Laut Dr.med. Ursula Davatz haben genomweite Assoziationsstudien (GWAS) gezeigt, dass fünf psychiatrische Krankheitsbilder eine Veränderung am selben Genlocus aufweisen.

Diese Krankheitsbilder sind:

  • Schizophrenie: Eine schwere psychische Erkrankung, die durch Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Denkstörungen gekennzeichnet ist.
  • Manisch-depressiv (bipolare Störung): Eine affektive Störung, die durch extreme Stimmungsschwankungen zwischen Manie (Hochstimmung) und Depression (Niedergeschlagenheit) gekennzeichnet ist.
  • Schwere Depression: Eine affektive Störung, die durch anhaltende Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit und Verlust von Interesse und Freude gekennzeichnet ist.
  • Autismus: Eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich durch Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion, Kommunikation und repetitive Verhaltensmuster auszeichnet.
  • ADHS/ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung): Eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität auszeichnet.

Dr.med. Ursula Davatz merkt an, dass sie ADHS/ADS nicht als Krankheit, sondern als ein Phänomen betrachtet, aus dem verschiedene Krankheiten entstehen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Veränderung am selben Genlocus nicht bedeutet, dass diese fünf Krankheitsbilder dieselbe Ursache haben. Genetische Faktoren spielen zwar eine Rolle bei der Entstehung psychischer Erkrankungen, aber auch Umweltfaktoren und soziale Interaktionen sind von Bedeutung. Die Epigenetik, die Dr.med. Ursula Davatz erwähnt, befasst sich mit der Frage, wie Umweltfaktoren die Aktivität von Genen beeinflussen können.

https://ganglion.ch/pdf/Grosseltern_11.9.2024.m4a.pdf