Dr.med. Ursula Davatz äussert sich zurückhaltend gegenüber dem Einsatz von Medikamenten bei Autismus. Sie räumt zwar ein, dass in der Psychiatrie Medikamente häufig verwendet werden, sieht aber keinen grossen Nutzen in ihrer Anwendung bei Autisten.

Spezifisch zu SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer):

  • Möglicher Effekt: SSRI könnten Autisten helfen, indem sie eine „dickere Haut“ erzeugen und die Reizempfindlichkeit reduzieren.
  • Subjektive Erfahrungen: Einige Autisten berichten, dass SSRI ihnen helfen, während andere negative Effekte wie ein Gefühl der Abgestumpftheit beschreiben.
  • Keine Veränderung des Gehirns: Dr.med. Ursula Davatz betont, dass SSRI das hochsensible Gehirn von Autisten nicht grundlegend verändern.
  • Verordnung bei Wunsch: Wenn Autisten Medikamente wünschen, um die Reizwahrnehmung zu reduzieren, lehnt Dr.med. Ursula Davatz dies nicht ab.

Grundsätzliche Haltung:

Dr.med. Ursula Davatz setzt generell mehr auf Lernen als auf medikamentöse Behandlung. Sie ist der Meinung, dass Medikamente zwar die Reizempfindlichkeit reduzieren können, aber nicht die zugrundeliegenden Herausforderungen des Autismus angehen.

Fokus auf alternative Ansätze:

Statt auf Medikamente zu setzen, plädiert Dr.med. Ursula Davatz für alternative Ansätze wie die „Marte Meo Methode“, die auf Verständnis, Kommunikation und Anpassung des Umfelds basieren. Sie betont die Bedeutung von emotionaler Neutralität, klaren Strukturen und Geduld im Umgang mit Autisten, um ihnen ein unterstützendes Umfeld zu bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr.med. Ursula Davatz den Einsatz von Medikamenten bei Autisten nur in Einzelfällen und auf Wunsch des Betroffenen befürwortet. Sie setzt stattdessen auf ein ganzheitliches Verständnis von Autismus und die Förderung individueller Stärken durch geeignete Lern- und Kommunikationsstrategien.

https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf