Prävention und Gesundheit: Ein ganzheitlicher Ansatz

Die Quellen, insbesondere die Ausführungen von Dr.med. Ursula Davatz, betonen die enge Verknüpfung zwischen Prävention und Gesundheit, insbesondere im Kontext der kindlichen Entwicklung. Dabei wird deutlich, dass ein rein medizinisches Verständnis von Gesundheit unzureichend ist und ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich ist, der die Bedeutung von Beziehungen, Interaktionen und dem sozialen Umfeld berücksichtigt.

Prävention: Mehr als nur Wissen

Dr.med. Ursula Davatz stellt klar, dass Prävention nicht allein auf Wissensvermittlung beruht. „Viel Wissen um Gesundheit macht noch nicht gesund“, so ihr prägnanter Ausspruch. Sie kritisiert die starke Fokussierung des Gesundheitssystems auf das Individuum und die Krankheit, während die Entstehung von Gesundheit oft vernachlässigt wird.

Beziehungen als Schlüsselfaktor für Gesundheit

Stattdessen hebt sie die zentrale Bedeutung von Beziehungen und Interaktionen für die Gesundheit hervor. Eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kind sowie positive soziale Beziehungen im Allgemeinen fördern die Resilienz, stärken das Immunsystem und tragen massgeblich zur Gesundheit bei.

Frühzeitige Intervention und Unterstützung

Besonders wichtig ist die frühzeitige Intervention, um Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Dr. Davatz plädiert dafür, dass Eltern sich frühzeitig Hilfe holen, wenn sie Schwierigkeiten im Umgang mit ihrem Kind haben. Sie betont, dass es keine Schande ist, Unterstützung zu suchen und dass dies im Gegenteil ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein ist.

HOTA als präventives Angebot

Die HOTA wird in den Quellen als ein wichtiges präventives Angebot dargestellt. Durch Erziehungsmediation, Familientherapie und Kulturvermittlung trägt sie dazu bei, Beziehungen zu verbessern, Konflikte zu lösen und ein unterstützendes Umfeld für Kinder zu schaffen.

ADHS: Ein Beispiel für die Bedeutung von Prävention

Am Beispiel von ADHS-Kindern wird die Relevanz von Prävention besonders deutlich. Diese Kinder sind aufgrund ihrer Hochsensibilität und Hochreaktivität besonders vulnerabel und haben ein erhöhtes Risiko, psychische oder somatische Krankheiten zu entwickeln.

Spezifische Präventionsmassnahmen bei ADHS:

  • Frühzeitige Erkennung und Diagnose: Je früher ADHS erkannt wird, desto besser können die Kinder und ihre Familien unterstützt werden.
  • Beziehungsorientierte Erziehung: Anstatt zu versuchen, ADHS-Kinder in die Norm zu pressen, sollten Eltern und Lehrpersonen auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen und ihnen positive Führung bieten.
  • Schaffung eines unterstützenden Umfelds: Ein strukturierter Alltag, klare Regeln und liebevolle Zuwendung geben ADHS-Kindern Sicherheit und Orientierung.
  • Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule: Ein regelmässiger Austausch und eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule sind essenziell, um ADHS-Kinder optimal zu fördern.

Fazit: Prävention im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes, der die Bedeutung von Beziehungen, Interaktionen und dem sozialen Umfeld berücksichtigt, spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die HOTA bietet in diesem Zusammenhang wertvolle Unterstützung für Familien, Lehrpersonen und Kinder, insbesondere auch für ADHS-Betroffene.

https://ganglion.ch/pdf/HotA_Erziehungsmediation_Kind_Eltern_Schule-kurz.pdf

Die Magie der Gene: Epigenetische Erkenntnisse und ihre Bedeutung für die sozialen Berufe

Datum: Dienstag, 10.9.2019

Ort: Kirchgemeindehaus der Reformierte Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken, Zeughausstrasse 9, 5600 Lenzburg

Zeit: 15:30 – 16:15 Umfeldberatung als grosses epigenetisches Potential in Therapie und Prävention

Dr. med. Ursula Davatz, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Kompetenzzentrum für ADHS und Schizophrenie, Baden

PDF: Umfeldberatung als grosses epigenetisches Potential in Therapie und Prävention

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