In den bereitgestellten Quellen verwendet Dr. Davatz die Begriffe ADHS und ADS, um verschiedene Ausprägungen des gleichen Neurotyps zu beschreiben. Sie geht davon aus, dass sowohl ADHS als auch ADS auf einer hohen Sensibilität beruhen. Der Unterschied liegt in der Art und Weise, wie diese Sensibilität nach aussen sichtbar wird.

  • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung): Bei ADHS ist die hohe Sensibilität oft durch deutlich sichtbare Symptome wie Hyperaktivität, Impulsivität und aggressives Verhalten gekennzeichnet. Dr. Davatz erklärt dies mit einer schwachen Impulskontrolle, die es den Betroffenen schwer macht, ihre Emotionen zu regulieren. Besonders Jungen neigen dazu, ihre aufgestaute emotionale Spannung durch aggressives Verhalten zu entladen.
  • ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung): Bei ADS ist die hohe Sensibilität weniger offensichtlich. Die Betroffenen sind zwar genauso sensibel wie Menschen mit ADHS, neigen aber eher zu Rückzug und Introvertiertheit. Dr. Davatz bezeichnet die hohe Sensibilität als den gemeinsamen Nenner von ADHS und ADS. Sie vermutet, dass die Diagnose „Hochsensibilität“ oft bei ADS-Kindern gestellt wird, da die Hyperaktivität fehlt.

Zusammenfassend:

  • Nach Dr. Davatz sind ADHS und ADS keine Krankheiten, sondern Neurotypen, die auf einer gemeinsamen Grundlage der hohen Sensibilität basieren.
  • ADHS äussert sich durch sichtbare Symptome wie Hyperaktivität und Impulsivität, während ADS eher mit introvertiertem Verhalten einhergeht.

https://ganglion.ch/pdf/shelter_schweiz_1+2.pdf