Der Begriff „Indigo-Kinder“ taucht in den Quellen im Zusammenhang mit einer positiven Sichtweise auf ADHS/ADS auf. Sammy Frey erwähnt, dass der Begriff in den 1980er und 1990er Jahren populär war und positive Konnotationen hatte.
Dr.med. Ursula Davatz erklärt, dass das Buch „Indigo-Kinder“ die Kreativität und das Andersartige von Kindern mit ADHS/ADS hervorhob. Sie sieht eine Verbindung zwischen dem Konzept der Indigo-Kinder und dem frühkindlichen POS, einer früheren Bezeichnung für ADHS/ADS. Die Elterninitiative ELPOS, die sich für die Interessen von Kindern mit POS einsetzt, hat das Buch „Indigo-Kinder“ ebenfalls aufgegriffen.
Kernaussagen zum Konzept der Indigo-Kinder:
- Kreativität und unkonventionelles Denken: Indigo-Kinder werden als besonders kreativ und unkonventionell in ihrem Denken beschrieben. Sie denken „über die Grenzen hinaus“ und halten sich nicht an vorgegebene Normen.
- Erfolgspotenzial: Unter den Indigo-Kindern, so die These, finden sich viele Erfinder, Künstler und andere erfolgreiche Persönlichkeiten.
- „Ferment für Entwicklungen“: Dr. Davatz sieht ADHS/ADS-Menschen als „Ferment für Entwicklungen“. Sie bringen neue Impulse und Ideen in die Gesellschaft ein und tragen so zum Fortschritt bei.
Verbindung zur Neurodiversität:
Das Konzept der Indigo-Kinder lässt sich in den Kontext der Neurodiversität einordnen. Neurodiversität bezeichnet die Idee, dass verschiedene Arten des Denkens und Wahrnehmens als natürliche Variationen des menschlichen Gehirns anzusehen sind. ADHS/ADS wird in diesem Zusammenhang nicht als Störung, sondern als eine andere Art des Seins betrachtet, die sowohl Herausforderungen als auch besondere Stärken mit sich bringt.
Fazit:
Der Begriff „Indigo-Kinder“ mag aus heutiger Sicht etwas esoterisch klingen. Dennoch hat er dazu beigetragen, positive Aspekte von ADHS/ADS in den Vordergrund zu rücken und die Stärken und Talente der betroffenen Kinder zu würdigen.