Dr.med. Ursula Davatz erklärt den Zusammenhang zwischen Teasing und System-Overload bei ADHS/ADS-Kindern, indem sie zunächst darauf hinweist, dass diese Kinder eine hohe Sensibilität und Reizbarkeit aufweisen. Sie sind daher anfälliger für Überreizung und können schnell in einen Zustand des System-Overloads geraten, wenn das Gehirn zu vielen Reizen ausgesetzt ist.
In diesem Zustand der Überforderung sind die Kinder nicht mehr in der Lage, die Situation adäquat wahrzunehmen und zu reagieren. Sie ziehen sich in ihre innere Welt zurück und können nur noch mit sich selbst kommunizieren.
Teasing, also ein neckendes oder provokantes Verhalten, kann in diesem Kontext zwei Bedeutungen haben:
- Teasing als Symptom von System-Overload: Dr. Davatz erwähnt nicht explizit, dass Teasing ein direktes Symptom von System-Overload ist. Sie beschreibt jedoch, dass sich Kinder in diesem Zustand nur noch abwehren können. Es ist daher denkbar, dass Teasing in einigen Fällen eine Form der Abwehrreaktion auf die Überreizung darstellt.
- Teasing als Auslöser für System-Overload: ADHS/ADS-Kinder setzen Teasing oft als eine ungeschickte Form der Kontaktaufnahme und des Spielens ein. Sie wollen cool sein, können ihre Impulse aber nicht gut kontrollieren und verhalten sich daher oft unangemessen. Dieses Verhalten kann bei anderen Kindern zu negativen Reaktionen führen, was wiederum das ADHS/ADS-Kind überfordert und in einen System-Overload treiben kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Teasing sowohl ein Symptom als auch ein Auslöser für System-Overload bei ADHS/ADS-Kindern sein kann. Die hohe Sensibilität und Reizbarkeit dieser Kinder macht sie anfällig für Überreizung, was sich in verschiedenen Verhaltensweisen, möglicherweise auch in Teasing, äussern kann.