Dr.med. Ursula Davatz erklärt in den Quellen den Unterschied zwischen verarbeiteten und verdrängten Traumata. Ein verarbeitetes Trauma ist ein Trauma, das man benennen, in Worte fassen und emotional „verdauen“ kann. Es wird im Grosshirn, dem intellektuellen Teil des Gehirns, abgelegt und ist nicht mehr emotional belastend. Man kann darüber sprechen, ohne starke emotionale Reaktionen zu zeigen.

Ein Beispiel dafür ist die Frau, die von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde und nach zwei Jahren Therapie in der Lage war, sachlich über das Erlebnis zu sprechen.

Ein verdrängtes Trauma hingegen ist nicht verarbeitet. Es ist noch immer im emotionalen Gehirn präsent und beeinflusst das Denken, Fühlen und Handeln der betroffenen Person. Es kann sich in Träumen, psychosomatischen Beschwerden oder psychischen Problemen manifestieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Frau, die seit zehn Jahren immer wieder davon träumt, dass ihr Vater sie schlägt.

Dr.med. Ursula Davatz betont, dass Verdrängung zwar eine mögliche Strategie im Umgang mit Traumata ist, aber keine dauerhafte Lösung darstellt. Verdrängung kostet Energie und verhindert, dass man aus dem Trauma lernt. Sie empfiehlt, Traumata zu verarbeiten, indem man darüber spricht, sie aufschreibt oder sich mit der Person konfrontiert, die das Trauma verursacht hat.

Sie weist auch darauf hin, dass es schwierig sein kann, zu unterscheiden, ob jemand ein Trauma verarbeitet hat oder nur verdrängt. Sie empfiehlt, auf das eigene Gefühl zu achten und gegebenenfalls andere Personen um ihre Einschätzung zu bitten. Verdrängung zeigt sich oft in einer steifen Gestik und Mimik, da die Person sich selbst belügt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein verarbeitetes Trauma emotional „entschärft“ ist und man darüber sprechen kann, ohne grosse emotionale Aufregung zu empfinden. Ein verdrängtes Trauma hingegen ist noch aktiv und beeinflusst das Leben der betroffenen Person weiterhin.

https://ganglion.ch/pdf/PTBS-20.6.2024.m4a.pdf