Dr.med. Ursula Davatz bietet wertvolle Einblicke, wie man Jugendliche zu Eigeninitiative und Engagement anregen kann.
1. Intrinsische Motivation fördern:
Dr.med. Ursula Davatz betont, dass extrinsische Motivation durch Belohnung oder Bestrafung oft weniger effektiv ist als intrinsische Motivation, die aus dem Jugendlichen selbst kommt.
- Interessen wecken: Anstatt zu versuchen, den Jugendlichen zu etwas zu zwingen, was ihn nicht interessiert, sollten Sie versuchen, seine intrinsischen Interessen zu wecken. Was begeistert ihn? Wofür kann man ihn begeistern?
- Stärken und Ressourcen nutzen: Konzentrieren Sie sich auf die Stärken und Ressourcen des Jugendlichen. Was kann er gut? Worin liegt sein Potenzial? Indem Sie ihm helfen, seine Talente zu entdecken und zu entwickeln, fördern Sie seine Selbstwirksamkeit und sein Selbstvertrauen.
2. Beziehungen auf Augenhöhe:
Dr.med. Ursula Davatz plädiert für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit Jugendlichen. Eine positive Beziehung ist die Grundlage für Motivation und Engagement.
- Auf Augenhöhe begegnen: Behandeln Sie den Jugendlichen als gleichwertigen Gesprächspartner. Hören Sie ihm aufmerksam zu. Nehmen Sie seine Gedanken und Gefühle ernst.
- Vertrauen aufbauen: Zeigen Sie dem Jugendlichen, dass Sie ihm vertrauen. Geben Sie ihm Verantwortung und lassen Sie ihn eigene Entscheidungen treffen.
- Kooperation fördern: Arbeiten Sie gemeinsam mit dem Jugendlichen an Zielen. Beziehen Sie ihn in Entscheidungsprozesse ein.
3. Erfolgserlebnisse ermöglichen:
Erfolgserlebnisse stärken das Selbstvertrauen und die Motivation.
- Realistische Ziele setzen: Helfen Sie dem Jugendlichen, realistische Ziele zu setzen, die er erreichen kann.
- Fortschritte anerkennen: Loben und würdigen Sie selbst kleine Fortschritte.
- Positive Verstärkung: Konzentrieren Sie sich auf das Positive. Heben Sie die Dinge hervor, die der Jugendliche gut macht.
4. Eigenverantwortung stärken:
Jugendliche sind motivierter, wenn sie das Gefühl haben, selbstbestimmt handeln zu können.
- Wahlmöglichkeiten anbieten: Geben Sie dem Jugendlichen Wahlmöglichkeiten und lassen Sie ihn eigene Entscheidungen treffen.
- Konsequenzen tragen lassen: Lassen Sie den Jugendlichen die Konsequenzen seiner Entscheidungen tragen.
- Selbstreflexion anregen: Ermutigen Sie den Jugendlichen, über sein Verhalten und seine Entscheidungen nachzudenken.
5. Bezug zur Lebenswelt herstellen:
Motivation entsteht oft, wenn der Jugendliche einen Sinn in dem sieht, was er tut.
- Relevanz aufzeigen: Erklären Sie dem Jugendlichen, warum das, was er lernt oder tut, relevant für sein Leben ist.
- Praktische Anwendungen finden: Helfen Sie ihm, die Zusammenhänge zwischen Theorie und Praxis zu erkennen.
- Zukunftsperspektiven entwickeln: Unterstützen Sie den Jugendlichen bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven.
Zusammenfassend:
Dr.med. Ursula Davatz‘ Ausführungen zeigen, dass Motivation keine Eigenschaft ist, die man einfach erzwingen kann. Sie ist das Ergebnis einer positiven Beziehung, eines respektvollen Umgangs und der Förderung von Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung. Indem man die Interessen des Jugendlichen ernst nimmt und ihm hilft, seine Stärken zu entfalten, kann man ihn zu Eigeninitiative und Engagement motivieren.