Dr.med. Ursula Davatz beschreibt in ihrem Vortrag verschiedene körperliche Auswirkungen, die im Zusammenhang mit Kränkungen auftreten können. Sie erklärt diese anhand ihres Modells des dreieinigen Gehirns, welches besagt, dass Kränkungen zunächst im limbischen System, dem emotionalen Zentrum des Gehirns, verarbeitet werden und dort eine Dysbalance hervorrufen.
Werden die dabei entstehenden Emotionen nicht bewusst wahrgenommen und verarbeitet, können sie ins Stammhirn, welches für die Steuerung der vegetativen Funktionen zuständig ist, abgedrängt werden.
Dies kann zu folgenden körperlichen Symptomen und Krankheiten führen:
- Gallensteine: Dr. Davatz sieht einen direkten Zusammenhang zwischen chronischer Verbitterung, also unterdrückter Wut, und der Entstehung von Gallensteinen. Sie erklärt, dass die Galle eigentlich emotionale Konflikte „verdauen“ sollte, dies aber nicht im Bauch, sondern im Kopf geschieht. Die ständige Ausschüttung von Galle ohne körperliche Verdauungsarbeit führt zur Bildung von Gallensteinen.
- Verspannungen im Muskel-Skelett-System: Unausgedrückte Wut, die näher an der Handlung liegt und nicht so tief unterdrückt wird wie bei der Verbitterung, kann sich in Muskelverspannungen äußern.
- Hoher Blutdruck: Dr. Davatz erwähnt, dass hoher Blutdruck bei Menschen entstehen kann, die ehrgeizig sind, aber immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Die genaue emotionale Konstitution bei hohem Blutdruck muss jedoch fallweise untersucht werden.
- Hirnschlag: Auch bei einem Hirnschlag kann unterdrückte Wut, die nicht so stark unterdrückt wird wie bei Gallensteinen, eine Rolle spielen.
- Schwächung des Immunsystems: Das limbische System ist mit der Hypophyse verbunden, die wiederum das Hormonsystem steuert. Chronischer Stress und die damit verbundene Dysbalance im limbischen System können das Hormonsystem und das Immunsystem schwächen und zu verschiedenen körperlichen Erkrankungen führen.
- Erschöpfung der Nebennierenrinde: Die dauerhafte Ausschüttung von Stresshormonen wie Kortison kann zu einer Erschöpfung der Nebennierenrinde führen und die körperliche Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen.
Dr. Davatz betont, dass die Art der körperlichen Reaktion auf eine Kränkung von der individuellen Prägung und den genetischen Veranlagungen eines Menschen abhängt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Davatz einen klaren Zusammenhang zwischen unterdrückten Emotionen, insbesondere Wut, und der Entstehung von körperlichen Beschwerden und Krankheiten sieht. Sie plädiert dafür, Kränkungen und die damit verbundenen Emotionen bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten, um negative Folgen für die körperliche Gesundheit zu vermeiden.