Dr.med. Ursula Davatz empfiehlt eine Methode, die auf Verständnis, Validierung und Beruhigung basiert, um Konfliktsituationen mit Kindern zu deeskalieren. Anstatt mit Druck oder Strafen zu reagieren, was oft zu Gegendruck führt, plädiert sie für einen Ansatz, der die Bedürfnisse des Kindes in den Vordergrund stellt und gleichzeitig die eigenen Grenzen als Erwachsener respektiert.

Die Methode umfasst folgende Schritte:

  • Ruhe bewahren: In Konfliktsituationen ist es entscheidend, dass Sie selbst ruhig bleiben. Wenn Sie bemerken, dass Sie die Situation nicht mehr aushalten, sollten Sie nicht versuchen, das Kind zu beeinflussen oder ihm die Schuld zu geben. Stattdessen empfiehlt Dr.med. Ursula Davatz, sich selbst zu beruhigen, beispielsweise durch eine Atemübung oder Meditation. Sie können dem Kind auch sagen, dass Sie einen Moment Ruhe brauchen, um nachzudenken.
  • Situation validieren: Validieren Sie die Situation und die Gefühle des Kindes, ohne das Fehlverhalten gutzuheissen. Sagen Sie beispielsweise: „Ich sehe, dass du wütend bist“, oder „Ich verstehe, dass du das jetzt nicht tun möchtest“.
  • Eigene Grenzen kommunizieren: Kommunizieren Sie dem Kind Ihre eigenen Grenzen. Sagen Sie beispielsweise: „Ich kann es nicht ertragen, wenn du schreist“, oder „Ich brauche jetzt etwas Ruhe“.
  • Sich ggf. zurückziehen: Wenn die Situation zu eskalieren droht, können Sie sich auch kurzzeitig zurückziehen, aber nicht ohne dem Kind zu erklären, warum Sie dies tun.

Ziele der Methode:

  • Deeskalation der Situation: Die Situation soll durch Ruhe und Verständnis deeskaliert werden.
  • Stressreduktion: Sowohl das Kind als auch Sie selbst sollen Stress abbauen können.
  • Verhinderung von Machtkämpfen: Durch das Validieren der Gefühle und Bedürfnisse des Kindes und das Kommunizieren der eigenen Grenzen können Machtkämpfe vermieden werden.
  • Langfristige Verhaltensänderung: Die Methode soll dem Kind helfen, langfristig angemessene Bewältigungsstrategien für Konfliktsituationen zu entwickeln.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass diese Methode „hohe Schule“ ist und es Zeit und Übung braucht, sie zu meistern. Es ist wichtig, geduldig zu sein und sich immer wieder auf die Grundprinzipien zu besinnen: Ruhe, Verständnis und Validierung.

https://ganglion.ch/pdf/krankheiten_herkunftsfamilie.pdf