Dr.med. Ursula Davatz spricht sich in den Quellen klar für bedürfnisorientierte Kommunikation als einen wichtigen Bestandteil im Umgang mit Jugendlichen, insbesondere mit ADHS/ADS, aus. Sie geht sogar einen Schritt weiter als Haim Omer und seine gewaltfreie Kommunikation, indem sie die Bedürfnisse als den Kern der Kommunikation sieht.
Hier sind die wichtigsten Punkte, die Dr. Davatz im Zusammenhang mit bedürfnisorientierter Kommunikation hervorhebt:
- Ausdruck eigener Bedürfnisse: Dr. Davatz betont, dass es wichtig ist, frühzeitig und klar zu kommunizieren, was man selbst will und braucht. Sie verwendet das Bild vom steigenden Wasser: Man sollte seine Bedürfnisse äussern, wenn das Wasser auf Brusthöhe steht, und nicht erst warten, bis es einem bis zum Hals steht.
- Wahrnehmung der Bedürfnisse des Gegenübers: Genauso wichtig ist es, die Bedürfnisse des Jugendlichen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Statt zu versuchen, das Verhalten des Jugendlichen zu kontrollieren oder zu verändern, sollte man versuchen zu verstehen, welche Bedürfnisse hinter seinem Verhalten stecken.
- Bedürfnisse statt Vorwürfe: Bedürfnisorientierte Kommunikation bedeutet, Bedürfnisse statt Vorwürfe zu äussern. Anstatt zu sagen „Du bist ein blöder Affe und benimm dich besser“, sollte man sagen „Ich ertrage das nicht“.
- Validierung von Problemen: Wenn es zu Konflikten kommt, sollte man gemeinsam nach Lösungen suchen und den Jugendlichen in den Prozess miteinbeziehen. Statt die eigene Lösung zu präsentieren, sollte man den Jugendlichen fragen, was er selbst tun möchte, um das Problem zu lösen.
- Authentizität und Augenhöhe: Dr. Davatz betont, dass es wichtig ist, im Umgang mit Jugendlichen authentisch zu sein. Man sollte keine Rolle spielen und keine Angst haben, eigene Schwächen zu zeigen.
- Soziale Verträglichkeit: Bedürfnisorientierte Kommunikation bedeutet nicht, dass man alle Bedürfnisse sofort und uneingeschränkt erfüllen kann. Es geht darum, den Jugendlichen zu unterstützen, ihre Bedürfnisse auf eine sozialverträgliche Art und Weise zu kommunizieren.
- Stressreduktion: Dr. Davatz verweist darauf, dass das Benennen von Gefühlen zu einer Stressreduktion führt. „If you name it, you tame it.“
Dr.med. Ursula Davatz illustriert die Bedeutung der bedürfnisorientierten Kommunikation anhand eines Beispiels einer jungen Frau, die ihre KV-Lehre abbrechen wollte, weil sie sich vom Chef ungerecht behandelt fühlte. Durch die Unterstützung von Dr. Davatz lernte die junge Frau, ihre Bedürfnisse dem Chef klar und deutlich zu kommunizieren. Der Chef zeigte Verständnis und die junge Frau konnte ihre Lehre erfolgreich abschliessen.
Die Quellen zeigen, dass Dr. Davatz bedürfnisorientierte Kommunikation als Schlüssel zu einem respektvollen und erfolgreichen Umgang mit Jugendlichen sieht. Es geht darum, Verständnis für die Bedürfnisse aller Beteiligten zu entwickeln und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.