Umfeld des Kindes, wie zum Beispiel Lehrer, Nachbarn oder professionelle Betreuungspersonen.
- Alle Personen, die sich um die Kinder kümmern und zu ihrer Entwicklung beitragen.
Gründe für die Betonung des „Care Systems“:
- Die heutige Gesellschaft ist vielfältiger geworden und das traditionelle Familienbild von Mutter, Vater, Kind entspricht nicht mehr der Realität vieler Familien.
- Kinder können von stabilen Beziehungen zu verschiedenen erwachsenen Bezugspersonen profitieren, unabhängig von deren Verwandtschaftsverhältnis. Studien wie die Kauai Studie zeigen, dass eine stabile Beziehung zu einer erwachsenen Person, unabhängig davon, wer sie ist, ein wichtiger Resilienzfaktor für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ist.
- Das „Care System“ kann Eltern entlasten und unterstützen, indem es ihnen ermöglicht, Beruf und Familie besser zu vereinbaren und gleichzeitig dem Kind ein stabiles und unterstützendes Umfeld zu bieten.
Vorteile des „Care Systems“:
- Es ermöglicht eine individuellere und flexiblere Betreuung, die an die Bedürfnisse des Kindes und der Familie angepasst ist.
- Es kann dazu beitragen, die negativen Auswirkungen von Konflikten innerhalb der Familie zu minimieren, indem es dem Kind alternative Bezugspersonen bietet.
- Es kann die soziale Kompetenz und das Selbstvertrauen des Kindes fördern, indem es ihm die Möglichkeit gibt, positive Beziehungen zu verschiedenen Menschen aufzubauen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das „Care System“ ein wichtiger Bestandteil einer modernen und kindgerechten Kinderbetreuung ist. Es trägt dazu bei, dass Kinder in einem stabilen und unterstützenden Umfeld aufwachsen können, das ihre individuelle Entwicklung fördert.