Dr. Davatz betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in verschiedenen Kontexten. Sie erachtet es als wichtig, dass der Nachwuchs lernt, sich durchzusetzen, sich anzupassen und vor allen Dingen zu kooperieren. In einer multikulturellen Gesellschaft wie der Schweiz, in der verschiedene Erziehungsmodi aufeinandertreffen, ist Zusammenarbeit entscheidend; diese Modi können sich entweder ergänzen oder bekämpfen. Dr. Davatz sieht die Zukunft in einer kombinierten Arbeitsweise zwischen Frau und Mann, weder in einem Matriarchat noch in einem Patriarchat, sondern in etwas, wo zusammengearbeitet wird. Auch im Umgang mit globalen Herausforderungen wie CO2 ist Zusammenarbeit notwendig.
Sie unterstreicht, dass Unterschiede klar zum Ausdruck kommen müssen, damit Kinder lernen können, dass verschiedene Perspektiven existieren und je nach Situation unterschiedliche Haltungen besser sein können. Je mehr man sich mit Unterschieden auseinandersetzt, umso mehr lernt man voneinander. Dr. Davatz spricht sich für eine Zusammenarbeit zwischen Frauen und Männern und einem Lernen voneinander aus. Sie betont, dass man immer zusammenarbeiten muss.
Im schulischen Kontext ist es wichtig, nicht nur individuelle Leistung zu bewerten, sondern auch das Lernen zu kooperieren und zusammenzuarbeiten zu fördern. Dr. Davatz weist darauf hin, dass ein System nur so gut funktioniert wie sein schwächstes Mitglied und dass das krank werden innerhalb eines Familiensystems ein Alarmzeichen für die ganze Familie ist, was eine gemeinsame Betrachtung und Veränderung des Systems erfordert. Sie plädiert für eine bessere Koordination zwischen verschiedenen medizinischen Disziplinen, da der Mensch und das Gehirn ganzheitlich arbeiten.
Dr. Davatz sieht auch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen. Diese sollen sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen und den Unterschied sehen und akzeptieren. In Bezug auf Mobbing betont sie, dass der Fokus auf dem Gruppenprozess liegen muss und nicht auf einzelnen Tätern oder Opfern, was eine gemeinsame Bearbeitung erfordert. Sie unterstreicht die Verantwortung jedes Einzelnen in der Gesellschaft, auch in der Nachbarschaft, bei der Thematik Mobbing.
Hinsichtlich Konflikte stellt Dr. Davatz fest, dass diese in multikulturellen Gesellschaften durch verschiedene Erziehungsmodi entstehen können, die miteinander kämpfen. Sie beobachtet stumme, unterdrückte Machtkämpfe in Familien und sieht, wie These und Antithese oft in Kämpfen enden, anstatt in einer Synthese. In Ehestreitigkeiten und erzieherischen Machtkämpfen will jeder Recht haben, was dem Kind schadet. Auch verschiedene Wertesysteme unterschiedlicher Kulturen können zu Streitigkeiten führen.
Dr. Davatz betont, dass es wichtig ist, Unterschiede zu sehen, ohne zu kämpfen. Sie kritisiert das moralische Verurteilen und plädiert für ein Optimieren und die Förderung individueller Wertvorstellungen. Bei Konflikten unter Kindern, wie dem Geschlechterkampf zwischen Mädchen und Buben, sieht sie das oft angewandte Entschuldigungsverfahren in der Schule als wenig hilfreich, da seelische Prozesse Zeit brauchen. Sie betont die Notwendigkeit einer sorgfältigeren Konfliktbewältigung, bei der es nicht um Wissen oder gewaltfreie Kommunikation geht, sondern darum, die Verletzung desjenigen zu sehen, der aggressiv geworden ist. Verletzung geht der Aggression immer voraus.
Dr. Davatz beobachtet, dass in Auseinandersetzungen oft ein Kampf um das Recht entsteht. Sie rät Ehepaaren, nicht kämpfen und Recht haben zu wollen, sondern den Unterschied zu sehen. Eltern müssten nicht immer am gleichen Strick ziehen, da dies Kinder „erwürgen“ könne; stattdessen sollen Unterschiede klar zum Ausdruck kommen.
Im Kontext von Mobbing sieht Dr. Davatz dies als eine Dysfunktion, bei der der Fokus auf eine Person gerichtet wird. Sie betont, dass es wichtig ist, den Gruppenprozess zu betrachten und mit allen umzugehen, da es kein reines Täter-Opfer-Verhältnis gibt. Der Umgang mit Ungleichheiten, die stören, ist ein wichtiger Aspekt des sozialen Lernens, das heute nicht genügend gefördert wird.
Dr. Davatz unterstreicht, dass es in Konfliktsituationen wichtig ist, sich einander anzunähern, zu dezentrieren und herauszufinden, wie andere etwas sehen. Bei der Konfliktbewältigung geht es darum, die eigenen Emotionen sorgfältig zu behandeln, die eigenen Bedürfnisse zu äussern und die Bedürfnisse des Anderen besser zu verstehen. Sie betont die Bedeutung von Validierung in Konfliktsituationen, insbesondere mit Jugendlichen und in der Familientherapie.
Zusammenfassend betont Dr. Davatz die essenzielle Rolle von Zusammenarbeit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und die Notwendigkeit, Konflikte sorgfältig zu analysieren und auf einer tieferen, emotionalen Ebene zu lösen, anstatt auf Konfrontation und dem Beharren auf dem eigenen Recht zu verharren. Der Fokus sollte auf dem Verständnis von Unterschieden, dem sozialen Lernen und der gemeinsamen Lösungsfindung liegen.
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