Dr.med. Ursula Davatz‘ Entscheidung für die Psychiatrie lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen:

  • Faszination für Carl Gustav Jung: Dr. Davatz‘ Eltern waren stark an Carl Gustav Jung interessiert und lasen viele seiner Bücher. Diese Faszination übertrug sich auf Dr. Davatz, die mit 18 Jahren selbst begann, Jungs Werke zu lesen. Diese frühe Auseinandersetzung mit Jungs Ideen weckte ihr Interesse an der menschlichen Psyche und legte den Grundstein für ihren späteren Berufsweg.
  • Interesse an der Schizophrenie: Bereits zu Beginn ihres Medizinstudiums stand für Dr. Davatz fest, dass sie Psychiaterin werden wollte, und sie interessierte sich von Anfang an besonders für die Schizophrenie. Sie empfand diese Krankheit als die „interessanteste“ und wollte sie besser verstehen.
  • Der Einfluss des Vaters: Dr. Davatz‘ Vater war Ingenieur und löste gerne Probleme. Diese Eigenschaft übernahm sie von ihm, und so sah sie die Schizophrenie als ein komplexes Problem, das es zu lösen galt.
  • Die Suche nach einem Spezialisten: Dr. Davatz hörte von Dr. Christian Müller, einem Nervenarzt und Schizophrenie-Spezialisten in Lausanne. Dies motivierte sie, nach Lausanne zu gehen, um dort ihre Ausbildung fortzusetzen.
  • Die Begegnung mit der therapeutischen Gemeinschaft: In Lausanne lernte Dr. Davatz Dr. Calanca kennen, der ihr das Dingleton Hospital in Melrose, Schottland, empfahl. Dort arbeitete sie in der von Maxwell Jones gegründeten therapeutischen Gemeinschaft, was ihr Interesse an Gruppenprozessen und Familiendynamik weiter verstärkte.
  • Die Ausbildung in den USA: In den USA spezialisierte sich Dr.med. Ursula Davatz auf Familientherapie und lernte dabei Murray Bowen kennen, dessen Theorie sie stark beeindruckte. Bowen betonte die Bedeutung der Familie als System und die Rolle dysfunktionaler Beziehungsmuster bei der Entstehung psychischer Störungen. Diese Erkenntnisse prägten Dr. Davatz‘ weiteres Verständnis von psychischen Erkrankungen und ihre therapeutische Arbeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Dr.med. Ursula Davatz‘ Weg zur Psychiatrie war geprägt von einer Kombination aus intellektueller Neugier, dem Wunsch, Menschen zu helfen, und einer ausgeprägten Problemlösungskompetenz. Ihre Faszination für die Schizophrenie, der Einfluss ihres Vaters und die Begegnung mit einflussreichen Persönlichkeiten wie Maxwell Jones und Murray Bowen führten sie schließlich zu ihrer Spezialisierung auf Familientherapie.

https://ganglion.ch/pdf/Vulnerabilitaet_Erziehung_Krankheit.pdf