Dr.med. Ursula Davatz‘ Ausführungen beleuchten die enge Verbindung zwischen psychischem Wohlbefinden, Berufswahl und körperlicher Gesundheit. Sie argumentiert, dass echte Gesundheit weit über die blosse Abwesenheit von Krankheit hinausgeht. Stattdessen umfasst sie ein ganzheitliches Konzept, das Zufriedenheit, Sinnfindung und die Verwirklichung des eigenen Potenzials mit einschliesst.
Der Einfluss des „richtigen Fokus“ auf die Gesundheit:
Einen zentralen Faktor für Gesundheit sieht Dr. Davatz im „richtigen Fokus“, also in der Leidenschaft für eine Tätigkeit, die den eigenen Interessen und Begabungen entspricht. Wenn Menschen ihren Fokus im Beruf oder im Leben allgemein gefunden haben, sind sie intrinsisch motiviert und erleben tiefe Zufriedenheit. Diese innere Ausgeglichenheit stärkt das Immunsystem und schützt vor stressbedingten Erkrankungen.
Dr. Davatz betont den Unterschied zwischen „Eudaimonic Happiness“ und „Hedonic Happiness“. Eudaimonic Happiness, die Freude an dem, was man tut, hat einen positiven Effekt auf die Gesundheit, während Hedonic Happiness, die auf kurzfristigem Vergnügen und äusseren Belohnungen basiert, keinen solchen Effekt hat.
Negative Auswirkungen des „falschen Fokus“:
Umgekehrt kann ein „falscher Fokus“, der durch gesellschaftlichen Druck oder fremde Erwartungen entsteht, zu Stress, Frustration und Überforderung führen. Menschen, die in einem Beruf gefangen sind, der nicht ihren Neigungen entspricht, opfern ihre Gesundheit für materielle Ziele oder den Wunsch nach Anerkennung. Das kann zu Burnout, Depressionen und anderen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen führen.
Dr.med. Ursula Davatz vergleicht Depression mit einer „Verliererkrankheit“, die entsteht, wenn man sich selbst und seine Bedürfnisse im Streben nach unerreichbaren Zielen verliert. Sie plädiert dafür, Depression als Chance zur Selbstfindung und zum „Reset“ zu sehen, um den eigenen Fokus neu auszurichten und ein gesünderes Leben zu führen.
Wie kann man Gesundheit fördern?
Dr.med. Ursula Davatz gibt konkrete Empfehlungen, wie man die eigene Gesundheit fördern kann:
- Den eigenen Fokus finden: Investieren Sie Zeit und Energie, um Ihre Interessen, Talente und Werte zu erkunden. Wählen Sie einen Beruf oder gestalten Sie Ihr Leben so, dass es Ihrem Fokus entspricht.
- Auf die innere Stimme hören: Lassen Sie sich nicht von äusserem Druck leiten, sondern folgen Sie Ihren eigenen Bedürfnissen. Lernen Sie „Nein“ zu sagen, wenn Sie an Ihre Grenzen stossen.
- Achtsamkeit und Selbstfürsorge: Achten Sie auf Ihre körperlichen und emotionalen Bedürfnisse. Nehmen Sie sich Zeit für Entspannung, Bewegung und gesunde Ernährung. Lernen Sie, Warnsignale Ihres Körpers zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren.
- Beziehungen pflegen: Investieren Sie in echte, zwischenmenschliche Beziehungen. Verbringen Sie Zeit mit Menschen, die Ihnen guttun. Digitale Medien können zwar hilfreich sein, sollten aber persönliche Interaktion nicht ersetzen.
- Sinn finden: Engagieren Sie sich für etwas, das Ihnen wichtig ist und Ihnen Sinn gibt. Das kann ein Hobby, eine ehrenamtliche Tätigkeit oder ein soziales Projekt sein.
Gesundheit als gesellschaftliche Aufgabe:
Dr.med. Ursula Davatz sieht Gesundheit nicht nur als individuelle Verantwortung, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe. Sie kritisiert den Leistungsdruck und die Oberflächlichkeit der heutigen Gesellschaft, die Menschen dazu drängt, ihre Gesundheit für materielle Ziele zu opfern. Sie fordert ein Umdenken in Politik, Wirtschaft und Arbeitswelt, um ein Umfeld zu schaffen, das Gesundheit und Wohlbefinden fördert.
Zusammenfassung:
Gesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist ein Zustand des Wohlbefindens, der auf der Verwirklichung des eigenen Potenzials, sinnvollen Tätigkeiten und gesunden Beziehungen basiert. Indem wir unseren Fokus finden, auf unsere Bedürfnisse achten und ein ausgeglichenes Leben führen, können wir unsere Gesundheit nachhaltig fördern.