Suchtursachen sind vielfältig und können sowohl individuelle als auch soziale Faktoren umfassen. Die Quellen beschreiben mehrere soziale Ursachen, die zur Entwicklung von Suchtverhalten beitragen können:

  • Überforderung in der Kleinfamilie: Die heutige Kleinfamilie kann zu einer Überlastung der Mutter führen. Die Mutter ist oft die Hauptbezugsperson für die Kinder und ist daher sehr stark eingebunden. Diese Situation kann zu Stress und Überforderung führen, sowohl bei der Mutter als auch bei den Kindern. Die Kinder können dann durch Suchtverhalten versuchen, dieser Belastung zu entkommen.
    • Die Überlastung der Familie kann sich auch durch Geldprobleme oder andere Schwierigkeiten am Arbeitsplatz äussern.
    • Wenn Eltern überlastet sind oder nicht mehr wissen, wie sie mit einer Situation umgehen sollen, kann es dazu kommen, dass Kinder diese Überlastung mitbekommen und diese wiederum in Suchtverhalten flüchten.
    • Die Quellen beschreiben, dass durch diese Überlastungssituation eine Art Teufelskreis entstehen kann, der Suchtverhalten fördert.
  • Leistungsdruck und Konkurrenzkampf: Die Gesellschaft ist durch einen allgemeinen Leistungsdruck geprägt, der sich im Bildungs- und Berufsleben zeigt. Der Zwang zu schnellen Erfolgen und die Angst vor dem Scheitern können zu Stress und Frustration führen. Dieser Druck kann dazu führen, dass Jugendliche Suchtmittel als Flucht vor dem Leistungsdruck suchen. Es wird beschrieben, dass Schüler und Studenten unter dem Druck stehen, in den Auswahlverfahren des Schulsystems erfolgreich zu sein und immer höhere Leistungen zu erbringen, was ebenfalls zur Suchtentwicklung beitragen kann.
    • Die Wertvorstellung, möglichst schnell Erfolge erzielen zu müssen, führt zu einer Abwendung von Prozessen, die Zeit und Geduld erfordern.
    • Auch der Wettbewerb unter den Schülern erhöht den Druck, was zu Unzufriedenheit und Frustration führen kann.
  • Sensationsmache der Massenmedien: Die ständige Reizüberflutung durch Medien wie Fernsehen, Radio und Internet kann ebenfalls zu Suchtverhalten beitragen. Die Massenmedien vermitteln eine Welt, in der schnelle Befriedigung und exzessiver Genuss als erstrebenswert dargestellt werden, was wiederum die Entwicklung von Suchtverhalten begünstigen kann.
    • Die Medien tragen zur Verherrlichung von Drogen bei.
    • Durch den ständigen Konsum von Informationen, insbesondere von sensationellen Nachrichten, kann es zu einem anhaltenden Gefühl von Unruhe und Stress kommen, was den Wunsch nach Entspannung und Ablenkung verstärkt und Suchtverhalten begünstigen kann.

Zusätzlich zu diesen direkten sozialen Ursachen beschreiben die Quellen auch, dass die Sucht als „ansteckende Krankheit“ betrachtet werden kann. Durch den Gruppendruck und die Beobachtung von Suchtverhalten bei Freunden und Kollegen kann die Wahrscheinlichkeit steigen, dass auch andere Personen ein Suchtproblem entwickeln. Diese „Ansteckungsgefahr“ wird durch die leichte Verfügbarkeit von Suchtmitteln und die unkritische Haltung gegenüber Drogen in der Gesellschaft verstärkt. Die Quellen betonen, dass die Sucht nicht nur als individuelles Problem, sondern auch als gesellschaftliches Problem betrachtet werden muss, um wirksame Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Auszug aus dem Buch