Dr.med. Ursula Davatz äussert starke Kritik an der Verwendung von Psychopharmaka bei Jugendlichen, insbesondere in der Pubertät. Sie sieht darin eine gefährliche Abkürzung, die die natürliche Entwicklung der Emotionsregulation behindert.
Hier die wichtigsten Punkte ihrer Kritik:
- Psychopharmaka verhindern die Entwicklung der natürlichen Emotionsregulation: Dr. Davatz betont, dass die Pubertät eine entscheidende Phase für die Entwicklung der Fähigkeit ist, Emotionen selbst zu regulieren. Der Einsatz von Psychopharmaka in dieser Phase verhindert, dass Jugendliche lernen, mit ihren Emotionen umzugehen und eigene Strategien zur Emotionsregulation zu entwickeln.
- Psychopharmaka erzwingen Anpassung an die Gesellschaft, anstatt die Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen: Dr. Davatz kritisiert, dass Psychopharmaka häufig eingesetzt werden, um Kinder und Jugendliche an die Erwartungen der Gesellschaft anzupassen, anstatt ihre individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Sie vergleicht die Gabe von Psychopharmaka mit dem „Frisieren“ eines Mopeds: Anstatt die Ursache des Problems zu beheben, wird einfach mehr „Sprit“ ins System gegeben, damit es wieder funktioniert.
- Psychopharmaka fokussieren nur auf das Grosshirn und vernachlässigen den Rest: Dr. Davatz bemängelt, dass Psychopharmaka vor allem auf das Grosshirn wirken und die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Grosshirn, dem limbischen System und dem Körper ausser Acht lassen. Sie plädiert stattdessen für einen ganzheitlichen Therapieansatz, der die Interaktion zwischen Seele, Körper und sozialem Umfeld berücksichtigt.
- Psychopharmaka machen Jugendliche weniger sensibel und hindern sie daran, ihre Bedürfnisse zu spüren und auszudrücken: Dr.med. Ursula Davatz argumentiert, dass moderne Antidepressiva Jugendliche weniger sensibel machen und ihre Fähigkeit beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken. Dies kann zu einer Entfremdung von sich selbst und zu einer Abhängigkeit von Medikamenten führen.
Zusammenfassend:
Dr.med. Ursula Davatz sieht in der Verwendung von Psychopharmaka bei Jugendlichen einen Eingriff in die natürliche Entwicklung, der die Entwicklung wichtiger Fähigkeiten wie die Emotionsregulation und die Selbstwahrnehmung behindert. Sie plädiert stattdessen für einen ganzheitlichen Ansatz, der die individuellen Bedürfnisse des Kindes und die komplexen Zusammenhänge zwischen Seele, Körper und sozialem Umfeld berücksichtigt.
https://ganglion.ch/pdf/Wann_laesst_die_Seele_den_Koerper_sprechen.m4a.pdf