Dr.med. Ursula Davatz beschreibt Autisten als sehr empfindlich gegenüber Fremdbeeinflussung. Wenn man sie zu stark anstösst oder unter Druck setzt, reagieren sie mit verschiedenen Verhaltensweisen, die als Schutzmechanismen dienen:
1. Rückzug:
- Autisten ziehen sich zurück, um sich vor weiteren Reizen abzuschirmen und die Situation zu kontrollieren.
- Dies ist eine häufige Reaktion auf Überforderung oder Bedrängnis.
2. Verweigerung:
- Autisten können sich aktiv widersetzen, indem sie Anweisungen nicht befolgen oder die Teilnahme an Aktivitäten verweigern.
- Dies ist ein Ausdruck ihres Bedürfnisses nach Autonomie und Selbstbestimmung.
3. Aggression:
- In extremen Fällen, wenn der Druck zu gross wird, kann ein Autist aggressiv reagieren.
- Dies ist eine Form der Selbstverteidigung gegen die als bedrohlich empfundene Situation.
4. Totstellreflex:
- Dr.med Ursula Davatz vergleicht das autistische Verhalten in solchen Situationen mit dem Totstellreflex.
- In diesem Zustand nimmt der Autist zwar alles wahr, ist aber handlungs- und kommunikationsunfähig.
Wichtig:
- Dr.med. Ursula Davatz betont, dass diese Reaktionen nicht als bewusste Entscheidungen des Autisten zu verstehen sind, sondern automatische Schutzmechanismen darstellen.
- Einfühlungsvermögen, Geduld und eine ruhige Kommunikation sind im Umgang mit Autisten essenziell, um solche Situationen zu vermeiden.
- Anstatt zu befehlen, sollten Bitten formuliert und der Autist in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden.
Zusätzliche Punkte, die zu beachten sind:
- Autisten leiden oft unter „System Overload“, wenn sie mit zu vielen Reizen konfrontiert werden.
- Sie haben möglicherweise Schwierigkeiten beim Lesen von Mimik, was die Kommunikation erschwert.
- Klare Strukturen und Routinen geben Autisten Sicherheit.
- Sie reagieren sensibel auf emotionale Zustände ihres Gegenübers.
Durch ein verständnisvolles und respektvolles Vorgehen kann man dazu beitragen, dass sich Autisten sicher fühlen und ihr volles Potential entfalten können.
https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf