Die elektronischen Medien spielen in der heutigen Zeit eine bedeutende Rolle in der Erziehung, indem sie eine riesige Konkurrenz für Eltern und Lehrer darstellen. Dr. Davatz betont, dass es heutzutage sehr schwierig ist, Jugendliche zu erziehen, und dass dies eine grosse Herausforderung darstellt. Sie zollt Lehrern und Eltern ihren Respekt für diese Aufgabe, die sicher schwieriger geworden ist als früher.
Die Konkurrenz durch die elektronischen Medien und die gesamte Unterhaltungsindustrie ist enorm. Eltern und Lehrer müssen sich irgendwie mit diesen Medien messen bzw. den Unterricht und die Erziehung interessanter gestalten als das, was „büchsenmässig vorfabriziert“ und verbreitet wird.
Dr.med. Davatz beobachtet, dass die Aufmerksamkeit von Kindern tendenziell abnimmt. Kinder scheinen eher auf kurze Aufmerksamkeitsspannen ausgerichtet zu sein, und für längere Aufmerksamkeitsphasen braucht es mehr Interaktion und immer wieder neue Akzente.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Wissen heutzutage vom Internet abgerufen werden kann. Man kann Fragen stellen und erhält schnell eine Antwort. Obwohl Dr. Davatz anmerkt, dass die Richtigkeit dieser Informationen nicht immer kontrolliert werden kann, ist eine sehr grosse Menge an Wissen im Internet vorhanden, was in gewisser Weise zu einer Demokratisierung des Wissens geführt hat. Früher waren Lehrer, Pfarrer und Ärzte die zentralen Wissensvermittler, während heute Informationen aus dem Internet zugänglich sind.
Allerdings merkt Dr.med. Davatz an, dass das, was man nicht vom Internet holen kann, die Persönlichkeitsentwicklung ist. Sie betont, dass es heutzutage enorm wichtig ist, dass sowohl die Schule als auch die Eltern dem einzelnen Kind helfen, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Die Persönlichkeit könne durch „Konservendenken, Konservenbilder, Konserveninformation“ sogar kaputt gemacht werden. Dr. Davatz möchte Eltern Mut machen, ihre Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die elektronischen Medien gemäss Dr.med. Davatz eine zwiespältige Rolle in der Erziehung spielen. Einerseits bieten sie einen einfachen Zugang zu Wissen, andererseits stellen sie eine grosse Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen dar und können die Persönlichkeitsentwicklung nicht ersetzen. Eltern und Lehrer stehen vor der Herausforderung, interessanter zu sein als diese Medien und den Fokus auf die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit zu legen.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.