Dr.med. Ursula Davatz beschreibt drei Haupttypen von Anpassungsmustern, die Menschen im Laufe ihres Lebens entwickeln und einsetzen:
- Gelernte individuelle Anpassung: Diese Anpassungsform basiert auf Erfahrungen, die im Grosshirn verarbeitet und gespeichert werden. Bei neuen Herausforderungen greift das Gehirn auf diese gespeicherten Muster zurück und wendet sie an. Je vielfältiger die gemachten Erfahrungen, desto komplexer ist die Vernetzung im Gehirn und desto flexibler und anpassungsfähiger ist der Mensch.
- Reflexartige Anpassung: Diese Anpassung erfolgt über das Stammhirn und ist angeboren, schnell und instinktiv. Sie umfasst die klassischen Reaktionen auf Gefahr: Kampf, Flucht oder Erstarren (Todstellreflex). Diese Muster sind in allen Lebewesen vorhanden und dienen dem unmittelbaren Überleben.
- Körperliche Anpassung: Wenn die gelernten Anpassungsmuster nicht mehr greifen und emotionale Belastung nicht ausgedrückt oder verarbeitet werden kann, kann die gestaute Energie im emotionalen Hirn (limbisches System) in den Körper abgeleitet werden. Dies führt zu psychosomatischen Symptomen. Dr. Davatz beschreibt dies als „die Psyche lässt den Körper sprechen“. Die Art der Symptome hängt von individuellen Prägungen und familiären Vorbildern ab.
Zusammenfassend:
Dr. Davatz betont das Zusammenspiel dieser drei Anpassungsebenen. Ein gesundes Leben erfordert die Fähigkeit, flexibel zwischen diesen Ebenen zu wechseln und situationsangemessene Reaktionen zu entwickeln. Sie weist darauf hin, dass starre Denkmuster, unterdrückte Emotionen und fehlende individuelle Anpassungsstrategien zu psychosomatischen Erkrankungen führen können.
https://ganglion.ch/pdf/Wann_laesst_die_Seele_den_Koerper_sprechen.m4a.pdf