Die Emotionsregulation spielt eine zentrale Rolle im Leben von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Quellen beschreiben, wie Betroffene mit Schwierigkeiten in der Emotionsregulation kämpfen und welche Strategien ihnen helfen können.

Schwierigkeiten in der Emotionsregulation:

Dr.med. Ursula Davatz beschreibt Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung als „professionelle Teenager„, die mit der Kraft eines Erwachsenen pubertieren. Diese Beschreibung veranschaulicht die starken Stimmungsschwankungen und die Impulsivität, die für diese Störung charakteristisch sind. Betroffene reagieren oft übermässig sensibel auf Kritik und fühlen sich schnell verletzt.

Selbstverletzung als dysfunktionale Emotionsregulation:

Die Quellen zeigen, dass Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung oft ungesunde Mechanismen zur Emotionsregulation entwickeln. Selbstverletzendes Verhalten wie Schneiden oder Ritzen wird oft eingesetzt, um starke Emotionen zu regulieren. Betroffene berichten, dass der körperliche Schmerz ihnen hilft, innere Spannungen abzubauen und sich ruhiger zu fühlen. Essstörungen wie Bulimie werden ebenfalls als eine Form der Emotionsregulation beschrieben.

Beziehungen als Trigger und Ressource:

Beziehungen spielen eine ambivalente Rolle in der Emotionsregulation von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Einerseits sind Beziehungen oft Auslöser für starke Emotionen wie Wut, Angst oder Verzweiflung. Betroffene reagieren oft extrem auf vermeintliche Zurückweisungen oder Kritik. Andererseits können stabile und unterstützende Beziehungen helfen, Emotionen zu regulieren und ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Therapie als Unterstützung der Emotionsregulation:

Die Therapie kann Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen, gesündere Strategien zur Emotionsregulation zu entwickeln. Dr. Davatz betont die Wichtigkeit einer verständnisvollen und akzeptierenden therapeutischen Beziehung.

Hilfreiche Strategien:

  • Verbalisieren von Gefühlen: Gefühle in Worte zu fassen kann helfen, die emotionale Belastung zu reduzieren. Der Therapeut kann den Patienten dabei unterstützen, seine Gefühle zu benennen und auszudrücken.
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien: In der Therapie können Patienten lernen, mit schwierigen Emotionen umzugehen, ohne auf selbstverletzendes Verhalten zurückzugreifen.
  • Stärkung des Selbstwertgefühls: Ein positives Selbstbild und ein starkes Selbstwertgefühl können helfen, besser mit Kritik und Zurückweisungen umzugehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Emotionsregulation ein zentrales Thema bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung ist. Die Quellen betonen die Bedeutung von gesunden Bewältigungsstrategien und die wichtige Rolle der Therapie bei der Entwicklung dieser Strategien. Stabile Beziehungen und ein unterstützendes Umfeld können ebenfalls zur Verbesserung der Emotionsregulation beitragen.

https://ganglion.ch/pdf/Borderline.pdf