Wie können Schulen das soziale Lernen besser fördern?

Dr. med. Ursula Davatz spricht im vorliegenden Workshop einige Aspekte an, die Schulen berücksichtigen könnten, um das soziale Lernen von Kindern und Jugendlichen besser zu fördern.

  • Es ist wichtig, Sozialkompetenzen bereits im Kindergarten und in der Schule zu vermitteln. Dazu gehören Fähigkeiten wie Kooperation, Anpassungsfähigkeit und die Integration in die Gesellschaft.
  • Das Konzept der „Friedensbrücke„, das bereits im Kindergarten gelehrt wird, ist ein Beispiel für frühes soziales Lernen im Umgang mit Konflikten. Es ist entscheidend, Konflikte sorgfältiger zu betrachten und auf bilateraler Ebene zu bearbeiten, anstatt sie mit einer einfachen Entschuldigung abzutun.
  • Schulen könnten das System des „Peacemaker“ einführen, bei dem Kinder lernen, Konflikte untereinander zu schlichten und so Erfahrungen sammeln können. Dieses System und die „Friedensbrücke“ werden in einigen Schulen bereits ab dem Kindergarten angewendet.
  • Dr. Davatz betont, dass Kinder lernen müssen, zusammenzuarbeiten. Im Gegensatz zu individuellem Leistungsdruck und Wettbewerb sollte die Kooperation innerhalb des gesamten Kollektivs gefördert werden.
  • Mobbing sollte als Gruppenprozess betrachtet werden, der alle Gruppenmitglieder betrifft, nicht nur Täter und Opfer. Das soziale Lernen ist entscheidend, um Ungleichheiten zu bearbeiten, die zu Mobbing führen.
  • Lehrpersonen benötigen mehr Unterstützung und Begleitung in ihrer anspruchsvollen Arbeit. Es wäre hilfreich, wenn sie sich mit Kollegen oder Fachpersonen austauschen und frühzeitig Hilfe holen könnten. Das „Vier-Augen-Prinzip“ kann dabei unterstützen.
  • Anstatt sich nur auf das einzelne Kind zu konzentrieren, sollte das Umfeld unterstützt werden.
  • Neben dem IQ (intellektuelle Fähigkeit) sollte auch der EQ (emotionale Intelligenz) beachtet und gefördert werden.
  • Dr. Davatz erwähnt, dass beim Spielen mehr gelernt wird.
  • Es ist wichtig, eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen und die Gruppendynamik so gesteuert wird, dass alle ihren Platz finden. Wenn sich ein Kind in der Gruppe nicht wohlfühlt, kann es sich nicht entfalten.
  • Lehrpersonen sollten sich nicht scheuen, frühzeitig fachkompetente Hilfe zu suchen, bereits im Kindergarten.

Indem Schulen diesen Aspekten vermehrt Aufmerksamkeit schenken und entsprechende Programme und Interventionen implementieren, können sie das soziale Lernen von Kindern und Jugendlichen maßgeblich verbessern. Es ist wichtig, dass Regeln im Schulalltag mit Herz vertreten werden und der Fokus auf Austausch und Lösungen statt auf Täter und Opfer gelegt wird.

https://adhs.expert/wp-content/uploads/2025/04/immer-mehr-Psychiatrie-29.3.2025.m4a.pdf

Sitzordnung im Schulzimmer für ein Kind mit ADS: Flexibilität und Individualität

Die Quellen, insbesondere das Interview mit Dr. med. Ursula Davatz, betonen, dass es keine allgemeingültige, optimale Sitzordnung für ein Kind mit ADS gibt. Der beste Platz ist abhängig vom Kind, der jeweiligen Situation im Klassenzimmer und den Bedürfnissen des Kindes in diesem Moment.

One size fits all funktioniert nicht: Es ist wichtig, von starren Regeln und vorgefertigten Lösungen Abstand zu nehmen und stattdessen flexibel und individuell auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

Faktoren, die die Sitzordnung beeinflussen können:

  • Das Kind selbst: Jedes Kind ist anders. Manche Kinder mit ADS brauchen viel Ruhe und Abgeschiedenheit, um sich konzentrieren zu können, während andere die Nähe zu anderen Kindern suchen.
  • Die Klassensituation: Die Dynamik im Klassenzimmer spielt eine Rolle. Gibt es viel Unruhe, kann es sinnvoll sein, das Kind an einen ruhigeren Platz zu setzen.
  • Die Bedürfnisse des Kindes im Moment: Die Bedürfnisse des Kindes können sich im Laufe des Tages ändern. Es ist wichtig, sensibel für diese Veränderungen zu sein und die Sitzordnung gegebenenfalls anzupassen.

Mögliche Sitzordnungen:

  • In der Nähe der Lehrperson: Manche Kinder profitieren von der Nähe zur Lehrperson, da sie so direkter angesprochen werden können und leichter bei der Sache bleiben.
  • Am Rand des Klassenzimmers: Ein Platz am Rand kann einem Kind mit ADS helfen, sich besser zu fokussieren, da es weniger Ablenkungen durch andere Kinder gibt.
  • Mit dem Rücken zur Wand: Dies kann ebenfalls dazu beitragen, die Ablenkung zu minimieren. Dr. Davatz weist jedoch darauf hin, dass dies für einige Kinder als Bestrafung empfunden werden kann.
  • In einer separaten Ecke oder einem Nebenraum: Wenn das Kind eine Auszeit braucht, um sich zu beruhigen und zu sammeln, kann ein separater Platz im Klassenzimmer oder in einem Nebenraum hilfreich sein. Wichtig ist, dass dies nicht als Bestrafung, sondern als Situationsveränderung und Rückzugsmöglichkeit gesehen wird.

Das Kind in die Lösungsfindung einbeziehen:

Dr. Davatz empfiehlt, das Kind aktiv in die Entscheidung über die Sitzordnung einzubeziehen. Fragen Sie das Kind, wo es sich am besten konzentrieren kann und was es braucht, um gut zu lernen.

Kommunikation und Beziehungsgestaltung:

Unabhängig von der konkreten Sitzordnung ist es entscheidend, dass das Kind spürt, dass es von der Lehrperson gesehen, verstanden und akzeptiert wird. Die Beziehung zwischen Lehrperson und Kind ist wichtiger als jeder Platz im Klassenzimmer.

Fazit:

Die beste Sitzordnung für ein Kind mit ADS ist diejenige, die dem Kind hilft, sich wohlzufühlen, sich zu konzentrieren und am Unterricht teilzunehmen. Es gibt kein Patentrezept, sondern es gilt, flexibel, individuell und einfühlsam auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_und_Schule_6.12.2024.mp3.pdf

Lösungsansätze für ADHS/ADS in der Schule

Die Quellen bieten verschiedene Lösungsansätze für den Umgang mit ADHS/ADS in der Schule. Dr. med. Ursula Davatz betont die Wichtigkeit eines individuellen und verständnisvollen Ansatzes, der die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt und ihre Stärken fördert.

Verständnis und Akzeptanz:

  • Anstatt ADHS/ADS als Störung zu betrachten, sollte es als Neurotyp verstanden werden, der mit besonderen Stärken und Herausforderungen einhergeht.
  • Hochsensibilität und starke Reaktivität sind wichtige Merkmale von ADHS/ADS. Lehrpersonen müssen lernen, diese Reaktionen nicht persönlich zu nehmen, sondern das Kind in seiner Verletzlichkeit zu verstehen und zu validieren.

Individuelle Bedürfnisse erkennen und fördern:

  • Lehrpersonen sollten die individuellen Bedürfnisse der ADHS/ADS-Kinder erkennen und darauf eingehen. Dies kann bedeuten, ihnen Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, wenn sie überfordert sind.
  • Integration in den Unterricht: ADHS/ADS-Kinder sollten aktiv in den Unterricht eingebunden und ihre Fähigkeiten genutzt werden. Dies stärkt ihr Selbstvertrauen und fördert ihre Lernmotivation.
  • Klassenclowns: Kindern, die als Klassenclowns auftreten, sollte man Aufgaben geben, die ihre Stärken nutzen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich positiv in die Klassengemeinschaft einzubringen.

Beziehungsarbeit und positive Verstärkung:

  • Beziehungsgestaltung: Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrperson und Kind ist essentiell. Das Kind muss das Gefühl haben, dass es ernst genommen und verstanden wird.
  • Positive Verstärkung: Anstelle von Bestrafung sollte positives Verhalten hervorgehoben und belohnt werden. Bestrafung kann den natürlichen Lerninstinkt der Kinder hemmen und zu negativen Verhaltensmustern führen.

Unterstützung für Lehrpersonen:

  • Ausbildung und Fortbildung: ADHS/ADS sollte bereits in der Ausbildung von Lehrpersonen thematisiert werden. Fortbildungen und Supervision können Lehrpersonen im Umgang mit ADHS/ADS-Kindern unterstützen.
  • Teamteaching: Der Einsatz von zwei Lehrpersonen im Klassenzimmer kann die individuelle Betreuung der Kinder verbessern und die Lehrpersonen entlasten.
  • Schulberater: An jeder Schule sollte es eine Ansprechperson geben, die Lehrpersonen im Umgang mit ADHS/ADS berät und unterstützt.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit:

  • Flexible Unterrichtsgestaltung: Lehrpersonen sollten flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren und zwischen verschiedenen Unterrichtsformen und -methoden wechseln können.
  • Unterschiedliche Lernumgebungen: Neben dem klassischen Frontalunterricht sollten auch andere Lernumgebungen angeboten werden, die den Bedürfnissen von ADHS/ADS-Kindern entsprechen, z.B. ruhige Ecken im Klassenzimmer oder die Möglichkeit, im Schulgarten zu arbeiten.

Zusätzliche Punkte:

  • Elternarbeit: Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig, um die Kinder optimal zu unterstützen. Eltern sollten über ADHS/ADS aufgeklärt und in die Lösungsfindung einbezogen werden.
  • Indigo-Kinder: Der Begriff „Indigo-Kinder“ wurde in den 1980er und 1990er Jahren verwendet, um Kinder mit besonderen Fähigkeiten und einem ausgeprägten kreativen Potenzial zu beschreiben. Dr. Davatz sieht in ADHS/ADS-Kindern ein ähnliches Potenzial und plädiert dafür, ihre Kreativität und ihren „Suchinstinkt“ zu fördern.

Zusammenfassung:

Der Umgang mit ADHS/ADS in der Schule erfordert ein Umdenken und neue Lösungsansätze. Statt die Kinder zu pathologisieren, sollten ihre Stärken und ihr kreatives Potenzial gefördert werden. Durch eine entsprechende Ausbildung, Unterstützung und den Einsatz geeigneter pädagogischer Methoden kann die Schule zu einem Ort werden, an dem ADHS/ADS-Kinder sich wohlfühlen und ihre Talente entfalten können.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_und_Schule_6.12.2024.mp3.pdf

ADHS/ADS und Schule: Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Quellen beleuchten die Herausforderungen und Chancen, die sich im Zusammenhang mit ADHS/ADS in der Schule ergeben. Dr. med. Ursula Davatz, eine erfahrene Psychiaterin und ADHS/ADS-Expertin, betont im Gespräch mit dem Schulberater Sammy Frey, dass ADHS/ADS kein Störungsbild, sondern ein Neurotyp ist, der durch eine hohe Sensibilität und Reaktivität gekennzeichnet ist. Diese Kinder nehmen mehr wahr als andere und reagieren intensiver auf Reize, was zu Überforderung (System Overload) führen kann.

Herausforderungen für Lehrpersonen:

  • Umgang mit hoher Sensibilität und Reaktivität: ADHS/ADS-Kinder reagieren oft aggressiv oder hyperaktiv, wenn sie sich verletzt fühlen. Lehrpersonen müssen lernen, diese Reaktionen nicht persönlich zu nehmen, sondern als Schutzmechanismus zu verstehen.
  • Individuelle Bedürfnisse erkennen: Lehrpersonen stehen vor der Herausforderung, die individuellen Bedürfnisse der ADHS/ADS-Kinder zu erkennen und darauf einzugehen. Sie müssen lernen, wann ein Kind Ruhe und Rückzug braucht und wann es in die Gruppe integriert werden möchte.
  • Klassenclowns einbinden: Kinder, die als Klassenclowns auftreten, suchen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Indem man ihnen Aufgaben gibt, die ihre Stärken nutzen, kann man sie positiv in den Unterricht einbinden.
  • Umgang mit ungeschicktem Kontaktverhalten: ADHS/ADS-Kinder haben oft Schwierigkeiten, angemessen Kontakt zu anderen Kindern aufzunehmen. Lehrpersonen sollten sie dabei unterstützen und ihnen alternative Verhaltensweisen aufzeigen.

Lösungsansätze und Empfehlungen:

  • Frühe Sensibilisierung und Ausbildung: ADHS/ADS sollte bereits in der Ausbildung von Lehrpersonen thematisiert werden. Sie brauchen Wissen über den Neurotyp und Strategien für den Umgang mit den Kindern in der Praxis.
  • Unterstützung und Supervision: Lehrpersonen brauchen mehr Unterstützung im Umgang mit ADHS/ADS-Kindern. Supervision, Austausch mit Kollegen und Beratung durch Experten können ihnen helfen, die Herausforderungen zu meistern.
  • Positive Verstärkung statt Bestrafung: Bestrafung ist keine effektive Erziehungsmethode und kann den natürlichen Lerninstinkt der Kinder hemmen. Positive Verstärkung und das Hervorheben von Stärken sind vielversprechender.
  • Integration der Schüler: Die individuellen Fähigkeiten der Schüler sollten im Unterricht genutzt werden. Indem man ihnen Aufgaben und Verantwortung gibt, fühlen sie sich wertgeschätzt und integriert.
  • Flexibilität im Unterricht: Die Lehrperson sollte in ihrer Rolle flexibel sein und zwischen verschiedenen Führungsstilen wechseln können. Mal kann es autoritär sein, mal individuell und kreativ.
  • Teamteaching: Um den Herausforderungen gerecht zu werden, sollten zwei Lehrpersonen im Klassenzimmer eingesetzt werden.

Zusätzliche Punkte:

  • Dr. Davatz vergleicht den Lehrer mit einem Dompteur, der die unterschiedlichen Charaktere in seiner Klasse im Blick haben muss.
  • Sie plädiert für mehr Verständnis und Akzeptanz gegenüber ADHS/ADS. Statt die Kinder zu pathologisieren, sollten ihre Stärken und ihr kreatives Potenzial gefördert werden.
  • Sie betont die Bedeutung der Beziehungsgestaltung. Nur durch eine vertrauensvolle Beziehung können Lehrpersonen die Kinder erreichen und ihnen helfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Integration von Kindern mit ADHS/ADS in die Schule stellt Lehrpersonen vor grosse Herausforderungen. Durch eine entsprechende Ausbildung, Unterstützung und den Einsatz geeigneter pädagogischer Methoden können diese Herausforderungen gemeistert werden. Wichtig ist, dass ADHS/ADS nicht als Störung, sondern als Neurotyp verstanden wird, der mit besonderen Bedürfnissen und Potenzialen einhergeht.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_und_Schule_6.12.2024.mp3.pdf

Das komplexe Zusammenspiel: Kind, Eltern und Schule

Die Quellen betonen die Wichtigkeit des sozialen Umfelds für die gesunde Entwicklung eines Kindes und beleuchten das komplexe Zusammenspiel zwischen Kind, Eltern und Schule. Dabei wird deutlich, dass alle drei Akteure zwar das Wohl des Kindes anstreben, ihre Perspektiven und Prioritäten jedoch oft zu Konflikten führen.

  • Die Schule sieht sich primär für die intellektuelle und soziale Entwicklung des Kindes zuständig. Das emotionale Wohlbefinden spielt zwar auch eine Rolle, steht aber nicht im Vordergrund.
  • Die Eltern sind in erster Linie an der sozialen und emotionalen Gesundheit ihres Kindes interessiert. Oftmals sind sie sehr ehrgeizig und setzen das Kind unter Druck, gute Schulleistungen zu erzielen.
  • Das Kind befindet sich in diesem Spannungsfeld und kann unter den Konflikten zwischen Eltern und Schule leiden.

Besonders problematisch wird die Situation, wenn ein Kind spezielle Bedürfnisse hat, wie z.B. ADHS. In solchen Fällen ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern besonders wichtig, um das Kind optimal zu fördern und zu unterstützen. Leider zeigt die Erfahrung, dass diese Zusammenarbeit oft nicht reibungslos funktioniert.

  • Eltern fühlen sich von Lehrern nicht ernst genommen und haben den Eindruck, dass ihre Anliegen nicht gehört werden.
  • Lehrer hingegen fühlen sich von Eltern oft unter Druck gesetzt und kritisiert. Sie sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Bedürfnisse des Einzelkindes mit den Anforderungen der gesamten Klasse in Einklang zu bringen.

Die Quellen zeigen deutlich, dass Konflikte zwischen Eltern und Schule negative Auswirkungen auf das Kind haben. Es kann sich abgelehnt, ausgeschlossen und gemobbt fühlen, was zu Schulverweigerung, psychischen Problemen und im schlimmsten Fall sogar zu Kindeswohlgefährdung führen kann.

Erziehungsmediation wird als ein vielversprechender Ansatz vorgestellt, um diese Konflikte zu lösen und ein positives Umfeld für das Kind zu schaffen. Dabei handelt es sich um einen systemischen Ansatz, der das Kind in seinem gesamten sozialen Umfeld betrachtet und alle Beteiligten in die Lösungssuche einbezieht. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Eltern und Schule zu verbessern, Missverständnisse zu klären und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.

Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Prävention. Frühzeitiges Eingreifen kann dazu beitragen, dass Konflikte gar nicht erst eskalieren und Kinder die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um sich gesund zu entwickeln. Hierbei kommt Lehrern, Erziehern und Eltern eine wichtige Rolle zu: Sie sollten in der Lage sein, Probleme frühzeitig zu erkennen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die HOTA wird in den Quellen als ein Beispiel für eine Organisation genannt, die Erziehungsmediation anbietet. Sie arbeitet eng mit Familien und Schulen zusammen, um systemische Veränderungen zu bewirken und so das Wohl des Kindes zu sichern.

https://ganglion.ch/pdf/Erziehungsmediation_Kind_Eltern_Schule-lang.pdf

ADHS und Schule: Ein Spannungsfeld

Die Beziehung zwischen ADHS und Schule ist komplex und oft von Herausforderungen geprägt. Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, beleuchten diese Problematik aus verschiedenen Perspektiven.

Das traditionelle Schulsystem als ungünstiges Umfeld für ADHS-Kinder:

Unser heutiges Schulsystem, mit seiner Betonung auf Ruhe, Konzentration und Gehorsam, ist für viele Kinder mit ADHS eine schwierige Umgebung. Dr. Davatz veranschaulicht dies mit dem Bild des Pferdes, dem Scheuklappen angelegt werden, um seine Aufmerksamkeit zu bündeln. Kinder mit ADHS hingegen zeichnen sich durch eine breite Aufmerksamkeit aus und sind schnell abgelenkt, wenn der Unterricht nicht ihren Interessen entspricht. Dadurch entstehen Konflikte mit Lehrern, die die natürliche Neugier und den Wissensdurst dieser Kinder oft fehlinterpretieren.

Individuelle Bedürfnisse vs. Kollektive Erziehung:

Der Lehrplan 21, der eigentlich eine individualisierte Förderung jedes Kindes anstrebt, erweist sich in der Praxis als schwierig umzusetzen. Viele Lehrpersonen sind mit der Herausforderung, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler einzugehen, überfordert. Der Versuch, Kinder mit ADHS in ein kollektives Erziehungssystem zu integrieren, führt häufig zu Frustration und Misserfolgen.

Alternative Schulmodelle und -ansätze:

Dr. Davatz erwähnt „Inseln“ oder „Islands of Development“ als einen vielversprechenden Ansatz. Dabei handelt es sich um spezielle Räume oder Klassen, in denen Kinder mit ADHS individuell und ihren Bedürfnissen entsprechend gefördert werden können. Solche Inseln ermöglichen es den Kindern, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln, ohne dem Druck des traditionellen Unterrichts ausgesetzt zu sein.

Die Rolle der Eltern in der Schulbegleitung:

Eltern spielen eine wichtige Rolle in der Unterstützung ihrer Kinder mit ADHS im schulischen Kontext. Dr. Davatz betont die Wichtigkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen. Statt Konfrontation und Schuldzuweisungen sollte das gemeinsame Ziel im Vordergrund stehen, dem Kind optimale Lernbedingungen zu schaffen.

Konkret empfiehlt Dr. Davatz folgende Vorgehensweise:

  • Offene Kommunikation: Eltern sollten den Lehrpersonen die besonderen Bedürfnisse ihres Kindes mit ADHS erläutern und ihre eigenen Beobachtungen schildern.
  • Austausch von Erfahrungen und Ideen: Sowohl Eltern als auch Lehrpersonen können voneinander lernen und gemeinsam individuelle Lösungsansätze entwickeln.
  • Ermutigung der Lehrperson: Eltern können die Lehrperson ermutigen, ihren Freiraum zu nutzen und von starren Regeln abzuweichen, um dem Kind gerecht zu werden.

Zusammenfassend:

Die Schule stellt für viele Kinder mit ADHS eine grosse Herausforderung dar. Die Inklusion von Kindern mit ADHS erfordert ein Umdenken im Schulsystem und die Bereitschaft, individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Alternative Schulmodelle und eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen können dazu beitragen, dass Kinder mit ADHS ihre Potenziale entfalten können und ihre Schulzeit nicht als eine Aneinanderreihung von Misserfolgen erleben.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS%20%E2%80%93%20Schwierigkeiten%20bei%20Kindern%20und%20Jugendlichen.pdf

ADHS und Schule

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr.med. Ursula Davatz, betonen die besondere Bedeutung des schulischen Umfelds für Kinder mit ADHS.

Herausforderungen für Kinder mit ADHS in der Schule:

  • Langeweile und Konzentrationsschwierigkeiten: Der traditionelle Frontalunterricht mit langen Unterrichtseinheiten und wenig Bewegungsmöglichkeiten ist für Kinder mit ADHS oft eine grosse Herausforderung. Sie können sich nur schwer über längere Zeit konzentrieren und sind schnell gelangweilt.
  • Impulsivität und Unruhe: Kinder mit ADHS haben Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren und ruhig zu sitzen. Sie stören den Unterricht und geraten oft in Konflikte mit Lehrpersonen und Mitschülern.
  • Leistungsdruck und Angst vor Misserfolg: Kinder mit ADHS erleben in der Schule oft Misserfolge, was zu Frustration und einem negativen Selbstbild führen kann. Sie entwickeln Angst vor Fehlern und ziehen sich zurück.
  • Mangelndes Verständnis und fehlende Unterstützung: Lehrpersonen sind oft überfordert mit den besonderen Bedürfnissen von Kindern mit ADHS und reagieren mit Strafen und Kritik, anstatt mit Verständnis und Unterstützung.

Folgen eines ungünstigen schulischen Umfelds:

  • Entwicklung von Folgeerkrankungen: Kinder mit ADHS, die in der Schule nicht die nötige Unterstützung erhalten, entwickeln häufiger Folgeerkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten.
  • Schulabbruch und soziale Ausgrenzung: Die ständigen Misserfolge und Konflikte in der Schule können dazu führen, dass Kinder mit ADHS die Schule abbrechen oder sozial ausgegrenzt werden.
  • Verlust von Potenzial und Lebenschancen: Ein ungünstiges schulisches Umfeld verhindert, dass Kinder mit ADHS ihre Stärken und Talente entfalten können und schränkt ihre Zukunftsperspektiven ein.

Lösungsansätze für eine adäquate schulische Förderung:

  • Individuelle Förderung und personenzentrierter Unterricht: Lehrpersonen sollten die individuellen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS erkennen und darauf eingehen. Differenzierte Lernangebote, flexible Unterrichtsformen und individuelle Lernziele können die Motivation und den Lernerfolg von Kindern mit ADHS fördern.
  • Schaffung von „Islands of Development“: Dr. Davatz plädiert für die Einrichtung von speziellen Förderangeboten oder „Inseln“, in denen Kinder mit ADHS individuell betreut und unterstützt werden können. Diese „Inseln“ könnten beispielsweise separate Räume sein, in denen die Kinder in Ruhe lernen oder ihre Emotionen regulieren können.
  • Rhythmisierung und kurze Unterrichtseinheiten: Kurze Unterrichtseinheiten mit abwechslungsreichen Lernformen und Bewegungsmöglichkeiten helfen Kindern mit ADHS, ihre Konzentration zu halten und motiviert zu bleiben.
  • Klare Regeln und Strukturen: Ein strukturierter Schulalltag mit klaren Regeln und Ritualen gibt Kindern mit ADHS Sicherheit und Orientierung. Dies hilft ihnen, ihre Impulse zu kontrollieren und sich im Schulalltag zurechtzufinden.
  • Schulung von Lehrpersonen: Lehrpersonen brauchen mehr Wissen über ADHS und die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS. Fortbildungen können ihnen helfen, adäquat mit den Herausforderungen umzugehen und die Kinder besser zu unterstützen.
  • Zusammenarbeit mit Eltern und Therapeuten: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und Therapeuten ist wichtig, um die Kinder mit ADHS optimal zu fördern.

Dr. Davatz betont, dass eine Anpassung des Schulsystems an die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS nicht nur im Interesse der Betroffenen liegt, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Durch die Investition in Präventionsmassnahmen und eine adäquate schulische Förderung können die hohen Folgekosten von unbehandeltem ADHS im Gesundheits-, Sozial- und Justizsystem reduziert werden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten:

  • Die Schule spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung von Kindern mit ADHS.
  • Ein ungünstiges schulischen Umfeld kann zu negativen Folgen führen.
  • Eine adäquate schulische Förderung, die die individuellen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS berücksichtigt, ist unerlässlich.
  • Die Anpassung des Schulsystems an die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS ist eine Investition in die Zukunft.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS-Folgeerscheinungen.pdf

ADHS und Schule: Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz und die anschließende Diskussion, beleuchten die komplexen Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit ADHS im schulischen Kontext ergeben.

Das Schweizer Schulsystem und ADHS: Fehlende Passung?

Das Schweizer Schulsystem, das oft auf Gehorsam, Kontrolle und Auswendiglernen ausgerichtet ist, stellt für viele Kinder mit ADHS eine große Herausforderung dar. Dr. Davatz kritisiert die oft ungeschickte Handhabung von ADHS im Schulsystem und den Lehrplan 21, der mit seinem Fokus auf Eigenverantwortung viele Kinder mit ADHS überfordert.

  • Überforderung und Frustration: Die Forderung nach hoher Selbstorganisation und Eigenverantwortung im Lehrplan 21 kann bei Kindern mit ADHS zu Überforderung, Frustration und Misserfolgen führen.
  • Druck und Selektion: Das Schweizer Schulsystem ist stark auf Selektion ausgerichtet, was für Kinder mit ADHS, die oft nicht ihr volles Potenzial entfalten können, besonders problematisch ist.
  • Fehlende Flexibilität und Individualisierung: Die starren Strukturen und der Mangel an Flexibilität im Schulsystem lassen oft wenig Raum für die individuellen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS.

Negative Folgen für Kinder mit ADHS

Die Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen von Kindern mit ADHS und den Anforderungen des Schulsystems kann zu negativen Folgen für die betroffenen Kinder führen:

  • Leistungsabfall und Schulversagen: Kinder mit ADHS können aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit Konzentration, Organisation und Impulskontrolle in der Schule scheitern, obwohl sie oft über ein hohes kognitives Potenzial verfügen.
  • Verlust an Motivation und Selbstvertrauen: Wiederholte Misserfolge und negative Erfahrungen in der Schule können zu einem Verlust an Motivation, Lernfreude und Selbstvertrauen führen.
  • Stigmatisierung und Ausgrenzung: Kinder mit ADHS werden oft als „schwierig“ oder „unartig“ abgestempelt, was zu Stigmatisierung, Ausgrenzung und sozialen Problemen führen kann.
  • Psychische Probleme: Langfristig können die negativen Erfahrungen in der Schule zu psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen oder einem geringen Selbstwertgefühl führen.

Lösungsansätze: Für ein ADHS-freundliches Schulsystem

Um den Herausforderungen von ADHS im Schulsystem zu begegnen, braucht es ein Umdenken und konkrete Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen:

1. Verständnis und Sensibilisierung:

  • Fortbildungen für Lehrpersonen: Lehrpersonen müssen über ADHS und seine Auswirkungen auf das Lernen und Verhalten von Kindern aufgeklärt werden.
  • Elternabende und Informationsveranstaltungen: Eltern und die Schulgemeinschaft sollten über ADHS informiert und für die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS sensibilisiert werden.
  • Entstigmatisierung: Es ist wichtig, ADHS zu entstigmatisieren und ein positives und verständnisvolles Klima in der Schule zu schaffen.

2. Individuelle Unterstützung und Förderung:

  • Nachteilsausgleich: Kinder mit ADHS sollten einen Nachteilsausgleich erhalten, der ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt, z.B. mehr Zeit für Prüfungen, die Möglichkeit, in einem ruhigen Raum zu arbeiten, oder die Verwendung von Hilfsmitteln.
  • Individuelle Lernpläne: Die Erstellung individueller Lernpläne, die die Stärken und Schwächen des Kindes berücksichtigen, kann den Lernerfolg verbessern und die Motivation steigern.
  • Spezielle Förderprogramme: Schulen sollten spezielle Förderprogramme für Kinder mit ADHS anbieten, z.B. Lerntherapie, Sozialtraining oder Entspannungstechniken.

3. Kooperation und Kommunikation:

  • Enge Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, Eltern und Therapeuten: Eine enge Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Beteiligten ist entscheidend, um das Kind optimal zu unterstützen.
  • „Runder Tisch“: Regelmäßige Treffen mit allen Beteiligten, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und die Fortschritte des Kindes zu besprechen, können sehr hilfreich sein.
  • Offene Kommunikation: Ein offener und vertrauensvoller Dialog zwischen Lehrpersonen und Eltern ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

4. Flexibilität und Anpassung des Schulsystems:

  • Mehr Flexibilität im Unterricht: Lehrpersonen sollten flexibler auf die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS eingehen und den Unterricht abwechslungsreicher und handlungsorientierter gestalten.
  • Alternativen zu traditionellen Bewertungsformen: Die Entwicklung von alternativen Bewertungsformen, die die individuellen Stärken und Fortschritte der Kinder berücksichtigen, kann den Druck und die Angst vor Misserfolgen reduzieren.
  • Stärkung der praktischen und kreativen Fächer: Die Stärkung der praktischen und kreativen Fächer im Schulsystem kann Kindern mit ADHS helfen, ihre Talente zu entdecken und zu entfalten.
  • Mehr Ressourcen für die individuelle Förderung: Um die individuellen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS zu befriedigen, braucht es mehr Ressourcen für die individuelle Förderung, z.B. mehr Lehrpersonen, Schulpsychologen und Spezialpädagogen.

5. Positive Beispiele und Best Practice:

  • Lernen von anderen Schulsystemen: Das Schweizer Schulsystem kann von anderen Schulsystemen lernen, die im Umgang mit ADHS erfolgreichere Ansätze entwickelt haben, z.B. das finnische Schulsystem.
  • Austausch von Erfahrungen: Schulen sollten sich über erfolgreiche Ansätze im Umgang mit ADHS austauschen und Best-Practice-Beispiele teilen.
  • Pilotprojekte und Modellschulen: Die Entwicklung von Pilotprojekten und Modellschulen, die ADHS-freundliche Lernumgebungen schaffen, kann wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des gesamten Schulsystems geben.

Fazit: Ein gemeinsamer Weg

ADHS und Schule – das ist oft eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Mit Verständnis, Sensibilisierung und konkreten Lösungsansätzen lässt sich ein ADHS-freundliches Schulsystem schaffen, das die individuellen Bedürfnisse von Kindern mit ADHS berücksichtigt und ihnen hilft, ihr volles Potenzial zu entfalten. Es ist ein gemeinsamer Weg, der von allen Beteiligten – Lehrpersonen, Eltern, Therapeuten und der Gesellschaft als Ganzes – Engagement und die Bereitschaft zum Umdenken erfordert.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_ADHS_Vortrag_Salmon_Pharma.pdf

ADHS und Schule: Herausforderungen und Chancen

Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, beleuchten die komplexen Herausforderungen und Chancen, die sich im Zusammenhang mit ADHS und Schule ergeben. Dr. Davatz, eine erfahrene Psychiaterin und Familientherapeutin, betrachtet ADHS als „Neurotyp“, also eine andersartige Funktionsweise des Gehirns, die sowohl Stärken als auch Schwächen mit sich bringt.

Besondere Herausforderungen für Schüler mit ADHS im schulischen Umfeld:

  • Konzentrationsschwierigkeiten: ADHS-Schüler haben oft Schwierigkeiten, sich über längere Zeit zu konzentrieren, was sich im Unterricht negativ auf ihre Aufmerksamkeit und ihr Lernverhalten auswirken kann.
  • Hyperaktivität: Der Bewegungsdrang von ADHS-Schülern kann im strukturierten Schulalltag zu Problemen führen. Sie haben oft Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen und stören den Unterricht durch ihre Unruhe.
  • Impulsivität: Impulsive Reaktionen können zu Konflikten mit Mitschülern und Lehrern führen.
  • „Breite Aufmerksamkeit“: ADHS-Schüler weisen oft eine „breite Aufmerksamkeit“ auf, die sich im Unterricht als „Störung“ manifestiert, aber in anderen Lebensbereichen, wie z.B. im Handel, von Vorteil sein kann.
  • Strukturierungsprobleme: ADHS-Schüler haben oft Schwierigkeiten, sich selbst zu strukturieren und ihre Zeit einzuteilen, was sich im Unterricht, insbesondere im Rahmen des Lehrplans 21 mit seinen Freiheiten und Eigenverantwortung, negativ auswirken kann.
  • Leistungsdruck: Der Leistungsdruck im Schulsystem kann für ADHS-Schüler eine zusätzliche Belastung darstellen und ihre Schwierigkeiten verstärken.

Folgen für ADHS-Schüler:

  • Schulische Misserfolge: Die genannten Herausforderungen können zu schlechten Noten, Schulfrust und im schlimmsten Fall zum Schulabbruch führen.
  • Negatives Selbstbild: Die ständige Konfrontation mit ihren Schwächen kann zu einem negativen Selbstbild und Selbstzweifeln führen.
  • Stigmatisierung: ADHS-Schüler werden oft als Störenfriede oder „schwierige Kinder“ abgestempelt, was zu sozialer Ausgrenzung und Isolation führen kann.

Chancen für ADHS-Schüler in der Schule:

  • Kreativität und Spontaneität: ADHS-Schüler bringen oft eine hohe Kreativität und Spontaneität mit, die im Unterricht gewinnbringend eingesetzt werden können.
  • Praktische Begabungen: Viele ADHS-Schüler sind technisch versiert und haben ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen.
  • „Out-of-the-box“-Denken: ADHS-Schüler denken oft unkonventionell und finden kreative Lösungen für Probleme.

Empfehlungen für einen „neurotypgerechten“ Umgang mit ADHS in der Schule:

  • Individuelle Förderung: ADHS-Schüler brauchen individuelle Förderung, die ihre Stärken berücksichtigt und ihnen hilft, ihre Schwächen zu kompensieren.
  • Verständnisvolle Lehrkräfte: Lehrkräfte, die Verständnis für die Schwierigkeiten von ADHS-Schülern haben und ihnen mit Geduld und Empathie begegnen, können einen wichtigen Beitrag zu ihrem Lernerfolg leisten.
  • Flexible Unterrichtsgestaltung: Ein flexibler Unterricht mit abwechslungsreichen Methoden und Bewegungselementen kann die Konzentration und Motivation von ADHS-Schülern fördern.
  • Klassenassistenten und Tutoren: Klassenassistenten und Tutoren können ADHS-Schülern im Unterricht individuelle Unterstützung bieten und ihnen helfen, sich zu strukturieren.
  • Klare Regeln und Strukturen: ADHS-Schüler brauchen klare Regeln und Strukturen, die ihnen Orientierung und Sicherheit geben.
  • Positive Verstärkung: Lob und Anerkennung für ihre Erfolge können das Selbstvertrauen von ADHS-Schülern stärken und ihre Motivation steigern.
  • Alternative Bestrafungsmethoden: Strafen sollten vermieden werden, da sie oft kontraproduktiv sind. Stattdessen sollten alternative Methoden der Konfliktlösung und des Umgangs mit impulsivem Verhalten erlernt werden.

Nachteilsausgleich:

Ein Nachteilsausgleich kann ADHS-Schülern helfen, ihre schulischen Leistungen zu verbessern und ihre Chancengleichheit zu erhöhen. Die Beantragung eines Nachteilsausgleichs ist auch ohne formelle Diagnose möglich.

Alternative Schulformen:

Alternative Schulformen wie die Rudolf Steiner Schule oder die Montessori Schule können für manche ADHS-Schüler eine gute Alternative sein, da sie oft mehr Freiräume und Individualisierungsmöglichkeiten bieten. Es gibt jedoch keine Garantie, dass diese Schulformen für alle ADHS-Schüler die optimale Lösung sind.

Zusammenarbeit mit Eltern:

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern ist für den Lernerfolg von ADHS-Schülern unerlässlich. Eltern können die Lehrkräfte über die Bedürfnisse ihres Kindes informieren und gemeinsam mit ihnen Strategien für den Umgang mit den Schwierigkeiten entwickeln.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass die Schule eine grosse Verantwortung im Umgang mit ADHS-Schülern trägt. Ein verständnisvolles Umfeld und die richtige Unterstützung können dazu beitragen, dass ADHS-Schüler ihre Potenziale entfalten und ihre Schulzeit erfolgreich meistern.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS%20pathologische%20Folgen.m4a.pdf