Bei ADHS/ADS ist es entscheidend, von standardisierten Lösungen Abstand zu nehmen und stattdessen individuelle Ansätze zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse und Stärken der jeweiligen Person zugeschnitten sind.
Die Quellen betonen, dass die Normierung bei neurodivergenten Menschen nicht funktioniert. Anstatt zu versuchen, sie in vorgegebene Muster zu pressen, sollte man gemeinsam mit ihnen nach Problemlösungen suchen, die ihren individuellen Bedürfnissen gerecht werden.
Einige wichtige Punkte, die dabei beachtet werden sollten:
- Beziehung aufbauen: Eine vertrauensvolle Beziehung ist die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Lehrer, Therapeuten und Eltern müssen eine Verbindung zu der Person mit ADHS/ADS aufbauen, um ihre Bedürfnisse und Herausforderungen verstehen zu können.
- Intrinsische Motivation fördern: ADHS/ADSler funktionieren am besten, wenn sie intrinsisch motiviert sind. Anstatt Befehle zu erteilen oder Druck auszuüben, sollte man versuchen, ihr Interesse zu wecken und ihnen die Möglichkeit geben, selbstbestimmt zu handeln.
- Kreativität nutzen: ADHS/ADS ist oft mit einer hohen Kreativität verbunden. Diese Stärke sollte man nutzen, um gemeinsam innovative Lösungen zu finden. Anstatt starre Regeln vorzugeben, kann man die Person mit ADHS/ADS ermutigen, eigene Ideen einzubringen und aktiv an der Problemlösung teilzunehmen.
- Zeit und Geduld: Individuelle Lösungen zu finden, braucht Zeit und Geduld. Man sollte sich nicht unter Druck setzen lassen, schnelle Ergebnisse zu erzielen, sondern der Person mit ADHS/ADS den Raum geben, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln.
Dr.med. Ursula Davatz betont, dass der Therapeut in diesem Prozess die Rolle eines Coaches oder Wegbegleiters einnimmt. Er unterstützt die Person dabei, ihre eigenen Stärken zu erkennen, ihre Herausforderungen zu meistern und ihren individuellen Weg zu finden.
Im Umgang mit impulsiven Ausbrüchen ist es wichtig, ruhig zu bleiben und nicht mit Gegenimpulsivität zu reagieren. Stattdessen sollte man versuchen, die Situation zu deeskalieren und der Person helfen, sich selbst zu regulieren.
Eltern von ADHS/ADS Kindern sollten lernen, in Konfliktsituationen als Mediator zu agieren. Anstatt einzugreifen und Partei zu ergreifen, sollten sie den Kindern helfen, ihre eigenen Lösungen zu finden. Dabei ist es wichtig, die Perspektiven aller Beteiligten zu berücksichtigen und die Kinder in die Lösungsfindung einzubeziehen.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.