Die Quellen, insbesondere die Aussagen von Dr.med. Ursula Davatz, beleuchten den Einfluss von Cannabis auf Menschen mit ADHS/ADS und stellen dessen vermeintliche Vorteile in Frage. Während einige Betroffene Cannabis zur Linderung ihrer Symptome einsetzen, warnt Dr.med. Ursula Davatz vor den negativen Auswirkungen des Cannabis-Konsums auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das Lernverhalten.

Cannabis als vermeintliches Hilfsmittel:

In den Quellen wird der Fall eines Betroffenen geschildert, der Cannabis als Alternative zu Medikamenten wie Ritalin verwendet. Er berichtet, dass ihm Cannabis helfe, sich zu beruhigen und besser mit den Herausforderungen seines Alltags umzugehen.

Negative Auswirkungen auf die Gehirnfunktion:

Dr.med. Ursula Davatz widerspricht dieser Sichtweise und betont, dass Cannabis die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Sie erklärt, dass Cannabis die Vernetzung im Gehirn und die Verarbeitung von Reizen verschlechtert. Dies führe zu einer Verlangsamung der Denkprozesse und einer Beeinträchtigung des Lernvermögens.

Suchtgefahr und Verhinderung des Lernens:

Dr.med. Ursula Davatz warnt davor, dass Cannabis eine Sucht verursachen kann, die insbesondere bei Menschen mit ADHS/ADS problematisch ist. Sie begründet dies damit, dass Menschen mit ADHS/ADS häufig zu Impulsivität neigen und daher ein erhöhtes Risiko haben, süchtig zu werden. Darüber hinaus verhindert der Konsum von Cannabis das Lernen aus schwierigen Situationen, was für die persönliche Entwicklung und die Bewältigung von Herausforderungen essenziell ist.

Alternative Bewältigungsstrategien:

Statt auf Cannabis zurückzugreifen, empfiehlt Dr.med. Ursula Davatz alternative Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen, die mit ADHS/ADS einhergehen. Dazu gehören:

  • Akzeptanz des eigenen Neurotyps: Sich selbst mit seinen Stärken und Schwächen annehmen und lernen, die eigenen Bedürfnisse zu respektieren.
  • Selbstfürsorge: Auf ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung achten, um Stress abzubauen und die Resilienz zu stärken.
  • Unterstützung durch das soziale Umfeld: Offene Kommunikation mit Familie, Freunden und Kollegen suchen und sich in schwierigen Situationen Hilfe holen.
  • Professionelle Beratung und Therapie: Sich an Therapeuten und Berater wenden, die sich auf ADHS/ADS spezialisiert haben, um individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cannabis kein geeignetes Mittel zur Behandlung von ADHS/ADS ist. Der Konsum von Cannabis kann negative Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das Lernverhalten haben und trägt zudem das Risiko einer Suchtentwicklung.

https://ganglion.ch/pdf/srf_rec_adhs.m4a.pdf