Dr.med. Ursula Davatz erwähnt in ihrem Vortrag, dass die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung von ADHS/ADS relativ hoch ist, wenn beide Elternteile die Diagnose haben. Sie erklärt, dass ADHS/ADS nicht auf ein einzelnes Gen zurückzuführen ist, sondern auf eine Kombination mehrerer Gene. Sie spricht von 20, 30 oder sogar 100 Genen, die beteiligt sein können.
ADHS/ADS ist also eine komplexe genetische Veranlagung. Die genaue Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind die Eigenschaften erbt, wenn beide Eltern betroffen sind, lässt sich daher nicht genau beziffern.
Dr.med. Ursula Davatz führt weiter aus, dass Menschen mit ADHS/ADS sich häufig Partner mit ähnlichen Veranlagungen suchen. Die Psychologin Cordula Neuhaus beschreibt dieses Phänomen mit den Worten: „They find each other, they bind with each other and they reproduce with each other“.
Zusätzliche Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit der Vererbung beeinflussen können, sind:
- Die spezifische Kombination der beteiligten Gene bei den Eltern.
- Umweltfaktoren, die die Ausprägung der genetischen Veranlagung beeinflussen können.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Vererbung von ADHS/ADS nicht deterministisch ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
- Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ADHS/ADS erbt, wenn beide Elternteile die Diagnose haben, ist erhöht.
- Die genaue Wahrscheinlichkeit lässt sich aufgrund der komplexen genetischen Veranlagung nicht genau bestimmen.
- Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle bei der Ausprägung der Eigenschaften.
https://ganglion.ch/pdf/Umgang_mit_ADHS-ADS_19.9.2024.m4a.pdf