Dr. med. Ursula Davatz spricht in ihrem Vortrag über kulturelle Unterschiede im Gefühlsausdruck. Sie betont, dass Menschen aus südlichen Ländern und dem Osten, wie z.B. Türken, ihre Gefühle eher ausleben als über sie zu sprechen. Sie leben ihre Emotionen direkt und offen aus, während Schweizer eher dazu neigen, ihre Gefühle zu unterdrücken und zu kontrollieren.

Im Westen, insbesondere in der Deutschschweiz, wird Wert auf Korrektheit und Beherrschtheit gelegt. Emotionale Ausbrüche werden oft als unhöflich oder unangemessen empfunden. In östlichen und südlichen Kulturen hingegen ist der emotionale Ausdruck direkter und intensiver.

Diese Unterschiede können zu Missverständnissen führen, wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen aufeinandertreffen. Dr.med. Ursula Davatz erwähnt, dass Menschen aus südlichen und östlichen Kulturen die westliche Tendenz, über Gefühle zu sprechen, als „blöd“ empfinden können. Sie sind es gewohnt, Emotionen zu leben, anstatt sie zu analysieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es im Westen eine stärkere Betonung der emotionalen Kontrolle gibt, während im Osten und Süden der direkte Ausdruck von Gefühlen stärker akzeptiert ist. Diese Unterschiede sind wichtig zu beachten, um Missverständnisse und Konflikte in der interkulturellen Kommunikation zu vermeiden.

https://ganglion.ch/pdf/Umgang_Kindern_schwierigem_privatem_Umfeld.pdf