Dr.med. Ursula Davatz betont in ihrem Vortrag die Wichtigkeit eines „Low Arousal States“ im Umgang mit Autisten. Was bedeutet das genau und warum ist es so wichtig?
„Low Arousal“ bezeichnet einen Zustand von emotionaler Ruhe und Gelassenheit. Wenn wir mit Autisten interagieren, sollten wir darauf achten, selbst in diesem Zustand zu sein. Das bedeutet:
- Ruhig und geduldig sein: Hektik, Ungeduld und Nervosität übertragen sich auf den Autisten und können ihn schnell überfordern.
- Leiser sprechen: Autisten sind oft geräuschempfindlich.
- Langsame Bewegungen: Schnelle, unvorhersehbare Bewegungen können Autisten verunsichern.
Warum ist „Low Arousal“ so wichtig?
- Hypersensitivität: Autisten nehmen Reize aus ihrer Umgebung viel intensiver wahr als neurotypische Menschen. Deshalb reagieren sie empfindlicher auf Stress, Lärm und Hektik. Ein „High Arousal State“ beim Gegenüber verstärkt diese Überforderung zusätzlich.
- Vertrauen und Sicherheit: Ein ruhiger und gelassener Kommunikationspartner signalisiert dem Autisten Sicherheit und Vertrauen.
- Vermeidung von Eskalation: Ein „Low Arousal State“ hilft, Konflikten und Eskalationen vorzubeugen. Wenn wir selbst ruhig und gelassen bleiben, kann der Autist sich leichter regulieren.
Vergleich mit anderen psychischen Zuständen:
Dr.med. Ursula Davatz zieht einen Vergleich zu Schizophrenie: Ein akuter psychotischer Zustand ist oft von einem „High Arousal“, also einem Zustand starker emotionaler Erregung, geprägt. In solchen Situationen ist es wichtig, den Kontakt zu vermeiden, bis sich die Person beruhigt hat. Ähnlich verhält es sich bei Autisten, die sich in einem Zustand von Überforderung oder Angst befinden.
„Low Arousal“ als Grundhaltung:
Der „Low Arousal State“ ist mehr als nur eine Technik; er sollte eine Grundhaltung im Umgang mit Autisten sein. Es geht darum, die besondere Sensibilität von Autisten zu respektieren und ihnen einen Raum zu geben, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen.