Die Quellen, insbesondere die Ausführungen von Dr. med. Ursula Davatz, betonen den starken Einfluss der Erziehung auf die Entstehung von psychischen Erkrankungen bei Menschen mit ADHS/ADS.
Zu enge, strenge und auf Anpassung ausgerichtete Erziehungsstile können sich negativ auf ADHS/ADS-Betroffene auswirken. Dies führt dazu, dass die Kinder sich ständig falsch und kritisiert fühlen, was zu einem negativen Selbstbild und inneren Konflikten führen kann.
Besonders in der Pubertät, einer Phase der Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung, kann eine restriktive Erziehung die Entstehung von psychischen Erkrankungen begünstigen. Der „System Overload“, also die emotionale Überlastung durch zu viele Reize, kann in dieser Phase nicht mehr kontrolliert werden und führt zu einem Ausbruch, der sich in Form von psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolaren Störungen manifestieren kann.
Dr. Davatz vergleicht diese Situation mit einem Gefühlsstau, der in der Pubertät unkontrolliert hervorbricht und alle Beteiligten überfordert. Die Psychose wird in diesem Zusammenhang als eine Art „Befreiung“ von der erlebten Einengung interpretiert.
Die fehlende Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit frei zu entwickeln, und der Mangel an Raum für Individualität tragen massgeblich zur Entstehung von psychischen Erkrankungen bei ADHS/ADS-Betroffenen bei.
Daher ist es von enormer Bedeutung, dass Erwachsene, insbesondere Eltern und Lehrer, einen dem Neurotyp angepassten Erziehungsstil entwickeln. Dies bedeutet, dass klare, aber wenige Regeln aufgestellt werden, die konsequent durchgesetzt werden, und dass den Kindern genügend Freiraum für Bewegung und Entfaltung gegeben wird.
Eine neurogerechte Behandlung und ein verständnisvoller Umgang mit ADHS/ADS-Kindern können dazu beitragen, die Entwicklung von Folgekrankheiten zu verhindern und ihnen ein gesundes und erfolgreiches Leben zu ermöglichen.
https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Grenzzerfall_29.11.2024.mp4.pdf