Die Referentin, Dr. med. Ursula Davatz, beschreibt die Wirkung von Elektroschocks im Kontext der Behandlung von Mutismus und anderen psychischen Zuständen, die mit Blockaden und negativen Gedankenmustern einhergehen.

  • „Reset“ für das Gehirn: Sie vergleicht die Elektroschocktherapie mit einem „Steckerziehen“ des Gehirns, wodurch dieses depolarisiert und sozusagen neu gestartet wird. Das bedeutet, dass die elektrischen Potentiale und Reizleitungen im Gehirn durch den Stromstoss entladen werden.
  • Unterbrechung negativer Gedankenmuster: Die Referentin erklärt, dass die Elektroschocktherapie dazu dient, die Blockade im Gehirn, die durch ein emotionales Dilemma und negative Gedanken entstanden ist, zu durchbrechen. Durch die Depolarisierung der Nervenzellen wird auch das Gedächtnis gelöscht, was dazu beitragen soll, dass die negativen Erfahrungen nicht mehr so stark im Vordergrund stehen.
  • „Neugeburt“-Erfahrung: Nach dem Elektroschock erleben die Patienten eine Art „Neugeburt“, da sie langsam aus dem Dämmerzustand der Narkose aufwachen. Die Referentin erwähnt eine Patientin, die dieses Aufwachen sogar als angenehm empfand und es mit einem Orgasmus verglich.
  • Wiederaufbau des Lebens: Die Referentin betont jedoch, dass der Elektroschock alleine nicht ausreicht, um den Zustand der Patienten nachhaltig zu verbessern. Es ist wichtig, nach der Therapie mit den Patienten das Leben wieder aufzubauen und neue positive Bezüge zu schaffen.
  • Wiederkehr negativer Gedanken: Die Referentin räumt ein, dass die negativen Gedanken nach der Therapie wieder zurückkehren können. Daher ist es wichtig, die Patienten in der Zeit nach der Therapie intensiv zu begleiten und ihnen zu helfen, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
  • Wiederaufleben der Therapie: Dr. Davatz stellt fest, dass die Elektroschocktherapie in der heutigen Zeit wieder vermehrt eingesetzt wird, insbesondere bei schweren Depressionen und Schizophrenien, bei denen negative Gedankenmuster eine grosse Rolle spielen.

Kritik: Die Referentin erwähnt, dass der Einsatz von Elektroschocks in der Vergangenheit auch mit fragwürdigen Methoden und Zielen verbunden war, wie zum Beispiel dem Versuch, autistische Kinder mit Elektroschocks zu „dressieren“. Sie distanziert sich klar von solchen Praktiken und betont die Wichtigkeit eines sensiblen und ethischen Umgangs mit dieser Therapieform.

https://ganglion.ch/pdf/Selektiver-Mutismus-und-Schulverweigerung.pdf