ADHS und der Ausstieg aus der Depression

Depression ist der Anfang zur Selbstfindung.

Inputreferat: Dr. med. Ursula Davatz, Vizepräsidentin adhs20+

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Familiensystemtherapie nach Murray Bowen

Depression ist der Anfang zur Selbstfindung. Für Menschen mit ADHS und ADS gibt es nur eines, um aus der Depression herauszukommen: Zu sich und seinen Eigenschaften zu stehen und nicht mehr dagegen ankämpfen, weil es das Umfeld so will. Erst dann lernt man mit seinen „Ecken und Kanten“ besser umzugehen.

Selbstbestimmung

Selbstbestimmung

Keine Patienten werden so sehr fremdbestimmt gegen ihren Willen wie die Psychiatriepatienten und keine anderen Patienten können sich so schlecht wehren dagegen. Woher kommt das, wie lässt sich das erklären?

Obwohl die Psychiatrie über die Einführung der Patientenrechte ei- nige Fortschritte gemacht hat in dieser Hinsicht, ist das Fremdbestimmungsrecht noch sehr stark verankert in der psychiatrisch- psychosozialen Versorgung. Warum?

Menschen mit psychischen Leiden haben ihre Gefühls-, Denk- und Handlungswelt oft nicht mehr unter ihrer bewussten Willenskontrolle. Sie fallen ab von der Norm im Fühlen, Denken und Handeln und fallen des- halb auf in der Gesellschaft, sie ecken an mit ihrer Andersartigkeit und verursachen Unruhe im Regelablauf. Je ängstlicher ein Kollektiv, eine Gesellschaft ist, und das ist sie vielerorts heutzutage, umso intoleranter wird sie gegenüber jeglicher Normabweichung, umso grösser wird auch das Normierungsstreben. In der Schweiz herrscht zurzeit ein starker Drang zur Normierung über gesetzliche Regelungen, die dem Kollektiv Sicherheit geben sollen, was an sich im Gegensatz zum alt bewährten, hochgepriesenen schweizerischen Föderalismus steht.

Jahresbericht Guyerweg 2017 (PDF zum runterladen)