Die Quellen, insbesondere der Vortrag von Dr. med. Ursula Davatz, beschreiben die Reizüberflutung als einen entscheidenden Faktor bei der Entstehung von Schizophrenie bei Menschen mit ADHS/ADS.
ADHS/ADS-Betroffene zeichnen sich durch eine hohe Sensibilität aus, was bedeutet, dass sie mehr Reize wahrnehmen und diese intensiver verarbeiten als Menschen mit einem neurotypischen Gehirn. Dies macht sie anfälliger für Reizüberflutung, die Dr. Davatz als „System Overload“ bezeichnet.
Wenn das emotionale System, das im limbischen System angesiedelt ist, mit zu vielen Reizen konfrontiert wird, kommt es zu einer Übererregung, die Dr. Davatz als „emotionale Monsterwelle“ beschreibt. Diese überschüssige Energie muss irgendwohin und kann bei Menschen mit ADHS/ADS zu einem „System Overflow“ ins Grosshirn führen.
Dieser Überlauf ins Grosshirn führt zu einem Zusammenbruch der dortigen Funktionsstrukturen, einem „Grenzzerfall“. Die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen werden beeinträchtigt, und er verliert den Verstand – im Schweizerdeutschen sagt man: „Er spinnt“.
Die Reizüberflutung ist also der Auslöser für eine Kaskade von Ereignissen, die bei Menschen mit ADHS/ADS zur Entstehung einer Schizophrenie führen kann.
Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle ADHS/ADS-Betroffenen eine Schizophrenie entwickeln. Viele Menschen mit ADHS/ADS führen ein erfolgreiches Leben, und es gibt auch andere Folgekrankheiten, die sich entwickeln können.
Dennoch ist es wichtig, die Rolle der Reizüberflutung zu verstehen und Massnahmen zu ergreifen, um diese zu minimieren, um die Entstehung von Schizophrenie und anderen psychischen Erkrankungen bei ADHS/ADS-Betroffenen zu verhindern.
https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Grenzzerfall_29.11.2024.mp4.pdf
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