ADS-Kinder beschreiben ihre innere Aktivität oft als intensives „Denken müssen“. Sie erleben einen ständigen Strom neuer Gedanken, den sie nicht abstellen können. Diese geistige Hyperaktivität ist für sie genauso schwer zu kontrollieren wie die motorische Hyperaktivität bei ADHS-Kindern.

Diese intensive innere Aktivität hat verschiedene Auswirkungen:

  • Schwierigkeiten beim Zuhören und Folgen: ADS-Kinder sind oft in ihrer Gedankenwelt versunken und hören deshalb nicht zu, was um sie herum geschieht. Dies kann dazu führen, dass sie Anweisungen nicht mitbekommen oder Aufgaben nicht erledigen, obwohl sie es eigentlich wollen.
  • Rückzug in die Fantasiewelt: Um der intensiven inneren Aktivität zu entkommen, ziehen sich ADS-Kinder oft in ihre eigene Fantasiewelt zurück. Dies kann dazu führen, dass sie in der Schule als ruhig und verträumt wahrgenommen werden, obwohl sie innerlich sehr aktiv sind.
  • Verzögerte Diagnose: Da ADS-Kinder oft weniger auffällig sind als ADHS-Kinder, wird die Diagnose oft erst viel später gestellt, manchmal erst im Erwachsenenalter.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die innere Aktivität bei ADS-Kindern kein bewusstes Verhalten ist, sondern eine neurologische Besonderheit, die sie nur schwer kontrollieren können.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf