Dr.med. Ursula Davatz erklärt den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper anhand des Modells des „dreieinigen Gehirns“ und des Konzepts der psychosomatischen Erkrankungen.

Das dreieinige Gehirn:

  • Sie beschreibt das Gehirn als ein System aus drei miteinander verbundenen Teilen: dem Grosshirn (Kognition), dem Mittelhirn (Emotionen) und dem Stammhirn (Instinkte und vegetative Funktionen).
  • Das Grosshirn ist für höhere kognitive Funktionen wie Denken, Planen und Lernen zuständig, während das Mittelhirn unsere Emotionen, Motivation und Bindungsverhalten steuert.
  • Das Stammhirn ist für lebenswichtige Funktionen und instinktive Überlebensreaktionen verantwortlich.
  • Dr. Davatz betont, dass die drei Gehirnteile eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig beeinflussen.

Psychosomatische Erkrankungen:

  • Nach Dr. Davatz entstehen psychosomatische Erkrankungen, wenn das emotionale Hirn (Mittelhirn) durch Stress, Konflikte oder unterdrückte Emotionen überlastet wird.
  • Die gestaute emotionale Energie kann nicht adäquat verarbeitet oder ausgedrückt werden und wird ins Stammhirn und von dort in den Körper weitergeleitet.
  • Im Körper manifestiert sich diese Energie dann in Form von Symptomen, die je nach individueller Prägung, familiären Vorbildern und Art der Belastung unterschiedlich ausfallen können.
  • Dr. Davatz nennt das „Die Psyche lässt den Körper sprechen“, wenn sie sich nicht mehr anders ausdrücken kann.

Beispiele aus den Quellen:

  • Dr. Davatz schildert den Fall einer Frau, die nach einem Konflikt psychosomatische Beinbeschwerden in Form eines Ausschlags entwickelte.
  • Sie erwähnt auch, dass Hautkrankheiten, Asthma, hoher Blutdruck und Verdauungsprobleme psychosomatische Ursachen haben können.
  • Dr. Davatz erklärt, dass in der Neuroimmunologie der Zusammenhang zwischen Gehirn und Immunsystem untersucht wird, da Stress und Emotionen die Immunabwehr beeinflussen können.
  • Sie weist darauf hin, dass viele Signale vom Darm ins Gehirn gesendet werden und Stress die Verdauung negativ beeinflussen kann, was zu Darmerkrankungen führen kann.

Behandlung:

  • Dr. Davatz plädiert für einen ganzheitlichen Behandlungsansatz, der die Verbindung zwischen Psyche und Körper berücksichtigt.
  • Neben Psychotherapie zur Bearbeitung emotionaler Konflikte empfiehlt sie auch Körpertherapie, Achtsamkeitsübungen und Entspannungstechniken, um den Körper in den Heilungsprozess einzubeziehen.
  • Sie betont die Wichtigkeit, die Sprache des Körpers zu verstehen und die Botschaften der Seele ernst zu nehmen.

Zusammenfassend:

Dr. Davatz sieht den Körper und die Psyche als untrennbar miteinander verbunden. Emotionale Belastungen und ungelöste Konflikte können sich im Körper manifestieren, wenn sie nicht adäquat verarbeitet werden können. Sie plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die Psyche als auch den Körper in den Heilungsprozess einbezieht.

https://ganglion.ch/pdf/Wann_laesst_die_Seele_den_Koerper_sprechen.m4a.pdf