Dr.med. Ursula Davatz nennt in ihren Ausführungen vier Stressreflexe, die bei Kindern mit ADHS/ADS auftreten können:

  • Fight (Kampf): Der Kampfreflex zeigt sich in aggressivem Verhalten, wenn das Kind sich bedroht oder in die Ecke gedrängt fühlt.
  • Flight (Flucht): Der Fluchtreflex zeigt sich im Vermeidungsverhalten. Das Kind zieht sich zurück oder versucht, der Situation zu entkommen.
  • Freeze (Totstellreflex): Der Totstellreflex äußert sich in einer Art Erstarrung. Das Kind wirkt wie gelähmt und reagiert nicht mehr auf Reize.
  • Tease (Necken): Der Neckreflex zeigt sich im sogenannten „Classenclown“-Verhalten. Das Kind lenkt durch Späße und Provokationen von seinen eigenen Unsicherheiten ab.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass diese Reflexe unbewusste Reaktionen auf Stresssituationen sind. Das Kind handelt nicht absichtlich so, sondern reagiert instinktiv auf eine für es unangenehme Situation.

Besonders wichtig ist der Hinweis, dass das „Teasing“-Verhalten nicht als persönlicher Angriff gewertet werden sollte. Es ist ein Lernverhalten, bei dem das Kind versucht, die Reaktionen seiner Umgebung zu testen.

Eltern und Erzieher sollten daher versuchen, die Stressreflexe des Kindes zu erkennen und zu verstehen, anstatt sie als böswilliges Verhalten zu interpretieren. Nur so kann man dem Kind helfen, besser mit seinen Emotionen umzugehen.

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