Der Begriff „Systemischer Overload“ wird in den Quellen, insbesondere im Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, verwendet, um den Zustand der Überlastung zu beschreiben, der bei hochsensiblen Menschen auftreten kann, wenn sie mit zu vielen Reizen konfrontiert werden.
- Ursachen: Die intensive und detaillierte Wahrnehmung der Umgebung führt dazu, dass hochsensible Menschen Reize stärker verarbeiten als der Durchschnitt.
- Dies betrifft alle Sinne, einschliesslich der emotionalen Wahrnehmung.
- Die ständige Reizverarbeitung kann das System schnell überlasten und zu einem „Systemischen Overload“ führen.
- Symptome:
- Rückzug: Die Betroffenen ziehen sich zurück, um sich vor der Reizüberflutung zu schützen.
- Dies kann sich in vermindertem Augenkontakt, sozialem Rückzug oder sogar autistischem Verhalten äussern.
- Aggression: Wenn der Rückzug nicht möglich ist oder die Überlastung zu gross wird, kann es zu aggressivem Verhalten kommen.
- Dies dient als Schutzmechanismus, um sich vor weiteren Reizen abzuschirmen.
- Rückzug: Die Betroffenen ziehen sich zurück, um sich vor der Reizüberflutung zu schützen.
- Bedeutung: „Systemischer Overload“ ist ein wichtiges Warnsignal, dass die betroffene Person überfordert ist und Schutz benötigt.
- Es ist keine böswillige Absicht, sondern eine natürliche Reaktion auf eine Überforderung des Systems.
- Umgang:
- Reizreduktion: Das Umfeld sollte versuchen, die Reize für die betroffene Person zu reduzieren.
- Dies kann durch eine ruhige Umgebung, klare Strukturen und vorhersehbare Abläufe geschehen.
- Verständnis: Es ist wichtig, dass das Umfeld die Hochsensibilität und den „Systemischen Overload“ versteht und die betroffene Person nicht für ihr Verhalten verurteilt.
- Kommunikation: Offene Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse und Grenzen kann helfen, Überlastung zu vermeiden.
- Unterstützung: Die betroffene Person sollte in ihren Bewältigungsstrategien unterstützt werden.
- Dies kann durch Entspannungstechniken, therapeutische Begleitung oder andere Massnahmen geschehen.
- Reizreduktion: Das Umfeld sollte versuchen, die Reize für die betroffene Person zu reduzieren.
Systemischer Overload im Kontext von ADHS und ADS:
Dr. Davatz erwähnt in ihrem Vortrag, dass sie hochsensible Menschen oft unter ADS kategorisiert.
- Gemeinsamkeiten: Sowohl bei ADHS als auch bei ADS spielt die Hochsensibilität eine grosse Rolle.
- Betroffene reagieren empfindlicher auf Reize und können leichter überfordert werden.
- Unterschiede: Die Reaktion auf den „Systemischen Overload“ unterscheidet sich jedoch:
- ADHS: Betroffene reagieren eher mit nach aussen gerichteter Aggression.
- ADS: Betroffene reagieren eher mit Rückzug nach innen.
Zusammenfassend ist der „Systemische Overload“ ein wichtiger Aspekt der Hochsensibilität, der sowohl für die betroffene Person als auch für ihr Umfeld eine grosse Herausforderung darstellt. Verständnis, Reizreduktion und eine unterstützende Umgebung sind entscheidend, um mit dieser Überlastung umgehen zu können.