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Transkript
Dr.med. Ursula Davatz
Erziehungsschäden – Teil 4
21.3.2026
Audio
[00:00:00.080] – Bemerkung 1
Wenn etwas vorfällt ist immer nur ein Kind schuld. Es sind vier Kinder.
[00:00:06.880] – Bemerkung 1
Das ist für mich schwierig. Ich kann das nicht nachvollziehen.
[00:00:07.760] – Bemerkung 1
Ich habe in meiner Ausbildung gelernt, dass jedes Verhalten Sinn macht.
[00:00:07.840] – Bemerkung 1
Das Kind hatte einen Meltdown und hat eine Beule in die Motorhaube geschlagen.
[00:00:14.120] – Bemerkung 1
Der Vater hat dem Sohn einen Brief geschrieben, dass er sein Moped abgeben muss.
Der Sohn hat darauf monatelang gespart.
[00:00:38.010] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht gar nicht. Das bringt auch gar nichts.
[00:00:40.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Da würde ich sagen: nicht mehr reden, sondern Fragen stellen.
[00:00:44.530] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir Frauen haben Mühe mit autoritären Vätern, die alles wissen wollen und sich
durchsetzen wollen.
[00:00:44.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man Mühe hat, muss man immer zwei Schritte zurück gehen und dann den Vater
kennenlernen wollen.
[00:00:44.770] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann fragen: was hat Dein Vater für Werte repräsentiert?
[00:00:44.900] – Bemerkung 2
Ich hatte auch schon mit dem Vater alleine ein Gespräch. Er hat mir erzählt wie
erfolgreich er ist. Es wäre um seinen Sohn gegangen. Er setzt die Latte sehr hoch. Der
Vater definiert sich sehr auf Leistung.
[00:01:27.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn der Vater eine Stunde lang erzählt, würde ich das nicht zulassen. Sie haben es ja
schon gehört.
[00:01:28.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sagen: ich sehe, sie haben sehr viel geleistet. Sie legen sehr viel Wert auf Leistung.
Zurückschauen, auf was sein Vater wert gelegt hat. Hat er seinem Vater genügt mit
seiner Leistung? Wenn er nicht genügt hat, haben wir schon ein Problem.
[00:01:34.850] – Bemerkung 3
So ist es wahrscheinlich.
[00:01:40.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss das alles hervor holen. Wenn man sieht, dass er nicht genügt hat, kommt die
nächste Frage: war das schlimm für sie? Versuchen sie immer noch?
[00:01:40.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sehe sie haben sehr viel geleistet und ich sehe sie legen sehr viel Wert auf
Leistung.
[00:01:47.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Probieren sie immer noch ihrem Vater zu genügen.
[00:02:18.850] – Dr.med. Ursula Davatz
Das will man ja, alle Kinder wollen ihren Eltern genügen.
[00:02:18.960] – Dr.med. Ursula Davatz
Lebt sein Vater noch? Dann kann er seinen Vater mal fragen, ob er zufrieden ist, mit
dem was er gemacht hat.
[00:02:18.850] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kann er selber sagen: ich bin zufrieden mit dem was ich erreicht habe, aber ich
habe Mühe mit dem, wie mein Sohn ist.
[00:02:19.070] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kann er seinen Vater um Rat fragen gehen.
[00:02:33.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Grosseltern sind oft milder mit den Enkelkindern, als Eltern mit den Kindern. Man kann
eine Brücke schlagen.
[00:02:33.812] – Dr.med. Ursula Davatz
Man distanziert sich von seinem direkten Verhalten und führt ihn zurück.
[00:03:12.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kommt immer wieder die Wertschätzung: ich weiss sie wollen nur das Beste.
[00:03:13.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei so einem Kind, wenn man das macht, gibt es das Krankheitsbild PDA.
[00:03:30.760] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann diese Kinder tot schlagen und sie folgen immer noch nicht. Folglich muss
man eine andere Methode verwenden.
[00:03:31.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss das alles so herleiten und dann schauen: kann er das nachvollziehen?
[00:03:32.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Da kommt Jean Piaget mit der Dezentrierung.
[00:03:48.766] – Dr.med. Ursula Davatz
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Piaget
[00:03:49.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Er muss weg gehen von seinem Erziehungskonzept hin zu seinem autistischen
Behandlungskonzept.
[00:03:49.390] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn es ganz schwierig wird, persönlich wird, einfach generalisieren, nicht persönlich
sagen.
[00:03:49.650] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja ich sehe, das bringt viele Kinder weit, aber bei so einem Kind, das schlägt den Kopf
gegen die Wand, das kommt ganz schlecht.
[00:03:54.354] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann wieder fragen: können sie das nachvollziehen?
[00:04:04.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Es gibt die Geschichte von Königsfelden, wo ein Jugendlicher in der Psychiatrie nicht
ernst genommen wurde, die Nachtwache hat ihn nicht ernst genommen, nur die
Krankenschwester hat ihn ernst genommen. Er hat den Kopf gegen die Wand
geschlagen und ist schlussendlich gestorben.
[00:04:04.980] – Dr.med. Ursula Davatz
[00:04:30.090] – Dr.med. Ursula Davatz
Dem Vater kann man diese Beispiele aufzeigen und sagen: das wollen wir verhindern.
Das wollen sie als Vater von dem Kind sicher auch verhindern.
[00:05:23.740] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht direkt emotional reagieren auf diesen Macho Vater, auf diesen autoritären Vater,
sondern das Ganze theoretisch ein bisschen hinterfragen.
[00:05:23.784] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei einem ADHS/ADS Kind gelten andere Regeln.
[00:05:23.820] – Bemerkung 4
Die Mutter hat sehr viel Verständnis. Ich hatte auch mit den drei Geschwistern ein
Coaching. Die sind alle im Bild. Wir haben auch die Stärken vom Bruder angeschaut. Er
wird schnell emotional.
[00:05:24.016] – Bemerkung 4
Der Vater ist die Knacknuss.
[00:05:50.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Geschichte der Affen geht so: die Affen haben neue Futterquellen bekommen. Das
Weibchen hat herausgefunden, wenn man das Gemisch ins Wasser schmeisst, sinken
die Steine, die Getreidekörner schwimmen oben auf, man kann sie abschöpfen und
Essen. Die dreckigen Süsskartoffeln wurden im Wasser gewaschen und gegessen.
[00:06:10.750] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Mütter haben es schnell gelernt, die Kinder haben es schnell gelernt, der dominante
Affe hat es nie gelernt.
[00:06:52.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Der dominante Affe ist sehr beschäftigt mit der Hierarchie Aufrechterhaltung, dass er
nicht dazu kommt.
[00:07:07.450] – Dr.med. Ursula Davatz
Heutzutage haben wir das Schulsystem, das politisches System und so weiter. Wir
halten unsere Struktur schon aufrecht. Da braucht es Väter, die auch noch lernen
können.
[00:07:25.300] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen zurückstehen, generalisieren, ihn hinterfragen was sein Vaterideal ist, was
will er für erwachsene Männer aus seinen Söhnen machen?
[00:07:35.080] – Dr.med. Ursula Davatz
Nicht in die Handlung gehen.
[00:08:10.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Man will das Kind schützen und schon ist es verloren.
[00:08:11.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Macht das Sinn?
[00:08:11.790] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sprechen theoretisch über das Patriarchat.
[00:08:11.812] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir sehen in der Politik, wie die Patriarchen sich auf höchster politischer Ebene die
Köpfe einschlagen. Das kann es nicht sein, das wollen wir nicht.
[00:08:11.909] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir Frauen haben hier den Auftrag, etwas anderes reinzubringen.
[00:08:11.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Zuerst muss man den patriarchalen Hintergrund gut wertschätzen. Erst dann kann man
verändern.
[00:08:16.948] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist das Joining und dann verändern. Auf das Trittbrett springen, mitfahren, dann ein
wenig verändern.
[00:08:17.290] – Bemerkung 5
Ich habe sein Ego gestreichelt.
[00:08:23.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Gut gemeint ist noch nicht gut.
[00:08:43.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Über diese Generalisierung wieder langsam zu diesem Punkt kommen.
[00:09:09.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Psychiater in Basel hat mit so Systeme gearbeitet.
[00:09:12.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Er hat immer nach dem Clinch, den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht. Als Türke
konnte er das.
[00:09:12.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Als Frau können sie sagen; ist das für sie schwierig wenn ich jetzt hier solche Dinge
sage, wäre es für sie einfacher, wenn ich ein Mann wäre? Soll ich mich jetzt als Mann
schminken? Einen Witz machen. Soll ich transsexuell werden, damit sie es anhhören
können.
[00:09:19.480] – Dr.med. Ursula Davatz
Als Fachfrau…
[00:09:50.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Patriarchen sind schwierig für uns Frauen.
[00:09:51.390] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein Mann und eine Frau habe ich zu spät reingelassen. Der Mann war sauer.
[00:10:10.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe gefragt: sind sie sauer auf mich, dass sie so lange warten mussten? Ich habe
es gleich angesprochen und gesagt: ich habe es nicht immer im Griff.
[00:10:22.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Weil ich es gleich angesprochen habe, ist er geblieben und ich konnte mit ihnen
arbeiten.
[00:10:29.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Sein Frau konnte als Grossmutter für den Enkel verwendet werden. Der Enkel ist aus
der Schule abgehauen. Das hat geholfen, dass wir den Enkel persönlichkeitsgerecht
abholen konnten.
[00:10:30.082] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Enkel wurde von der Schule in die Klinik eingewiesen, ohne dass man die Eltern
gefragt hat.
[00:10:30.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Großmutter ist wieder gekommen und wollte Hilfe. Der Fall steht auch in meinem
Buch.
[00:10:45.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich konnte zu diesem System eine Beziehung herstellen.
[00:10:45.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Teenager hatte blaue Haare, hat sich gegen die Regeln aufgelehnt, hat dann eine
Stelle gefunden und hat sich gut entwickelt.
[00:11:27.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir müssen dem Patriarchat entgegenkommen und dann dennoch uns durchsetzen mit
unserer Strategie.
[00:11:52.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Der gemeinsame Nenner ist: wir wollen nur das Beste für das Kind.
[00:11:53.650] – Dr.med. Ursula Davatz
Er will das Beste, sie wollen das Beste. Sie sind Spezialistin.
[00:12:10.242] – Dr.med. Ursula Davatz
Man muss die Abwehr ein wenig rausholen.
[00:12:10.530] – Dr.med. Ursula Davatz
Sobald die Abwehr besprochen wird, kann sie nicht mehr so gut praktiziert werden.
[00:12:23.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen ihn wieder sehen und fragen: wie geht es? Wie läuft es?
[00:12:23.980] – Bemerkung 6
Den Knaben sehe ich regelmässig.
[00:12:31.100] – Dr.med. Ursula Davatz
Ab und zu den Vater treffen und schauen was er findet. Wenn er merkt, dass es positiv
vorwärts läuft, dann haben sie ihn.
[00:13:03.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Umgang mit Patriarchen.
[00:13:03.470] – Bemerkung 7
Ich arbeite in der beruflichen Eingliederung als Berufsberaterin.
[00:13:12.730] – Bemerkung 7
Ich finde es ganz schwierig mit so jungen Frauen, die aus einer kleinen oder
mittelgroßen Familie kommen wohl situiert.
[00:13:26.010] – Bemerkung 7
Mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung und so unglaublich fordernd.
[00:13:34.350] – Dr.med. Ursula Davatz
Ja die sind sehr fordernd.
[00:13:34.750] – Bemerkung 7
Was man ihnen jetzt zu bieten habe.
[00:13:35.470] – Bemerkung 7
Sie konnte mit der Integrationsmaßnahme nicht starten, und hat am Schluss behauptet,
ich hätte es verzögert. Ich hätte es gar nicht weiterlaufen lassen dürfen. Ich habe ein
ganzes Jahr auf sie gewartet immer wieder Kontakt gehabt und immer wieder
nachgefragt ob sie jetzt bereit, zu ihren Gunsten.
[00:14:20.760] – Bemerkung 7
Am Schluss hat sie behauptet ich hätte es verzögert und sie hätte schon lange
beginnen wollen, sie brauche jetzt Geld.
[00:14:32.890] – Bemerkung 7
Dann ist Pro Infirmis auf mich zugekommen und die junge neue Psychotherapeutin aus
dem EPD. Alle wollten mir sagen, was das schief läuft. Dann habe ich dann mal gesagt:
ich gebe gern das Protokoll raus.
[00:14:58.350] – Bemerkung 7
Es ist eigentlich nicht falsch gegangen.
[00:15:01.790] – Bemerkung 7
Damit habe ich Mühe. Es ist ja immer wieder eine andere Nuance.
[00:15:09.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Borderline Patientinnen Patientinnen die sind häufig.
[00:15:18.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Borderline Patientinnen sind in der Regel aus meiner Sicht ADHS Patientinnen die eher
zu streng erzogen worden sind und wo die Mutter wahrscheinlich alles für sie gemacht
hat oder auch kritisiert hat.
[00:15:33.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Daher würde fragen: wie sind sie aufgewachsen, mussten sie Arbeiten übernehmen?
Wenn sie die Arbeiten gemacht haben, wurde sie wertgeschätzt?
[00:15:38.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Immer wieder zurück gehen in die Geschichte.
[00:15:38.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann sagen: das gehört nicht zur beruflichen Eingliederung.
[00:16:04.980] – Bemerkung 7
Es stellt sich immer die Frage: können die was umsetzen?
[00:16:05.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Durfte sie als Kind Verantwortung übernehmen, auch in der Pubertät oder hat man ihr
die Verantwortung immer weg genommen, weil die Mutter alles gemacht hat.
[00:16:18.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn sie gar nicht Verantwortung übernehmen durfte, hat sie es nie gelernt.
[00:16:20.262] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist heute häufig so.
[00:16:20.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Eine Mutter hat heute wenig Kinder, investiert alles machen alles für die Kinder.
[00:16:31.010] – Dr.med. Ursula Davatz
Temperamentvolle Mädchen dürfen sich gar nicht entwickeln.
[00:16:35.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich würde auch wieder in die Geschichte zurückgehen und schauen: durfte sie
Verantwortung übernehmen?
[00:16:40.910] – Bemerkung 8
Was ist wenn sie nicht Verantwortung übernehmen durfte?
[00:16:44.390] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann müssen wir es jetzt noch lernen.
[00:16:49.070] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann könnte sie sagen: aha ja verstehe ich, eigentlich wollten wir zusammen schauen,
beruflich integrieren.
[00:16:58.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie haben dann gesagt ich habe sie verhindert.
[00:17:02.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Der Ausdruck dafür ist: die tun externalisieren.
[00:17:08.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Die tun externalisieren weil sie es gar nie durften.
[00:17:09.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann wäre die Haltung: wir müssen jetzt lernen miteinander Verantwortung zu teilen.
[00:17:19.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kommt die Frage: wenn etwas nicht geht dann ist immer eben etwas nicht in
Ordnung oder nicht so weit oder man weiss noch nicht das Rechte.
[00:17:26.960] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir müssen herausfinden: was will sie eigentlich.
[00:17:37.470] – Dr.med. Ursula Davatz
Was ihr Beruf?
[00:17:38.000] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kann man zurückgehen was hat die Mutter für einen Beruf gehabt was der Vater?
[00:17:41.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Waren die erfüllt in ihrem Beruf oder haben die ihre Berufserwartungen an ihr Kind
weiter gegeben?
[00:17:54.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Generalisieren, ausweiten nicht so nur zwischen ihnen und ihr, dass es so persönlich
wird.
[00:18:00.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Wirklich woher kommt das?
[00:18:03.350] – Dr.med. Ursula Davatz
Da kann man natürlich auch schauen, was hat sie gern gehabt in der Schule? Hatte sie
Träume?
[00:18:09.110] – Dr.med. Ursula Davatz
Hat sie mal irgendetwas gelernt?
[00:18:11.110] – Bemerkung 8
Nein sie hat mal ein Praktikum in einer Kita gemacht.
[00:18:14.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Wie alt ist sie?
[00:18:29.690] – Bemerkung 8
20 Jahre alt.
[00:18:29.970] – Dr.med. Ursula Davatz
Die ist noch am Anfang die ist noch jung.
[00:18:32.250] – Dr.med. Ursula Davatz
Die meisten Dekompensationen passieren auch bei der Berufsfindung.
[00:18:38.090] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn Kinder immer bestimmt worden sind von ihren Eltern, können sie auch keinen
Beruf finden.
[00:18:41.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich habe viele Geschichten, wo sie etwas beginnen, das die Eltern wollen.
[00:18:48.850] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann verweigern sie, fallen raus machen nichts.
[00:18:49.000] – Dr.med. Ursula Davatz
Da muss man zuerst aufdecken, was ist da verschüttet und was will sie eigentlich?
[00:19:01.610] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie projiziert ihre eigene Verhinderung auf sie.
[00:19:09.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen nicht psychologisch mit ihr sprechen, sondern direkt die Frage stellen: was
war ihr Traum?
[00:19:15.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Was hat sie in der Schule für Träume gehabt?
[00:19:17.730] – Dr.med. Ursula Davatz
Es kann etwas sein, wo sie denkt, dass sie es nicht kann.
[00:19:21.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kann man schauen: wie kann man trotzdem den Weg gehen?
[00:19:32.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Wie kann man sich langsam dem annähern.
[00:19:32.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Die projiziert ihre innere Blockade auf sie.
[00:19:42.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Die machen lieber nichts als etwas falsches was bei den Eltern nicht gut genug ist.
[00:19:52.880] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist häufig so.
[00:19:53.200] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie verweigert alles.
[00:19:53.370] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn man etwas macht, das man selber möchte, und die Eltern sind nicht zufrieden
damit, bekommt man die Anerkennung nicht.
[00:20:05.280] – Dr.med. Ursula Davatz
Krank werden und nichts machen ist einfacher als etwas machen und Kritik von den
Elteren bekommen.
[00:20:14.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Sobald man krank ist kann man nichts dafür.
[00:20:24.540] – Bemerkung 9
Die Verantwortungsübernahme fehlt mir ja.
[00:20:24.780] – Dr.med. Ursula Davatz
Darum würde ich fragen: durfte sie Ämter übernehmen?
[00:20:26.140] – Dr.med. Ursula Davatz
War die Mutter zurfrieden damit, wie sie es gemacht hat?
[00:20:26.420] – Dr.med. Ursula Davatz
Oder durfte sie gar keine Ämter übernehmen?
[00:20:32.540] – Dr.med. Ursula Davatz
Meistens hatten sie eine zu enge Begleitung und sie waren zu über-bemuttert.
[00:20:36.620] – Dr.med. Ursula Davatz
Borderliner sind professionell Pubertierende.
[00:20:51.840] – Dr.med. Ursula Davatz
Die können mit ihnen argumentieren, sie runterholen, alles intelligente, ganz gescheit
reden, aber Verantwortung übernehmen können sie nicht.
[00:20:58.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Psychotiker, die Schizophrenen, das sind maligne Pubertieren.
[00:21:08.640] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht in einen schlimmeren Krankheitswert rein.
[00:21:09.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Die bleiben dann in der Psychose hängen.
[00:21:14.910] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist immer die Pubertät.
[00:21:17.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Die sind nicht durch die Pubertät durch.
[00:21:20.030] – Dr.med. Ursula Davatz
Dass sie Sie kritisiert, ist eigentlich ein pubertäres Verhalten.
[00:21:23.870] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Mutter trägt die Schuld, wenn ich an den Händen friere.
[00:21:25.550] – Dr.med. Ursula Davatz
Weil ich die Handschuhe vergessen habe.
[00:21:28.590] – Dr.med. Ursula Davatz
Teenager, die wollen überall mitreden, alles oppositionieren aber keine Verantwortung
tragen.
[00:21:40.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Die durfte keine Verantwortung tragen.
[00:21:41.160] – Dr.med. Ursula Davatz
Und der Vater? Hat er seine Tochter Verantwortung übernehmen lassen?
[00:21:51.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Hat er sie machen lassen? Hat er ihr Dinge gezeigt?
[00:21:51.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Blickwinkel ausweiten, verallgemeinern sich raus nehmen aus der Sache.
[00:22:08.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Da sind sie die Mutter die kritisiert wird.
[00:22:12.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Es ist einfacher sie zu kritisieren als die eigene Mutter.
[00:22:15.810] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist immer so.
[00:22:16.060] – Dr.med. Ursula Davatz
Macht das Sinn?
[00:22:16.310] – Dr.med. Ursula Davatz
Üben Sie! Versuche Sie!
[00:22:16.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei den Borderlinern frage ich immer nach der Beziehung zur Mutter.
[00:22:27.500] – Dr.med. Ursula Davatz
Oft haben die eine stumme, laute Abwehr gegen die Mutter.
[00:22:27.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Mutter hat sie oft nicht machen lassen.
[00:22:46.220] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Schizophrenen, die haben oft gar nicht pubertiert.
[00:22:49.260] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Pubertieren dann erst mit ihrer Psychose.
[00:22:54.430] – Dr.med. Ursula Davatz
Borderliner pubertieren oft, aber werden runter gedrückt.
[00:22:56.830] – Bemerkung 10
Ich arbeite gerade an jemandem, die eine Psychose hatte. Eine wahnsinns dominate
Mutter.
[00:22:57.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Viele Eltern sagen: der Psychotiker hat nie pubertiert.
[00:23:27.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Der hat sich gar nie getraut.
[00:23:27.950] – Dr.med. Ursula Davatz
Die pubertieren dann erst, die rebellieren erst wenn sie psychotisch sind.
[00:23:39.350] – Bemerkung 11
Spannend.
[00:23:44.790] – Dr.med. Ursula Davatz
Das habe ich in meinem ersten Buch ADHS und Psychose angeschaut.
[00:23:46.700] – Dr.med. Ursula Davatz
https://www.somedia-buchverlag.ch/gesamtverzeichnis/deadhs-und-schizophrenie/
[00:23:46.790] – Bemerkung 12
Das heisst bei den Boderlinern gab es keinen Ablösungsprozess, der war zu wenig
genau, konnte nicht stattfinden.
[00:23:46.900] – Dr.med. Ursula Davatz
Der hat noch nicht stattgefunden.
[00:24:24.360] – Dr.med. Ursula Davatz
Die ganze Pubertät läuft dann mit allen Versorgungssystemen ab.
[00:24:29.720] – Dr.med. Ursula Davatz
So sage ich dann den Fachleuten: Borderliner darf man nie erziehen.
[00:24:34.600] – Dr.med. Ursula Davatz
Die männlichen Bezugspersonen wollen dann häufig erziehen.
[00:24:39.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht überhaupt nicht.
[00:24:40.410] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann sich nur mit ihnen auseinandersetzen.
[00:24:43.130] – Dr.med. Ursula Davatz
Man kann eine klare Haltung haben.
[00:24:45.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Man darf sie nicht erziehen.
[00:24:48.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Die fordern einem häufig heraus zu einer starken Auseinandersetzung und das muss
man aushalten.
[00:25:06.180] – Bemerkung 13
Wir hatte eine Borderline Frau auf der Bühne.
[00:25:06.420] – Bemerkung 13
Der Professor wollte sie immer belehren.
[00:25:09.140] – Dr.med. Ursula Davatz
Das geht gar nicht.
[00:25:11.420] – Bemerkung 13
Sie kam nach einem Monat wieder und hat gesagt: der Professor muss noch mehr
lernen an mir.
[00:25:11.660] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie hat Recht!
[00:25:11.730] – Bemerkung 13
Sie hat das angesprochen.
[00:25:26.700] – Bemerkung 13
Sie ist immer extremer geworden.
[00:25:28.340] – Dr.med. Ursula Davatz
Nur bringt sie das nicht weiter.
[00:25:35.720] – Dr.med. Ursula Davatz
Er lernt dann vielleicht etwas aber sie kann keine Verantwortung übernehmen.
[00:25:41.440] – Dr.med. Ursula Davatz
Ein sehr schönes Beispiel.
[00:25:44.680] – Dr.med. Ursula Davatz
Andere Situationen, die sie schlecht aushalten.
[00:25:50.920] – Bemerkung 14
Jungen Männer, mit diagnostiziertem ADHS/ADS oder ein vermutetes, schlechte
Schulkarriere, vielleicht ein Lehrabbruch und kommen dann wieder auf irgendeinem
Weg.
[00:26:04.240] – Bemerkung 14
Sie sind aber nicht wirklich anwesend. Sie haben viele Absenzen.
[00:26:14.480] – Bemerkung 14
Irgendwie kann man sie nicht wirklich fassen.
[00:26:20.960] – Dr.med. Ursula Davatz
ADHSler sind oft unzuverlässig.
[00:26:27.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie kommen zu spät oder sie kommen gar nicht.
[00:26:27.520] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie sind nicht abgemeldet und so weiter.
[00:26:31.050] – Bemerkung 14
Sie müssen zumindest da sein, dass man etwas mit ihnen machen kann.
[00:26:31.210] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich würde in das Provokative gehen.
[00:26:43.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich sehe, sie verpassen viele Stunden.
[00:26:45.930] – Dr.med. Ursula Davatz
Bin ich zu langwierig für sie?
[00:26:52.010] – Dr.med. Ursula Davatz
Haben sie das Gefühl, ich bringe ihnen nicht das, was sie wollen?
[00:26:52.330] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann natürlich: was wollen sie, was brauchen Sie?
[00:26:57.610] – Bemerkung 14
Die einen können dann sagen: ja sie sind zu langweilig.
[00:26:59.690] – Dr.med. Ursula Davatz
Ok, dann fragt man: was müsste ich für einen Zirkus veranstalten, dass sie kommen?
[00:27:08.570] – Dr.med. Ursula Davatz
Was muss ich ihnen bieten, damit sie kommen?
[00:27:09.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Wie kann ich sie locken?
[00:27:09.490] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist schon Teasing.
[00:27:17.850] – Dr.med. Ursula Davatz
Was sind ihre Traumvorstellungen?
[00:27:28.120] – Dr.med. Ursula Davatz
Was wäre ihr Traumberuf gewesen?
[00:27:30.800] – Dr.med. Ursula Davatz
Was hätten sie eigentlich gewollt?
[00:27:33.040] – Dr.med. Ursula Davatz
Wenn sie einen Zauberstab hätten, was würden sie erreichen wollen in ihrer Karriere?
[00:27:35.840] – Dr.med. Ursula Davatz
In die Karrierelust reinschauen und schauen, ob dort etwas kommt?
[00:27:36.240] – Dr.med. Ursula Davatz
Das ist eigentlich nach ihrem Fokus finden.
[00:27:53.190] – Dr.med. Ursula Davatz
Dann kann es sein, dass sie sagen: das geht ohnehin nicht.
[00:27:55.750] – Dr.med. Ursula Davatz
Doch ich will das wissen.
[00:27:59.668] – Dr.med. Ursula Davatz
Hartnäckig danach fragen.
[00:27:59.830] – Dr.med. Ursula Davatz
Was würde sie interessieren?
[00:28:06.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie dürfen alles sagen.
[00:28:08.350] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie dürfen alles sagen: Astronaut werden oder König.
[00:28:17.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Da hilft man ihnen, ihren Fokus zu finden.
[00:28:27.720] – Bemerkung 13
Da kommt das zweite Problem, wenn sie zu hoch einsteigen und nicht umsetzen
können.
[00:28:28.560] – Dr.med. Ursula Davatz
Das macht gar nichts.
[00:28:28.920] – Dr.med. Ursula Davatz
Wir können auch in der Phantasie bleiben.
[00:28:49.180] – Dr.med. Ursula Davatz
Zu hoch einsteigen. Was gefällt dir daran, was will er dort bewirken?
[00:28:54.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Das mache ich auch mit älteren Leuten.
[00:28:58.076] – Dr.med. Ursula Davatz
Was könnte man jetzt noch erreichen, auf einem tieferen Niveau.
[00:28:58.220] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie dürfen ihre Phantasien sagen.
[00:28:58.246] – Dr.med. Ursula Davatz
Man darf ja nicht sagen: das geht nicht.
[00:28:58.390] – Dr.med. Ursula Davatz
Die Eigernordwand erklimmt man nicht mit einem Sprung. Es braucht Griff um Griff,
Schritt für Schritt. Fangen wir mal hier an.
[00:29:19.990] – Dr.med. Ursula Davatz
Es muss nicht realistisch sein.
[00:29:30.666] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen selber rausfinden, dass es nicht geht.
[00:29:30.958] – Dr.med. Ursula Davatz
Sie müssen etwas probiert haben und daran scheitern können. Das gibt eher eine
Einsicht, als wenn man sagt, das geht nicht.
[00:30:01.240] – Bemerkung 13
Sie müssen es erleben.
[00:30:04.690] – Bemerkung 15
Männer haben kein Borderline?
[00:30:05.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Früher hat man den Frauen gesagt: Hysterikerinnen. Heute sagt man Borderline.
[00:30:05.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Bei den Männern ist es eher die narzisstische Persönlichkeitsstörung, die bei allem
beleidigt ist.
[00:30:26.770] – Bemerkung 15
Ich erlebe oft auch die Fehldiagnose, dass die Frau zuerst Borderline ist und dann
kommt der Autismus.
[00:30:40.050] – Dr.med. Ursula Davatz
Dahinter ist immer ADHS/ADS, Autismus.
[00:30:40.380] – Dr.med. Ursula Davatz
Man hat sich noch nicht gefunden.
[00:30:40.820] – Dr.med. Ursula Davatz
Ich hoffe sie konnten was mitnehmen und sie können weiter an diesen Themen
arbeiten.
[00:30:42.020] – Dr.med. Ursula Davatz
Danke!