Laut Dr.med. Ursula Davatz können verschiedene Faktoren zu einem „System Overload“, also einer Systemüberlastung, bei Autisten führen. Sie beschreibt Autisten als Personen mit einem offenen Wahrnehmungsfeld, die alle Reize und Eindrücke gleichzeitig wahrnehmen, ohne eine ausreichende Filterfunktion zu besitzen.
- Breites Wahrnehmungsfeld: Im Vergleich zu Nicht-Autisten haben Autisten ein breiteres Wahrnehmungsfeld und nehmen dadurch viel mehr Reize auf.
- Fehlende Reizabschirmung: Autisten mangelt es an einer guten Reizabschirmung, was bedeutet, dass sie schwierigkeiten haben, irrelevante Reize auszublenden.
- Schnelle Überforderung: Die Kombination aus breiter Wahrnehmung und fehlender Reizabschirmung führt dazu, dass Autisten schnell überfordert sind.
- Überlastung des limbischen Systems: Wenn das limbische System, das für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist, mit zu vielen Eindrücken überladen wird, kommt es zum „System Overload“.
Konsequenzen des „System Overload“:
Im Zustand der Systemüberlastung nehmen Autisten gar nichts mehr wahr und sind weder handlungsfähig noch kommunikationsfähig, obwohl sie sich nicht in einem Koma befinden und innerlich alles genauestens wahrnehmen.
Vergleich mit Pferden:
Dr.med. Ursula Davatz vergleicht Autisten mit Pferden, die ebenfalls sensible Wesen und Fluchttiere sind. Um Pferde vor Überforderung durch zu viele Reize zu schützen, werden ihnen Scheuklappen angelegt. Autisten hingegen „haben keine guten Scheuklappen“ und nehmen alles wahr, was schnell zu einem „System Overload“ führen kann.
https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf