Die Durchsetzungskraft von Lehrpersonen im Kontext von ADHS/ADS ist keine Kuschelpädagogik, sondern eine klare, respektvolle und auf Kooperation ausgerichtete Haltung. Es geht darum, die individuellen Bedürfnisse des Kindes zu verstehen und gleichzeitig klare Grenzen und Strukturen zu setzen.
Hier sind einige Punkte, die verdeutlichen, wie diese Durchsetzungskraft aussehen kann:
- Wenig Regeln, aber diese konsequent durchsetzen: Anstatt viele Regeln aufzustellen, sollten sich Lehrpersonen auf wenige, aber wichtige Regeln konzentrieren und diese konsequent durchsetzen.
- Persönliche Autorität statt Schulreglement: Lehrpersonen sollten ihre Autorität persönlich einsetzen und nicht einfach auf das Schulreglement verweisen. Wichtig ist, klar zu kommunizieren, was im Unterricht erwünscht ist und was nicht.
- Kind in seinem Wesen validieren: Bevor man Anforderungen stellt, ist es wichtig, das Kind in seinem Wesen zu validieren und zu verstehen, was im Kind vorgeht.
- Gemeinsames Projekt statt Konfrontation: Statt Konfrontation und „Nein“ zu sagen, sollten Lehrpersonen gemeinsam mit dem Kind an Problemlösungen arbeiten.
- Geduld und Kooperation: Es braucht Geduld und mehrere Versuche, bis ein Kind eine neue Regel verinnerlicht hat. Lehrpersonen sollten immer wieder auf Kooperation setzen.
- Aufmerksamkeit des Kindes immer wieder einholen: ADHS/ADS-Kinder brauchen mehr Aufmerksamkeit und Ansprache, um bei der Sache zu bleiben.
- Kein Blamieren vor der Klasse: Lehrpersonen sollten ADHS/ADS-Kinder niemals vor der Klasse blamieren, sondern sie einzeln ansprechen, wenn sie eine Regel brechen.
- Eigene Emotionalität einsetzen: Lehrpersonen dürfen ihre eigene Emotionalität einsetzen, um ihren Standpunkt klarzumachen. Wichtig ist aber, die Energie bei sich zu behalten und nicht negativ auf das Kind zu übertragen.
- Klare Regeln und Struktur: Klare Regeln und Struktur geben dem Kind psychologische Sicherheit. Das Kind weiss, woran es ist und was von ihm erwartet wird.
- Lernen von den Kindern: Lehrpersonen sollten offen dafür sein, von ADHS/ADS-Kindern zu lernen. Der Umgang mit diesen Kindern kann eine Herausforderung und gleichzeitig eine Bereicherung sein.
Das Beispiel des alten Lehrers, der die Klasse zunächst ausagieren liess, zeigt, dass es manchmal wichtig ist, Dinge laufen zu lassen und erst dann mit Autorität einzuschreiten.
Es ist wichtig, dass Lehrpersonen ihren eigenen Stil finden, um mit ADHS/ADS-Kindern umzugehen.
https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf