Dr.med. Ursula Davatz erläutert in ihrem Vortrag, dass ADHS/ADS nicht nur mit der Schizophrenie-Krankheit einen genetischen Zusammenhang aufweist, sondern auch mit drei weiteren psychiatrischen Krankheitsbildern: der schweren Depression, der bipolaren Störung und der Autismus-Spektrum-Störung (ASS).
Diese Erkenntnis stammt aus gross angelegten Genom-Studien, die verschiedene psychiatrische Krankheitsbilder mit den Genomen der Betroffenen verglichen haben.
Dr. Davatz erklärt diese Zusammenhänge anhand der gemeinsamen Eigenschaften dieser Krankheitsbilder:
- Hohe Sensitivität: Betroffene nehmen viele Details in ihrer Umgebung wahr, was zu einer „breiten Aufmerksamkeit“ führt und sie leicht ablenkbar macht.
- Starke Impulsivität: Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren, was zu Konflikten im sozialen Umfeld führen kann.
Diese genetisch vererbten Eigenschaften machen Menschen mit ADHS/ADS anfälliger für Verletzungen und Konflikte, was wiederum zu psychischem Stress und der Entwicklung weiterer psychischer Erkrankungen führen kann.
Zusammenfassend:
Die Quellen deuten darauf hin, dass es einen genetischen Zusammenhang zwischen ADHS/ADS und anderen psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression, bipolaren Störungen und Autismus-Spektrum-Störungen gibt. Die gemeinsame genetische Grundlage könnte die erhöhte Sensitivität und Impulsivität sein, die bei allen diesen Krankheitsbildern beobachtet werden kann.
https://ganglion.ch/pdf/Zeitungsartikel_ADHS_ADS_8.4.2023.m4a.pdf