Die Quellen betonen, dass impulsives Verhalten bei Menschen mit ADHS/ADS reflexgesteuert ist und nicht einfach durch kognitive Kontrolle unterdrückt werden kann. Es ist wichtig, diese Tatsache zu verstehen, um adäquat mit impulsiven Ausbrüchen umzugehen.

Anstatt mit Gegenimpulsivität zu reagieren, was die Situation nur verschlimmern würde, sollte man sich zuerst selbst beruhigen und in einen Zustand niedriger Erregung (Low Arousal State) versetzen. Erst dann sollte man mit der Person interagieren.

Dr.med. Ursula Davatz rät von Befehlen und dem Wort „Nein“ ab, da diese als Übergriff auf die Persönlichkeitssphäre empfunden werden. Stattdessen sollten Zusammenarbeit und intrinsische Motivation gefördert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vermeidung von Beschämung. Beschämung führt zu Aversionsverhalten und verhindert positive Entwicklung. Stattdessen sollten Sensibilität und Verletzungen validiert werden, bevor man nach Lösungen sucht.

Eltern von ADHS/ADS Kindern sollten nicht zu schnell in Streitsituationen eingreifen, damit die Kinder lernen, sich selbst zu behaupten. Nur bei drohender Eskalation sollte man als Mediator eingreifen, ohne Täter- und Opferrollen zuzuweisen. Stattdessen sollte man das Problem aus beiden Perspektiven beleuchten und die Kinder in die Lösungsfindung einbeziehen.

https://ganglion.ch/pdf/50_Jahre_ADHS_ADS_6.12.2024.m4a.pdf