Teufelskreis der Sucht

Der Teufelskreis der Sucht ist ein sich selbst verstärkender Prozess, bei dem die Sucht immer weiter vorangetrieben wird. Er wird durch das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren angetrieben, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Der Kreislauf beginnt oft mit dem Wunsch nach Befriedigung, kann sich aber schnell zu einem zerstörerischen Muster entwickeln.

Hier sind die wichtigsten Aspekte des Teufelskreises der Sucht:

  • Aktivierung des Wohlbefindenssystems: Der Kreislauf beginnt damit, dass das Wohlbefindenssystem im Gehirn durch eine Substanz oder ein bestimmtes Verhalten aktiviert wird. Diese Aktivierung führt zur Ausschüttung von Endorphinen, die ein Gefühl von Glück und Befriedigung erzeugen.
  • Gewöhnung und Toleranz: Bei regelmässigem Konsum oder Verhalten gewöhnt sich der Körper an die Substanz oder das Verhalten, und die anfängliche Wirkung lässt nach. Um das gleiche Glücksgefühl zu erreichen, muss die Dosis erhöht oder das Verhalten intensiver ausgeübt werden.
  • Verlust der Kontrolle: Die Person verliert die Kontrolle über ihr Konsumverhalten und kann nicht mehr einfach damit aufhören. Die Sucht wird zum Lebensmittelpunkt, und andere Aktivitäten werden vernachlässigt.
  • Entzugserscheinungen: Wenn die Substanz oder das Verhalten nicht mehr verfügbar ist, treten Entzugserscheinungen auf. Diese können körperlich und psychisch sehr unangenehm sein und führen dazu, dass die Person die Substanz oder das Verhalten wieder aufnimmt, um die Symptome zu lindern.
  • Sucht als Problemlöser: Die Sucht wird oft als schnelle Lösung für Probleme, Stress oder unangenehme Gefühle eingesetzt. Da die Sucht aber nur kurzfristig Erleichterung bringt und die zugrunde liegenden Probleme nicht löst, wird das Problem damit immer mehr verstärkt.
  • Flucht vor der Realität: Die Sucht kann auch als Flucht vor schwierigen Lebenssituationen oder Gefühlen dienen. Durch den Konsum oder das Suchtverhalten kann die Person emotionalen Abstand gewinnen und sich vorübergehend besser fühlen, löst das Problem aber nicht.
  • Soziale Isolation: Durch die Sucht können soziale Beziehungen vernachlässigt oder zerstört werden. Dies führt zu weiterer Isolation und verstärkt den Suchtdruck.
  • Verstärkung durch das Umfeld: Das Verhalten von Familienmitgliedern und anderen Bezugspersonen kann den Teufelskreis der Sucht verstärken. Schuldzuweisungen, Überkontrolle oder Ablehnung können die Person noch tiefer in die Sucht treiben.
  • Verlust der Lebensqualität: Der Teufelskreis der Sucht führt letztendlich zu einem Verlust der Lebensqualität. Die Person ist nicht mehr in der Lage, ein normales Leben zu führen, und leidet unter den negativen Folgen der Sucht.
  • Wirkung auf die Familie: In der Familie kann durch Sucht ein Teufelskreis entstehen, in dem sich die Sucht gegenseitig verstärkt. Die Reaktionen der Eltern auf die Sucht des Kindes können das Problem verschlimmern.

Der Teufelskreis der Sucht kann sich in verschiedenen Formen manifestieren und kann durch verschiedene Substanzen oder Verhaltensweisen ausgelöst werden. Es ist wichtig, die Mechanismen dieses Kreislaufs zu verstehen, um Suchtverhalten zu vermeiden und Suchtkranken zu helfen. Es ist auch wichtig, die Interaktion zwischen dem Individuum und seinem Umfeld, insbesondere seiner Familie, zu berücksichtigen.

Auszug aus dem Buch

Das POS/ADS-Kind – eine HERAUSFORDERUNG

 

 VORTRAG

Elternvereinigung Strengelbach, Jugend- und Mehrzweckraum, 24. Mai 2012, 1930 Uhr

Anmeldung bis 16. Mai bei M. Bohnenblust 079 738 26 28 oder bohnenblust@hispeed.ch, Kosten: Mitglieder des Elternvereins Fr. 10.-, Nichtmitglieder Fr. 15.-

Kinder mit ADHS /ADS sind in der Regel offene, fröhliche Menschen. Leiden sie bedingt durch die Symptomatik unter einem Auf und Ab der Gefühle, leben sie dies intensiv aus – sei es Freude, Wut oder Traurigkeit. In unserer heutigen Welt, mit ihrem Leistungsdruck, haben sie es daher nicht immer leicht. Neben dem Wechselbad der Gefühle, leiden sie zunehmend unter Ausgrenzung und Mobbing. Hierdurch geraten sie in einen Teufelskreis, der ihrem Selbstbewusstsein und ihrer kindlichen Natürlichkeit schadet, die Symptomatik verstärkt und ihre emotionale und soziale Entwicklung gefährdet.

Der Vortrag wird von der Referentin Frau Dr. med. Ursula Davatz aus Baden gehalten. Sie ist Psychiaterin, Psychotherapeutin und Familientherapeutin.

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