Kritik an der Medikamentengabe bei ADHS/ADS

Dr. med. Ursula Davatz hat mehrere Kritikpunkte an der Medikamentengabe bei ADHS/ADS.

  • Sie betont, dass Medikamente meistens Stimulanzien sind, welche das Gehirn stressen. Demgegenüber stellt sie die motorische Aktivität und den Sport als natürliche Wege zur Förderung von Adrenalin und Dopamin heraus.
  • Dr. Davatz argumentiert, dass Medikamente wie Ritalin zwar helfen können, sich auf schulische Inhalte zu fokussieren, aber sie fördern die Persönlichkeitsentwicklung überhaupt nicht. Sie hält es für wichtig, dass in einer individualisierten Gesellschaft die verschiedenen Persönlichkeiten gefördert werden und ihre Talente ausgelebt werden können.
  • Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass eine primäre Behandlung mit Medikamenten den emotionalen Hirnteil nicht fördert, sondern eher ausblendet. Sie erklärt, dass das emotionale Gehirn für das soziale Lernen zuständig ist und auf alle äusseren Inputs als erstes reagiert. Durch Medikamente werde dieser wichtige Teil eher unterdrückt, was sie als schade empfindet und wodurch ihrer Meinung nach eine gewisse Menschlichkeit wegfällt. Gewisse ADHS/ADS-Betroffene bestätigen dies, indem sie sagen, dass sie sich unter Medikamenten nicht mehr so gut spüren und auch andere nicht mehr so gut wahrnehmen.
  • Dr. Davatz beobachtet eine zunehmende Tendenz in der medizinischen Wissenschaft in Richtung des Kognitiven, während das emotionale Gehirn vernachlässigt werde. Sie plädiert dafür, die Menschlichkeit und die Förderung des emotionalen Gehirns und der Sozialkompetenzen bei Kindern stärker zu gewichten.
  • Obwohl Dr. Davatz niemandem die Medikamente verweigert und die Entscheidung den Eltern überlässt, deutet ihre Argumentation klar darauf hin, dass sie eine rein medikamentöse Behandlung als nicht ausreichend betrachtet. Sie betont, dass immer auch das Umfeld begleitet werden muss, einschliesslich der Lehrer.
  • Sie äussert auch ihre Sorge darüber, dass wenn ADHS/ADS nur an Ärzte delegiert wird, an erster Stelle nur mit Medikamenten gearbeitet wird. Ihrer Ansicht nach braucht es beim ADHS/ADS viel mehr Beratung des Umfelds, Unterstützung der Lehrpersonen und der Eltern, damit es nicht schiefläuft, und nicht nur eine medikamentöse Behandlung des Kindes. Dies steht im Gegensatz zu dem ihrer Meinung nach vorherrschenden medizinischen Modell.

Zusammenfassend kritisiert Dr.med. Ursula Davatz an der Medikamentengabe bei ADHS/ADS vor allem die Vernachlässigung der emotionalen und sozialen Aspekte, die rein symptomatische Behandlung ohne Förderung der Persönlichkeit, die mögliche Überbeanspruchung und den Fokus auf eine medizinische Lösung anstelle einer umfassenden Unterstützung des Umfelds. Sie sieht Medikamente eher als ein Hilfsmittel im Kontext eines breiteren Ansatzes und betont die Wichtigkeit intrinsischer Motivation und der Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_Riedtli_13.3.2025.m4a.pdf

Kritik am Schweizer Schulsystem im Umgang mit ADHS/ADS

Dr.med. Ursula Davatz übt in ihren Ausführungen deutliche Kritik am Schweizer Schulsystem und dessen Umgang mit ADHS/ADS. Sie stellt fest, dass das Schulsystem in der Regel nicht in der Lage ist, mit ADHS/ADS-Persönlichkeiten umzugehen, mit Ausnahme von einigen wenigen Ausnahmen.

Sie sieht darin ein grosses Problem, das viel Leid und hohe Kosten verursacht. Anstatt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen, herrscht im Schulsystem oft noch die Vorstellung, dass Kinder sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten müssen. Weichen sie von dieser Norm ab, werden sie oft als krankhaft abgestempelt und sollen korrigiert werden.

Dr. Davatz kritisiert insbesondere:

  • Fokus auf intellektuelle Leistung: Die Schule legt den Schwerpunkt auf intellektuelle Leistung, die durch Medikamente wie Amphetamine und Stimulanzien gesteigert werden kann. Dies fördere aber nicht die persönliche Entwicklung der Kinder.
  • Normierung: Anstatt individuelle Lösungen zu finden, wird versucht, Kinder mit ADHS/ADS in ein vorgegebenes Schema zu pressen.
  • Bestrafung und Belohnung: Viele Erzieher setzen immer noch auf Bestrafung und Belohnung, anstatt intrinsische Motivation zu fördern.
  • Befehle statt Zusammenarbeit: ADHS/ADS-Kinder reagieren auf Befehle mit Widerstand und Verweigerung. Stattdessen sollten sie in die Lösungsfindung einbezogen und zur Zusammenarbeit ermutigt werden.
  • Beschämung: Beschämung ist kein guter Lehrmeister und führt nur zu Aversionsverhalten. Kinder, die in der Schule beschämt werden, verweigern oft den Schulbesuch.

Dr. Davatz plädiert für einen geschickten Umgang mit ADHS/ADS im Schulsystem, der auf Verständnis, Zusammenarbeit und individuellen Lösungen basiert. Sie betont, dass es wichtig ist, eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen, ihre intrinsische Motivation zu fördern und ihre Kreativität zu nutzen.

https://ganglion.ch/pdf/50_Jahre_ADHS_ADS_6.12.2024.m4a.pdf

Schulsystem in der Kritik

Dr.med. Ursula Davatz übt scharfe Kritik am heutigen Schulsystem und sieht es als veraltet, unzeitgemäß und den Bedürfnissen der Jugendlichen nicht gerecht werdend. Sie identifiziert mehrere Schwachstellen, die zu Frustration, Demotivation und letztendlich zum Scheitern von Jugendlichen im Schulsystem führen.

Die Hauptkritikpunkte von Dr.med. Ursula Davatz:

  • Mangelnde Individualisierung und Unterstützung: Das Schulsystem ist nicht in der Lage, Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen, wie z.B. ADHS/ADS, adäquat abzuholen und zu fördern. Der Unterricht ist oft zu stark standardisiert und lässt wenig Raum für individuelle Lerntempi und -bedürfnisse.
  • Fehlende Beziehungsgestaltung: Dr. Davatz kritisiert, dass die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern oft zu kurz kommt.
    • Lehrer konzentrieren sich auf das Abarbeiten des Lehrplans und vernachlässigen dabei die persönliche Ebene.
    • Eine vertrauensvolle Beziehung und echtes Interesse am Schüler sind jedoch essentiell, um die Jugendlichen zu motivieren und ihnen beim Lernen zu helfen.
  • Unzureichende Förderung der Sozialkompetenz: Die Schule versagt laut Dr. Davatz auch bei der Vermittlung von Sozialkompetenz.
    • Themen wie Konfliktlösung, Kommunikation, Empathie und Teamarbeit werden nicht ausreichend behandelt.
    • Die Gruppendynamik in der Klasse wird oft ignoriert, was zu Mobbing und sozialer Ausgrenzung führen kann.
  • Geringe Attraktivität im Vergleich zur digitalen Welt: Die Schule kann mit der Attraktivität der digitalen Welt nicht mithalten.
    • Die schnellen Reize, die ständige Verfügbarkeit und die Belohnungssysteme in Videospielen und sozialen Medien sind für Jugendliche verlockender als der oft trockene und langweilige Unterricht.
    • Die Schule muss sich deshalb anstrengen, um interessanter und relevanter für die Lebenswelt der Jugendlichen zu werden.
  • Festhalten an veralteten Erziehungsmethoden: Anstatt auf moderne, entwicklungsorientierte Methoden zu setzen, wird in der Schule oft noch mit veralteten Erziehungsmethoden wie Belohnung und Bestrafung gearbeitet.
    • Strafen und Ausgrenzung sind jedoch kontraproduktiv und verhindern, dass Jugendliche lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Folgen des Scheiterns im Schulsystem:

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass ein Scheitern im Schulsystem gravierende Folgen für die Jugendlichen haben kann.

  • Mangelnde Chancen in der Erwachsenenwelt: Jugendliche, die im Schulsystem scheitern, haben es schwerer, in der Erwachsenenwelt Fuß zu fassen.
  • Erhöhtes Risiko für psychische Probleme: Eine gescheiterte Pubertät, die oft mit Schulproblemen einhergeht, ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von psychischen Erkrankungen.
  • Entwicklung einer „No Bock, No Future Generation“: Jugendliche, die im Schulsystem keine Erfolgserlebnisse haben und sich nicht ernst genommen fühlen, verlieren die Motivation und entwickeln eine negative Einstellung gegenüber der Zukunft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz das Schulsystem als dringend reformbedürftig betrachtet. Sie fordert eine Abkehr von veralteten Strukturen und Methoden und eine Hinwendung zu einem individualisierten, beziehungsorientierten und zukunftsorientierten Unterricht, der die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt.

https://ganglion.ch/pdf/Jugend.m4a.pdf

Eine kritische Sicht auf die Jugendpsychiatrie

Dr.med. Ursula Davatz äußert sich äußerst kritisch gegenüber der gängigen Praxis in der Jugendpsychiatrie. Sie sieht darin eine Institution, die oft mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt, insbesondere für Jugendliche mit ADHS/ADS.

  • Defizitorientierung der Medizin: Dr. Davatz kritisiert, dass die Psychiatrie als medizinische Fakultät in erster Linie defizitorientiert arbeitet. Das bedeutet, dass der Fokus auf den Krankheiten und Störungen liegt, anstatt auf den Stärken und Ressourcen der Jugendlichen. Dies führt dazu, dass Jugendliche in der Psychiatrie oft noch kränker werden, da sie ständig mit ihren Schwächen und Problemen konfrontiert werden.
  • Mangelnde Individualisierung: Dr. Davatz bemängelt, dass Jugendliche in der Jugendpsychiatrie oft in großen Gruppen behandelt werden. Die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten der Jugendlichen werden dabei nicht ausreichend berücksichtigt. Die Behandlungsmethoden sind oft normierend und passen nicht zu den einzelnen Jugendlichen.
  • Unerfahrene Therapeuten: Dr. Davatz kritisiert den Einsatz von jungen und unerfahrenen Psychologen in der Jugendpsychiatrie. Diese hätten oft noch keine eigene Lebenserfahrung und könnten die Probleme der Jugendlichen nicht wirklich verstehen.
  • Fehlende Beziehungsgestaltung: Dr. Davatz betont, dass die Beziehung zwischen Therapeut und Jugendlichem in der Psychiatrie oft zu kurz kommt. Der Fokus liegt auf der Symptombekämpfung, anstatt auf der Entwicklung einer vertrauensvollen und tragfähigen Beziehung.

Alternativen zur Jugendpsychiatrie:

Dr.med. Ursula Davatz plädiert für eine entwicklungsorientierte und bedürfnisorientierte Herangehensweise an Jugendliche mit Problemen.

  • Begegnung auf Augenhöhe: Erwachsene sollten Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und ihnen zuhören.
  • Wahrnehmung der Persönlichkeit: Es ist wichtig, den Jugendlichen in seiner ganzen Persönlichkeit wahrzunehmen und zu verstehen, wie er geprägt wurde.
  • Authentizität und Empathie: Erwachsene sollten Jugendlichen gegenüber authentisch und empathisch sein.
  • Kooperation statt Gehorsam: Jugendliche sollten in Kooperationsprozesse einbezogen werden und nicht zum Gehorsam gezwungen werden.
  • Stärkung der Selbstmotivation: Jugendliche sollten dabei unterstützt werden, ihre eigene Motivation zu finden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz die Jugendpsychiatrie als ein System betrachtet, das oft nicht den Bedürfnissen von Jugendlichen gerecht wird. Sie plädiert für eine grundlegende Veränderung der Herangehensweise an Jugendliche mit Problemen.

https://ganglion.ch/pdf/Jugend.m4a.pdf

Kritik am Umgang mit ADHS/ADS im Schulsystem

Dr.med. Ursula Davatz kritisiert den Umgang mit ADHS/ADS im heutigen Schulsystem scharf. Sie sieht die gängigen Praktiken als unangemessen und schädlich an und vergleicht sie mit Methoden aus dem Mittelalter, die auf Belohnung und Bestrafung basieren. Dies sei bei ADHS/ADS-Kindern wirkungslos und führe lediglich zu einer Schädigung ihres Selbstwertgefühls.

Statt auf individuelle Förderung zu setzen, herrsche im Schulsystem eine „Gleichmacherei“ vor, die die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder ignoriert. Dr. Davatz bemängelt, dass viele Lehrer nicht ausreichend über ADHS/ADS informiert sind und die Kinder deshalb oft fehlinterpretieren.

Ein Beispiel hierfür ist der Fall eines hochintelligenten Jungen mit ADHS/ADS, der in Mathematik unterfordert war und deshalb Selbstmordgedanken entwickelte. Dr. Davatz‘ Vorschlag, dem Jungen zusätzliche Aufgaben zu geben, wurde von den Lehrern mit dem Argument abgelehnt, dass alle Kinder gleich behandelt werden müssten.

Besonders problematisch findet Dr.med. Ursula Davatz den Einfluss der Lehrer auf die medikamentöse Behandlung. Sie kritisiert, dass Lehrer oft Druck auf die Eltern ausüben, ihre Kinder mit Medikamenten zu behandeln, obwohl die Entscheidung darüber allein bei den Eltern und dem Kind liegen sollte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz das heutige Schulsystem als ungeeignet für ADHS/ADS-Kinder betrachtet. Sie fordert eine grundlegende Reform, die die Neurodiversität respektiert und individuelle Förderung in den Vordergrund stellt.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Apero.pdf

Kritik am Schulsystem

Dr.med. Ursula Davatz kritisiert das bestehende Schulsystem scharf und bezeichnet die angewandten Methoden als „aus dem Mittelalter“ stammend. Sie bemängelt, dass das System immer noch auf Belohnung und Bestrafung basiert, was ihrer Meinung nach bei ADHS/ADS-Kindern völlig wirkungslos ist. Stattdessen plädiert sie für einen individuellen Ansatz, der die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder berücksichtigt.

Konkret kritisiert sie folgende Punkte:

  • Mangelnde Individualisierung: Das Schulsystem behandelt alle Kinder gleich und ignoriert die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lernstile. Dies führt dazu, dass ADHS/ADS-Kinder, die oft eine andere Art der Aufmerksamkeit und Motivation haben, unterfordert oder überfordert sind und schnell die Lust am Lernen verlieren.
  • Fokus auf Noten: Die starke Orientierung an Noten setzt ADHS/ADS-Kinder unter Druck und verhindert, dass sie ihre Talente und Interessen entfalten können. Dr. Davatz unterstützt daher die Diskussion über die Abschaffung von Noten und plädiert für eine individuelle Förderung, die die Stärken jedes Kindes in den Vordergrund stellt.
  • Unverständnis und Überforderung der Lehrer: Viele Lehrer sind mit ADHS/ADS überfordert und wissen nicht, wie sie mit diesen Kindern umgehen sollen. Sie greifen oft zu Strafen oder fordern die Eltern auf, ihren Kindern Medikamente zu geben, anstatt sich mit den Ursachen des Verhaltens auseinanderzusetzen und alternative Lernmethoden zu entwickeln. Dr. Davatz fordert daher eine bessere Ausbildung der Lehrer im Umgang mit ADHS/ADS und plädiert für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Therapeuten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz das bestehende Schulsystem als unflexibel und ungeeignet für ADHS/ADS-Kinder betrachtet. Sie fordert eine grundlegende Reform, die die Individualität jedes Kindes in den Mittelpunkt stellt und auf Verständnis, Förderung und Kooperation statt auf Druck und Bestrafung setzt.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_ADS_Apero.pdf

Kritik an der Psychiatrie

Dr.med. Ursula Davatz übt in ihrem Vortrag, in dem es primär um die Psychosomatik geht, deutliche Kritik an der modernen Psychiatrie. Sie bemängelt vor allem drei Aspekte:

  • Fokus auf naturwissenschaftliche Methoden und fixe Diagnosen: Dr. Davatz kritisiert, dass die Psychiatrie zu stark auf naturwissenschaftliche Methoden setzt und sich in mikrobiologischen Details verliert. Sie plädiert stattdessen für einen ganzheitlicheren Ansatz, der die Makrobiologie und das Psychosoziale berücksichtigt. Sie kritisiert die Fixierung auf fixe Diagnosen, die dazu führe, dass der Mensch als Individuum verpasst werde. Anstatt nach vorgefertigten Schemata zu suchen, sollten Psychiater offen und vorurteilsfrei auf den Patienten zugehen und seine individuellen Erfahrungen und Bedürfnisse in den Blick nehmen.
  • Übermässiger Einsatz von Psychopharmaka: Dr. Davatz zeigt sich besorgt über den steigenden Einsatz von Psychopharmaka, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Sie argumentiert, dass Medikamente zwar Symptome lindern können, aber die zugrundeliegenden Probleme nicht lösen . Statt die Kinder einfach mit Medikamenten „wieder zum Funktionieren zu bringen“, sollte die Psychiatrie die Ursachen der Probleme im sozialen Umfeld des Kindes suchen und die Familiensysteme verändern, um dem Kind mehr Raum zur Entfaltung zu geben.
  • Vernachlässigung der Systemtherapie: Dr. Davatz kritisiert, dass Systemtherapie, insbesondere Familientherapie, in der Psychiatrie zu wenig berücksichtigt wird. Sie führt dies auf den Mangel an Therapeuten zurück, die mit komplexen Familiensystemen umgehen können, und auf die unzureichende Finanzierung durch die Krankenkassen. Dabei sei die Systemtherapie gerade bei psychosomatischen Erkrankungen von entscheidender Bedeutung, um die Verstrickungen und ungelösten Konflikte innerhalb der Familie zu verstehen und zu bearbeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Davatz die Psychiatrie auffordert:

  • weg von einem rein naturwissenschaftlichen und diagnoseorientierten Ansatz
  • hin zu einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen, das die individuellen Erfahrungen, das soziale Umfeld und die psychische Dynamik einbezieht.

Sie plädiert für einen stärkeren Fokus auf Psychotherapie, insbesondere Systemtherapie, um die Ursachen psychischer und psychosomatischer Probleme zu bearbeiten und den Patienten zu helfen, neue, gesündere Anpassungsmuster zu entwickeln.

https://ganglion.ch/pdf/Wann_laesst_die_Seele_den_Koerper_sprechen.m4a.pdf