Die Quellen, insbesondere das Gespräch zwischen Dr. med. Ursula Davatz und Sammy Frey, beleuchten verschiedene Aspekte des Umgangs mit ADHS in der Schule und plädieren für einen ganzheitlichen Ansatz, der das Kind in seiner Individualität und seinen Bedürfnissen respektiert.

ADHS als Neurotyp verstehen:

Anstatt ADHS als Störung zu betrachten, sollte es als Neurotyp, also eine natürliche Variante des Gehirns, verstanden werden. Diese Perspektive hilft, Stigmatisierung zu vermeiden und die Stärken von ADHS-Kindern zu erkennen.

Hochsensibilität und starke Reaktivität:

ADHS-Kinder zeichnen sich durch eine hohe Sensibilität und starke Reaktivität aus. Sie nehmen mehr Reize aus ihrer Umgebung wahr als andere Kinder und reagieren oft impulsiv und emotional. Lehrpersonen müssen diese Reaktionen nicht persönlich nehmen, sondern als Ausdruck der individuellen Wahrnehmungsverarbeitung verstehen.

Beziehungsarbeit und positive Verstärkung:

Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrperson und Kind ist essentiell. Das Kind muss das Gefühl haben, ernst genommen und verstanden zu werden. Anstatt mit Bestrafung zu arbeiten, sollten Lehrpersonen positives Verhalten hervorheben und belohnen.

Individuelle Bedürfnisse erkennen und fördern:

Lehrpersonen sollten die individuellen Bedürfnisse der ADHS-Kinder erkennen und darauf eingehen. Dies kann bedeuten:

  • Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten anbieten
  • Bewegungspausen ermöglichen
  • Flexible Sitzordnungen je nach Situation
  • Unterschiedliche Lernumgebungen schaffen

Integration in den Unterricht und Nutzung der Stärken:

ADHS-Kinder sollten aktiv in den Unterricht eingebunden und ihre Fähigkeiten genutzt werden. Klassenclowns können beispielsweise Aufgaben erhalten, die ihre Kreativität und ihren Humor einbeziehen.

Unterstützung für Lehrpersonen:

Lehrpersonen brauchen Unterstützung im Umgang mit ADHS-Kindern. Dies kann durch folgende Massnahmen geschehen:

  • Fortbildungen und Supervision
  • Teamteaching
  • Schulberater an jeder Schule

Zusammenarbeit mit den Eltern:

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig, um die Kinder optimal zu unterstützen. Eltern sollten über ADHS aufgeklärt und in die Lösungsfindung einbezogen werden.

Fazit:

Der Umgang mit ADHS in der Schule erfordert ein Umdenken und neue Lösungsansätze. Anstatt die Kinder zu pathologisieren, sollten ihre Stärken und ihr kreatives Potenzial gefördert werden. Durch eine entsprechende Ausbildung, Unterstützung und den Einsatz geeigneter pädagogischer Methoden kann die Schule zu einem Ort werden, an dem ADHS-Kinder sich wohlfühlen und ihre Talente entfalten können.

https://ganglion.ch/pdf/ADHS_und_Schule_6.12.2024.mp3.pdf