Dr.med. Ursula Davatz beschreibt Autisten als hochsensibel gegenüber Fremdbeeinflussung. Sie reagieren darauf mit verschiedenen Verhaltensweisen:
- Rückzug: Ein Autist kann sich zurückziehen, wenn er sich durch Fremdbeeinflussung überfordert oder bedrängt fühlt. Dies ist eine Möglichkeit, sich vor weiteren Reizen abzuschirmen und die Situation zu kontrollieren.
- Verweigerung: Autisten können auch aktiv Widerstand leisten, indem sie sich weigern, Anweisungen zu befolgen oder an Aktivitäten teilzunehmen. Dies ist ein Ausdruck ihrer Autonomie und ihres Bedürfnisses, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
- Aggression: In extremen Fällen, wenn die Fremdbeeinflussung als zu stark empfunden wird, kann ein Autist auch aggressiv reagieren. Dies ist eine Form der Selbstverteidigung, um sich gegen die als bedrohlich empfundene Einflussnahme zu wehren.
- „Totstellreflex“: Dr.med. Ursula Davatz vergleicht das autistische Verhalten unter starker Fremdbeeinflussung mit dem Totstellreflex. In diesem Zustand nimmt der Autist zwar alles wahr, ist aber handlungs- und kommunikationsunfähig.
Dr. Davatz betont, dass diese Reaktionen auf Fremdbeeinflussung nicht als bewusste Entscheidungen des Autisten zu verstehen sind, sondern als automatische Schutzmechanismen, die durch seine besondere Wahrnehmungsweise und sein erhöhtes Sensibilitätsniveau ausgelöst werden.
Zusätzlich erwähnt Dr.med. Ursula Davatz, dass Autisten:
- einen „System Overload“ erleiden können, wenn sie mit zu vielen Reizen konfrontiert werden.
- Schwierigkeiten beim Lesen von Mimik und nonverbalen Signalen haben können, was die Kommunikation zusätzlich erschwert.
- klare Strukturen und Routinen bevorzugen, da sie ihnen Sicherheit und Orientierung bieten.
Diese zusätzlichen Punkte unterstreichen die Bedeutung eines sensiblen und respektvollen Umgangs mit Autisten, insbesondere in Situationen, in denen sie sich durch Fremdbeeinflussung bedroht fühlen.
https://ganglion.ch/pdf/Autismus-Spektrum-Eigenschaft-19.11.2024.m4a.pdf